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    Xanaka Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 26. Mai 2016
    "Hilfreich"-Bewertungen: 32

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    357 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Das Todesboot

    Ulrike Busch
    Das Todesboot (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.03.2021

    Spannende Fortsetzung

    Ole, der Mann von Molly Bleck, ist nun wieder da. Aber das richtige Freudengefühl will sich bei Molly über die Wiederkehr nicht einstellen. Es fehlen einfach zehn Jahre des gemeinsamen Lebens. Auch scheint ihr Ole verändert, nicht mehr der, der er einmal war. Aber so richtig kommt Molly gar nicht dazu über ihre persönliche Situation, die mögliche Veränderung ihres weiteren Lebens nachzudenken. Denn das Auftauchen einer toten Frau in einem einsamen Ruderboot in der Lübecker Bucht gibt Rätsel auf. Schnell stellt sich heraus, dass Nela Dodesen, die Erbin einer großen Hotelkette ermordet wurde. Und es gibt auch noch einen fast ähnlichen Fall zehn Jahre zuvor. Das Auffinden der Leiche einer jungen toten Frau fand unter genau denselben Umständen, in demselben Boot, wie Nela Dodesen statt.

    Da beide Fälle zumindest von der Auffindung her ähnlich sind, schauen sich Molly und ihr Team auch den alten Fall an. Es liegt die Vermutung nahe, dass die beiden Fälle etwas miteinander zu tun haben. Beim Herumstochern in den Unterlagen des ähnlichen Falles, geraten sie an einen alten Kollegen, der die Ermittlungen damals leitete. Er wäre selbst gerne Leiter der Sonderkommission geworden. Das jetzt mit Molly eine Frau die Chefin ist, stört ihn dann noch zusätzlich. Eugen Lüders hat damals den alten Todesfall untersucht und versucht nun alles, um Molly von weiteren Ermittlungen abzuhalten.

    Ich muss sagen, Molly Bleck als leitende Ermittlerin dieser Sonderkommission, gefällt mir immer mehr. Sie ist absolut in der Lage ihr kleines Team zu führen und sich gegen Querdenker durchzusetzen. Sie verfügt auch als Frau über das gewisse Einfühlungsvermögen um auch schwierige Zeugen zum Reden zu bringen. Aber auch die Thematik des Falles fand ich interessant. Wie ist es, wenn Ermittler plötzlich selbst in die Ermittlungen geraten? Wie gehen sie damit um? Sind sie in der Lage, dann noch objektiv und ohne Vorurteile ihren Dienst zu verrichten?

    Ulrike Busch, die sich mit verschiedenen Ermittlerteams an Nord- und Ostsee herumtreibt, hat mit Molly Bleck eine Protagonistin geschaffen, von der ich unbedingt mehr lesen will. Sie gefällt mir in ihrer Art, wie sie die Fälle angeht und wie auch wie sie es schafft, mit ihrer persönlichen durchaus schwierigen Situation umzugehen.

    Das Buch ist spannend und man kann es in einem Rutsch durchlesen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

    Wiedersehen im Land der Weihnachtssterne

    Lea Thannbach
    Wiedersehen im Land der Weihnachtssterne (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    06.01.2021

    Schön, dass es gleich weiterging

    Im Grunde geht es nahtlos weiter. Stella ist gerade einmal zwei Wochen wieder in Deutschland und hin- und hergerissen. Die Trennung von der gerade erst gewonnenen Familie in Kalifornien war schwer. Aber sie kann sich auch nicht entscheiden, endgültig die Brücken in Deutschland abzubrechen. Aber es verändert sich ganz schnell, als ihre WG-Mitbewohner ihr mitteilen, dass sie beide eine neue gemeinsame Wohnung gefunden haben und ausziehen werden. Also kehrt auch Stella in ihr Elternhaus mit der Gärtnerei zurück.

    Doch wie soll es weitergehen? Allein kann sie das Haus nicht unterhalten? Kann sie dort überhaupt wohnen bleiben? Wie geht es weiter mit ihrer Beziehung zu Adam? Und überhaupt, es sind so viele Fragen offen, die ihr noch niemand beantworten konnte! Warum hatte denn ihre Mutter überhaupt die Familie verlassen? Wer ist ihr Vater? Warum ist die Familie mit Max so zerstritten?

    An sich habe ich mich sehr gefreut, gleich im Anschluss an den ersten Teil die Fortsetzung lesen zu können. Aber diese gliederte sich dann beim Lesen in drei verschiedene Zeitabschnitte, beginnend als die Kinder von Feli und Philipp Licht erwachsen sind. Zwischen diesen einzelnen Abschnitten wird im Verlauf der Geschichte immer wieder gewechselt. Ziel war es sicher die Verwicklungen der einzelnen Familienmitglieder aufzuzeigen, aus deren Sicht die Abschnitte dann auch zum Teil geschildert wurden. Über die weitere Entwicklung der Weihnachtssterne erfuhr man dann nur nebenbei. Was mir aber nicht so gefallen hat, dass einige der Abschnitte dann doch manches Mal ein wenig zäh waren. Dadurch lies sich das Buch auch nicht mehr ganz so flüssig lesen.

    Nichtsdestotrotz alle offenen Fragen wurden dann letztlich doch geklärt und das Buch fand einen runden Abschluss. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und verdiente drei Lesesterne.
    Im Land der Weihnachtssterne

    Lea Thannbach
    Im Land der Weihnachtssterne (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.01.2021

    War schön zu lesen

    Wusstet ihr eigentlich wo die Weihnachssterne, ich meine die roten Topfpflanzen, die es nur zu Weihnachten gibt, herkommen? Lea Thannbach hat nach einer wahren Geschichte die Entdeckung der Weihnachtssterne aufgeschrieben.

    Alles begann 1911 als Felizitas Schönberger gemeinsam mit ihren Eltern nach Amerika auswandert. Ihr Vater hat sich dort eine Farm gekauft und will neu beginnen. Die Neuankömmlinge werden gut aufgenommen, es gibt bereits andere deutsche Auswanderer, die schon länger da sind. Lediglich Philipp hält nicht viel von Feli. Er schließt bereits Wetten ab, wann sie wieder nach Deutschland zurückgehen würde.

    Feli ist zielstrebig, in Deutschland hatte sie bereits trotz aller Widerstände ein Medizinstudium begonnen. Das will sie in Amerika unbedingt fortsetzen. Aber es kommt doch alles anders als gedacht. Es gibt immer wieder Rückschläge und Misserfolge bei den Farmern. Alle müssen mit anpacken, auch Feli. Sie ist begeistert von der Pflanzenliebe Philipps und unterstützt ihn. Als beide diese wunderbaren Poinsettia Pflanzen entdecken, wollen sie damit ein neue Pflanzenzucht beginnen.
    Aber es gibt einen nicht minder interessanten Erzählstrang. Stella lebt in Deutschland und hat kurz vor Weihnachten 2005 durch einen Unfall gerade ihre Mutter verloren. Bei der Durchsicht der Unterlagen fällt ihr eine Einladung zum Poinsettia Day in Amerika in die Hände. Spontan fliegt sie hin und lernt dort ihre Großmutter Lizzy und ihren Cousin Adam kennen. Es gibt so viel zu erzählen und viele Fragen sind offen. Warum hat sie eine Familie in Amerika und weiß nichts davon? Was hat ihre Familie mit den Weihnachtssternen zu tun?

    Pünktlich zu Weihnachten ist diese wunderbare, lesenswerte Familiengeschichte erschienen. Sie ist frisch erzählt und liest sich hervorragend. Auch der Wechsel der Erzählperspektiven ist gut gewählt. So erfährt man nach und nach die Details und Hintergründe der Geschichte. Dabei kommen auch die Emotionen nicht zu kurz. Ohne dabei kitschig zu wirken sind diese sehr gut nachvollziehbar. Das beste ist, das Ende ist noch nicht das Ende. Denn es gibt bereits den Nachfolgeband "Wiedersehen im Land der Weihnachtssterne" zu lesen.

    Von mir gibt es eine gern empfohlene Empfehlung und verdiente vier Lesesterne.
    Der Mädchenwald

    Sam Lloyd
    Der Mädchenwald (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    05.01.2021

    Schade, da hätte mehr draus werden können

    Elissa ist eine ausgezeichnete Schachspielerin. Sie ist sich sicher, im nächsten Turnier wird sie gewinnen, sie ist gut vorbereitet. In der Pause, während des Turniers, möchte sie kurz im Auto der Mutter entspannen. Da passiert es. Elissa wird entführt. Stunden später findet sie sich angekettet in einem dunklen Keller wieder. Man hat ihr Streichhölzer, ein paar Kerzen und ihren Rucksack gelassen. Hilferufe sind sinnlos, niemand hört sie.

    Aber Elissa ist anders als andere Mädchen. Sie muss überleben, dass ist sie ihrer Mutter schuldig. Ihre erste Strategie, sie misst den Keller ab und teilt ihn in Schachfelder ein. So kann sie die Lage der wenigen Habseligkeiten, die ihr geblieben sind, viel schneller im Dunkeln finden. Sie ist auch relativ schnell in der Lage zu überlegen, wie lange ihre Vorräte reichen können. Wann sie im Dunkeln sitzen wird, wenn sie die Kerzen dauerhaft brennen lässt.

    Dann bekommt Elissa Besuch. Sie bemerkt schnell, dass es nicht ihr Entführer ist. Er riecht anders, nicht so unangenehm. Er ist ihr gegenüber verhalten und er spricht wie ein Kind. Elijah freut sich, dass Elissa da ist und nennt sie Gretel. Sie würde ja im Keller des Pfefferkuchenhauses leben. Aber er kann sie auch nicht freilassen, dass ist Elissa schnell klar. Elijah verrät nicht alles, er scheint die Entführer zu kennen und er kannte auch schon die Mädchen, die vor ihr im Keller waren. Die offensichtlich aber alle bereits tot sind.

    Kann Elissa es schaffen, Elijah zu überreden, sie freizulassen? Kommt sie überhaupt jemals aus wieder aus dem Keller heraus? Wer ist denn eigentlich der Entführer und warum wurde sie entführt?

    Die Erlebnisse von Elissa und Elijah werden fast wechselseitig aus ihrer Sicht erzählt. So lernt man beide auch sehr schnell kennen. Elissa, die durch ihr pragmatisches Denken, durch ihre analytischen Fähigkeiten versucht, bestmöglich mit der Situation umzugehen. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie sie ihre Erinnerungen in Abschnitte einteilt und so versucht alles wesentliche vom unwesentlichen zu trennen. So gelingt es ihr auch, Erinnerungen an Nebensächlichkeiten wieder aufzufrischen. Elijah dagegen kommt einem wie ein unbedarftes Kind vor, der mit seinen Eltern abgeschieden und einsam im Wald lebt, der keine Schule besucht, sich aber für intelligent hält. Durch sein Leben im Wald kann er sich jedoch hervorragend im Wald und in dunklen Räumen orientieren. Er ist sogar in der Lage die Gerüche des Waldes zu unterscheiden und genau zuzuordnen. Er weiß, dass Elissa ihr Gefängnis unbedingt verlassen möchte. Aber er kann ihr nicht versprechen, dass er ihr helfen wird.

    An sich könnte man sich vorstellen, dass das Buch sich mit so einer dramatischen Handlung sehr gut und schnell liest. Leider ist die Umsetzung nicht so gelungen. Merkwürdig fand ich zum Beispiel, dass das Buch am Tag 6 beginnt. Und so springt die Handlung nicht kontinuierlich von Tag zu Tag sondern immer wieder wild hin und her. Das machte es am Anfang schon extrem schwierig in die Handlung zu kommen und zu folgen. Spannung konnte dabei nicht immer aufkommen, da man einige Geschehnisse ja bereits vorher kannte.

    Fasziniert dagegen hat mich das Ende. Damit konnte niemand rechnen und es war absolut unvorhersehbar. Das hat mich dann am Ende doch mit dem Buch versöhnt und vergebe drei Lesesterne.
    Blutroter Schatten

    Patricia Walter
    Blutroter Schatten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.12.2020

    Unerträglich spannend

    Samantha, genannt Sam, ist gerade dabei sich eine neue Wohnung einzurichten, damit sie näher an ihrer neuen Arbeit wohnt und der Weg dorthin nicht so weit ist. Alles scheint in Ordnung. Doch dann bricht alles zusammen. Ein Serienmörder ist in München unterwegs. Die Toten, die gefunden werden, haben alle eine Visitenkarte "mit besten Grüßen von Thomas Rohde" in der Hand. Thomas Rohde ein verurteilter Serienmörder ist der Vater von Sam. Sie hatte in damals bei seinem letzten Mord vor fast 10 Jahren "erwischt". Ihr hatte er es zu verdanken, dass er in die geschlossene Sicherheitsverwahrung gekommen ist.

    Doch wer ist der Serienmörder, der jetzt quasi im Auftrag von Thomas Rohde wahllos Menschen auf die brutalste Weise tötet. Die Polizei tappt im Dunkeln je mehr Tote gefunden werden. Spuren gibt es scheinbar viele, aber keine führen zu einem Erfolg. Die Vermutung liegt nahe, dass Thomas Rohde weiß wer der Schlitzer, so wird er von der Presse genannt, ist. In ihrer Not wenden sich die Ermittler an Sam. Sie soll mit ihrem Vater, den sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat, sprechen. Sie soll ihm den Namen des Schlitzers entlocken. Sam hat Angst, ihr ist klar, dass sie die Ereignisse von damals noch immer nicht verarbeitet hat. Aber sie will helfen. Kann sie es schaffen? Wird ihr Vater ihr den Namen des Täters verraten?

    Schon der Einstieg verheißt eine spannende Story. Allein der Prolog, der so normal beginnt, endet in Schockstarre. Aber man ist gleich mitten im Geschehen. Das ist so spannend, dass es einen nicht los lässt. Dazu kommt noch, man hat schon so ein paar Gedanken, was alles so passieren könnte. Einiges geschieht wie geahnt, anderes dagegen ist nicht vorhersehbar. Ganz besonders spannend ich die Auseinandersetzungen zwischen Thomas Rohde und der Polizei. Dieses Verhandeln um weitere Vergünstigungen und dagegen die Ohnmächtigkeit der Polizei, die ja zu diesem Zeitpunkt schon extrem unter Erfolgsdruck standen. Viel Bewunderung aber auch für Sam, die sich den Gesprächen mit ihren Vater stellte, in der Hoffnung damit ein klein wenig die Polizei zu unterstützen.

    Alles in allem ein spannender Thriller der unbedingt gelesen werden sollte. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

    Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder

    Antonia Blum
    Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.12.2020

    Da will ich noch mehr von lesen

    Der Start von Marlene und Emma als Eleven in der Kinderklinik ist alles andere als leicht. Schon am ersten Tag fällt Marlene auf. Da der Oberin die Herkunft der Beiden aus dem Waisenhaus in Wedding bekannt ist, beschließt sie ein besonderes Auge auf die Mädchen zu haben. Das macht es für beide besonders schwer. Geradezu ungerecht empfand ich die Probezeit für beide in der Ausbildung, die bei den höheren Töchtern nicht angewandt wurde. Aber beiden ist klar, dass diese Ausbildung eine Riesenchance ist. Und dieser Gedanke ist es, der sie durchhalten lässt. Die Ungerechtigkeiten der höheren Töchter müssen sie aushalten. Es wird für Marlene noch schlimmer als bemerkt wird, dass Assistenzarzt Dr. Maximilian von Weilert sich für sie interessiert. Er bemerkt sehr schnell, wie wissbegierig und talentiert Marlene ist. Er ist derjenige, der versucht sie unauffällig zu fördern. Das macht Marlene noch angreifbarer, vor allem als bemerkt wird, dass beide Schwestern aus dem Waisenhaus kamen.

    Aber auch Emma schafft es sich in der Ausbildung durchzusetzen. Gerade bei ihr merkt man deutlich wie gut sie mit Kindern umgehen kann und wie sehr dieser liebevolle Umgang den kleinen Patienten hilft. Dass Emma sich verliebt ist Marlene gar nicht recht. Zu sehr macht sie sich Sorgen um ihre kleine Schwester und will sie nur beschützen. Aber genau das führt dazu, dass sich beide Schwestern entzweien. Sie reden nicht mehr miteinander und können sich auch nicht mehr beistehen.
    Ob es beide schaffen werden, trotz dieser Widerstände und Widrigkeiten ihren Weg zu meistern? Lest es selbst! Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ganz besonders interessant fand ich, dass dieser Roman in Anlehnung der echten Kinderklinik in Weißensee geschrieben wurde. Die Autorin hat die Geschichte dieser damals einmaligen Kinderklinik sehr anschaulich beschrieben. Viele von den Fakten waren mir nicht bekannt, der Ort aber schon. Denn die Kinderklinik, zumindest die traurigen Reste von ihr steht heute noch in Weißensee und ich bin damals oft daran vorbei gelaufen.

    Von mir ein großes Dankeschön an Antonia Blum, die uns die Historie der Kinderklinik Weißensee auf so eine wunderbare Art und Weise nahebracht hat.
    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph

    Corina Bomann
    Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.12.2020

    Gelungener Abschluss

    Es beginnt genau da, wo der letzte Band endete. Henny ist mit letzter Kraft bei Sophia angekommen und benötigt dringend Hilfe und Unterstützung. Die bekommt sie natürlich von Sophia. Sie ist es auch, die sich um die weitere medizinische Versorgung, dem klinischen Drogenentzug und auch der psychologischen Weiterbetreuung kümmert. Dank Sophia gelingt es Henny wieder in das normale Leben zurückzufinden.

    Aber auch Sophia gelingt der Neubeginn. Sie kehrt zu Madame Helena Rubinstein zurück. Diese bietet ihr die Finanzierung eines Studiums in Wirtschaftswissenschaften und eine weitere Tätigkeit in ihrem Unternehmen an. Sophia lässt sich darauf ein, entscheidet sich aber auch noch für ein zusätzliches Chemiestudium um ihrem eigentlichen Jugendtraum näher zu kommen.
    Natürlich läuft es nicht alles so geradeaus und perfekt, wie man es als Leser hoffen würde. Das Darren und Sophia heiraten werden, konnte man ja bereits ahnen. Aber es kommen auch ungeahnte Konflikte auf sie zu. Die Arbeit und das Studium nebenbei belastet die Ehe und die Beziehung der beiden. Auch die sich nicht einstellende Schwangerschaft erschwert das Leben der Beiden.

    An diesen Punkten im Buch wird es dann für meinen Geschmack etwas zu langatmig. Auch bei die Konflikte sind für mich zu oberflächlich. Hier hätte es durchaus etwas intensiver sein können. Ob es nun das Verhältnis zu Helena Rubinstein ist, die Sophia nach all den vielen Jahren und der Loyalität immer noch mit sehr wenig Respekt behandelt. Oder aber auch bei der Diskussion um das Thema Adoption passiert sehr wenig. Selbst die Argumente Sophias warum sie keine Adoption möchte, kommen erst sehr spät, sind aber durchaus verständlich.

    Trotz allem hat mir diese Trilogie sehr gut gefallen. Ich empfehle sie sehr gerne weiter und vergebe für diesen Band verdiente vier Lesesterne.
    Der Seenebelmord

    Ulrike Busch
    Der Seenebelmord (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.12.2020

    Unvorhersehbar

    Finja Herder lebt bei ihrer Familie auf Amrum. Das Verhältnis zur Familie ist kompliziert, auch im Ort ist Finja als schwierig und hochsensibel bekannt. Das macht sie zur Einzelgängerin mit nur wenigen Freunden. Als sie an einem Spätsommertag mit anderen Frauen im Meer baden geht zieht unerwartet Seenebel auf. Die Frauen können sich nicht mehr sehen, nur noch hören. Plötzlich bemerken sie das Verschwinden von Finja. Die Suche nach ihr bleibt erfolglos.

    Auch Kuno Knudsen und Arne Zander werden schnell mit in die Suche einbezogen, ohne Erfolg. Doch gibt es erste Anzeichen, dass ein Verbrechen geschehen sein könnte. Blutflecken und ein Messer werden gefunden, nur von Finja fehlt jede Spur.
    Dieser Fall hat es für die beiden Ermittler in sich. Je mehr sich die beiden mit dem Leben von Finja befassen umso deutlicher wird, dass es da schon einige Verdächtige geben könnte.

    Ich kenne die beiden Ermittler bereits aus den vorangegangenen Fällen und freue mich immer wieder Neues von Ihnen zu hören. Dieses Mal scheinen sie mit ihren Ermittlungen nur bedingt voran zu kommen, aber das macht den Krimi nicht weniger spannend. Ulrike Busch hat mich mit ihrem neuesten Krimi erneut in den Bann gezogen. Dieses Mal war es auch alles so anders, denn es war ja nichts klar. Es ging immer nur um Spuren und Vermutungen, was eventuell geschehen sein könnte. Doch dann kam die große Wende, nichts war wie vermutet. Hier hat sie mich ganz schön aufs Glatteis geführt.

    Erneut hat sie mich hervorragend unterhalten und begeistert. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Der Todesspieler

    Jeffery Deaver
    Der Todesspieler (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.12.2020

    Absolut lohnenswert

    Colter Shaw ist Ermittler. Nein er ist nicht bei der Polizei und er ist kein Kopfgeldjäger. Aber er sucht gegen Belohnung nach vermissten Personen. Wobei er auch hier genau abwägt, ob er den Fall übernimmt oder nicht. Das ist nicht nur von der Höhe der Belohnung abhängig, er allein entscheidet ob er die vermisste Person sucht oder nicht. Colter Shaw ist ein hervorragender Spurenleser, vielleicht der Beste überhaupt. Und er kann sich hervorragend in Menschen hinein versetzen. Diese Fähigkeit macht in den meisten Fällen seine Suche so erfolgreich.

    Als eine junge Studentin im Silicon Valley verschwindet, bietet er dem verzweifelten Vater seine Hilfe an. Auch wenn es der örtlichen Polizei unwahrscheinlich erscheint, gelingt Colter Shaw in relativ kurzer Zeit der Durchbruch und er kann die junge Frau finden und befreien. Doch es dauert nicht lange und es gibt ein weiteres Entführungsopfer. Colter Shaw begibt sich erneut auf die Suche.

    Ich kenne einige der Bücher von Jeffery Deaver und muss sagen, dieses war anders. Schon der Protagonist, der nicht wie gewohnt ein professioneller Ermittler bzw. Profiler der Polizei ist, sondern nur eine Art Privatdetektiv. Das war so völlig anders. Aber die Person des Colter Shaw gefällt mir richtig gut. Seine Art, wie er an die Fälle geht, die Art und Weise wie er alles angeht und analysiert, das ist bewundernswert beim Lesen. Es macht auch Spaß und ist vor allem interessant zu erfahren, wie es dazu kam, dass Colter Shaw so geworden ist. Man erfährt viel aus seiner Kindheit und Jugend. Und das Beste ist, das passt alles perfekt in diesen Thriller, auch wenn sich bestimmte Dinge erst im Nachhinein ergeben.

    Mir hat dieser neue Ermittler von Jeffery Deaver richtig gut gefallen. Der Thriller war, wie schon beschrieben, völlig anders dafür aber genauso spannend. Er hat sich richtig gut gelesen. Toll fand ich auch die kleinen Skizzen, die im Buch abgedruckt sind und die einem beim Lesen die Tatorte sehr viel anschaulicher machen.

    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Gut Greifenau - Silberstreif

    Hanna Caspian
    Gut Greifenau - Silberstreif (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.11.2020

    Es wird immer interessanter

    Der mittlerweile 5. Band der Geschichte über Gut Greifenau behandelt den Zeitraum vom September 1923 bis zum Dezember 1928. In diesem Zeitraum passiert so einiges auf Gut Greifenau. Deutschland befindet sich mitten in der Wirtschaftskrise. Auch auf Gut Greifenau steht es nicht zum besten. Konstantin hat finanzielle Probleme und Mühe das Gut zu halten. Zudem ist es für ihn besonders schwierig, da am Erhalt des Gutes sehr viele Arbeitsplätze hängen. Doch er hat Glück, denn sein Schwager Julius Urban verfügt über genug finanzielle Mittel um der Grafenfamilie zu unterstützen. Das größte Unglück scheint abgewendet.

    Katharina kann nun endlich ihr Medizinstudium beginnen. Auch bei den anderen Familienmitgliedern geschieht Neues. Es werden Kinder geboren, Verlobungen geschlossen, alles ist in Bewegung. Faszinierend ist der Zusammenhalt der Familie. Schon während der Wirtschaftskrise sind etliche Familienmitglieder auf dem Gut untergekommen. Auch sie haben alles verloren und doch gelingt es allen eine neue Aufgabe zu finden und sich damit in das bestehende Familienleben zu integrieren und vor allem einzubringen.

    Ganz besonders gut hat mir der geschichtliche Bezug gefallen. Hannah Caspian gibt beim Lesen unaufdringlich Nachhilfe in Bezug auf die geschichtlichen und historischen Ereignisse zu dieser Zeit. Anhand dieser kann man die Geschehnisse auf dem Gut und innerhalb der Familie sehr viel besser nachvollziehen.

    Beachtlich finde ich, dass es der Autorin gelingt alle Personen und deren Geschichten konsequent weiterzuverfolgen. So hat mir wieder gut gefallen, dass hier auch den Angestellten von Gut Greifenau, deren Ängste und Sorgen, ihrem Glück und ihren Hoffnungen ein Platz eingeräumt wurde. Das alles fügt sich harmonisch ins Gesamtbild und bildet einen informativen und authentischen Rahmen für das Ganze.

    Von mir gibt es erneut eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Marigolds Töchter

    Julia Woolf
    Marigolds Töchter (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.11.2020

    Sehr berührend

    Marigold ist eine Seele. In ihrem kleinen Dorfladen trifft sich die gesamte Dorfbevölkerung, sie hält das Leben dort am Laufen. Auch für die Familie ist sie ein wahrer Sonnenschein. Sie kümmert sich um alle und alle sind glücklich und zufrieden. Selbst der Einzug vom Großmutter Nan klappt ohne Probleme, obwohl diese wirklich nicht pflegeleicht und für ihre spitzen, bösartigen Bemerkungen bekannt ist. Plötzlich sind auch beide erwachsene Töchter wieder da und schlüpfen wieder im Elternhaus unter, es wird eng. Aber Marigold liebt dieses Leben und ist in ihrem Element.

    Doch plötzlich ändert sich alles. Marigold bemerkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt, dass sie zunehmend vergesslicher wird. Anfänglich kann sie das noch gut kompensieren, so dass die Familie erst einmal gar nichts merkt. Und doch mehren sich die Anzeichen, dass ihr Zustand sich verschlechtert, selbst ihre Familie beginnt sich Sorgen zu machen.

    Richtig gut gefallen hat mir, wie Marigold selbst die beginnende Demenz erlebt. Die Beschreibung ihrer Hilflosigkeit und ihr Erfindungsreichtum die Vergesslichkeit zu überspielen ist sehr anschaulich zu lesen. Es ist aber auch schön zu lesen, wie sehr die fortschreitende Erkrankung die Familie und im Endeffekt sogar das ganze Dorf zusammenrücken lassen. Gemeinsam wollen sie Marigold die hellen, klaren Stunden so schön wie möglich gestalten. Auch ihre Ideen um Erinnerungen an Vergangenes nicht vergessen zu lassen haben mir gut gefallen.

    Dieses warmherzige Buch ließ sich sehr gut lesen. Es hat bei mir viel Verständnis für Menschen in ähnlicher Situation geweckt. Von mir gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Der Heimweg

    Sebastian Fitzek
    Der Heimweg (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.11.2020

    Raffiniert geschrieben

    Der Anruf beim Heimwegtelefon in der Nacht soll den Frauen die Angst und Sorgen vor dem alleinigen Weg in der Dunkelheit nehmen. Jules Tannberg hat an diesem Abend Klara am Telefon. Diese will aber eigentlich gar nicht mit ihm sprechen, sie ist in einer viel größeren Zwickmühle. Sie fühlt sich verfolgt, sie hat Angst und große Sorgen um sich und ihre Tochter, aber auch dass ihrem Telefonpartner Jules durch das Gespräch mit ihr etwas geschehen könnte. Klara ist hin- und hergerissen, will das Telefongespräch mit Jules immer wieder abbrechen. Mit viel Einfühlungsvermögen gelingt es Jules das Gespräch mit Klara weiterzuführen. Durch das Gespräch zwischen Klara und Jules erfährt man viel Persönliches und Tragisches aus ihrer beider Leben. Dabei kann ich als Leser behaupten, dass das Gespräch zwischen beiden nicht nur so hin und her plätschert. Sondern unterschwellig ist da eine Bedrohung zu spüren. Man ahnt beim Lesen, es kann jetzt nur noch Schlimmer werden. Und dann geschieht es. Jules, am Telefon eigentlich nur Zuhörer und Wegbegleiter ist, hat plötzlich Sorgen um seine eigene Sicherheit. Alles ist merkwürdig und vor allem mysteriös.

    Wer Sebastian Fitzek kennt, dem ist bereits am Anfang klar, dass es niemals so ist, wie es scheint. Interessant fand ich, dass sich in der fortschreitenden Handlung die Protagonisten verändern. Aus dem anfänglich starken Jules wird ein verunsicherter Gesprächspartner mit eigenen Ängsten. Klara dagegen durchläuft die gegenteilige Entwicklung. Sie wird im Lauf der Handlung immer stärker. Beide werden immer mehr in die Geschehnisse involviert und man fragt sich beim Lesen, wo führt das noch hin?

    Dabei hat man als Leser nie ein klares Bild der Geschehnisse. Der Autor spielt mit uns und mit unseren Gedanken. Immer mehr stellt sich die Frage, wer ist Täter und wer ist Opfer? Wir werden aufs Glatteis geführt, um dann am Ende verblüfft dazustehen und zu versuchen das Ende zu verstehen.

    Ich fand das Buch spannend, weise aber vorsorglich daraufhin, dass es wieder sehr blutig wird. Von mir gibt es in jedem Fall eine Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Die Hornisse

    Marc Raabe
    Die Hornisse (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.11.2020

    Irgendwie dreht sich alles um Tom Babylon

    Als der Ermittler Tom Babylon vom LKA zusammen mit der Psychologin Sita Johanns ins Gästehaus der Polizei gerufen wird, ahnt er noch nicht, was ihn erwartet. Der Tod des gefeierten Rockstars Brad Galloway sowie die Art und Weise, wie er ermordet wurde, erschüttert alle. Aber noch mehr betroffen ist Tom Babylon, der am Tatort ein kleines Detail findet, dass ihn an seine Frau erinnert. Was hat sie mit Brad Galloway zu tun? Kannten sie sich überhaupt?

    Ein Gespräch mit seiner Frau Anne führt zu nichts. Und doch steht kurze Zeit die Polizei vor der Tür und verhaftet seine Frau. Tom Babylon ist hilflos. Er kann sich überhaupt nicht erklären, wie das alles zusammenhängt. Je mehr er sich in den Fall vertieft und auch die weiteren Ereignisse lassen Tom klar werden, dass da noch viel mehr dahintersteckt.

    Spannend fand ich die Rückblicke in die Vergangenheit, der mich durch das komplette Buch begleiteten. Ich wusste bereits viel aus dem Vorleben von Tom Babylon und den tragischen Ereignissen um dem Verschwinden seiner Schwester Viola. Beim Lesen der Rückblicke erfährt man weitere interessante und spannende Details und überlegt beim Lesen inwieweit diese Informationen nun mit dem Kriminalfall zu tun haben, oder nicht.

    Dem Autor ist es erneut gelungen mich von der ersten Zeile weg zu fesseln. Ich wollte einfach nur wissen, was weiter passiert. Seite um Seite vertiefte ich mich weiter in den Fall. Dabei gelingt es dem Autor mit psychologischer Raffinesse die Spannung von Kapitel zu Kapitel zu steigern. Am Ende war ich dann doch überrascht und gespannt, auf das was da noch an weiteren Büchern mit Tom Babylon auf uns zu kommt.

    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Die Schweigende

    Ellen Sandberg
    Die Schweigende (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.11.2020

    Erschütternd

    Der überraschende Tod von Jens Remy wirft Karin völlig aus der Bahn. Sie ist kaum in der Lage für sich selbst zu sorgen, geschweige denn für das riesige Haus und den Garten. Ihre drei Töchter Imke, Geli und Anne sind besorgt, haben aber auch selbst genug mit ihren eigenen Familien zu tun. Lediglich Imke erinnert sich an das Versprechen, dass sie ihrem Vater gab. Sie soll Pelle suchen. Das waren seine letzten Worte, bevor er starb.

    Imke fragt ihre Mutter Karin, die sofort abblockt und sagt sie kennt keinen Pelle. Erst die Rücksprache mit Tante Gitta offenbart, dass Pelle Karins Bruder ist, der Ende der fünfziger Jahre spurlos verschwand.

    Imke beginnt zu hinterfragen und Pelle zu suchen. Aber auch in Karin passiert etwas. Die Erinnerungen kommen wieder. Die Erinnerungen an eine Zeit, als sie jung war und in der ihr und ihrem Bruder Schlimmes angetan wurde. Abwechselnd erfahren wir, was damals mit Karin und ihrem Bruder geschah. Parallel dazu führt die Suche nach Pelle auch in der Familie zu viel Unruhe. Die drei Schwestern, die einmal harmonisch in der Familie gelebt haben, geraten miteinander in ungeahnte Konflikte. Die Familie droht durch den Streit auseinanderzubrechen.

    Ellen Sandberg hat sich in diesem Buch mit einem Thema beschäftigt, über das heute nur bzw. fast gar nicht gesprochen wird. Die körperliche und seelische Misshandlung von Schutzbefohlenen unter dem Deckmantel der Nächstenliebe und keiner hat eingegriffen. Den wenigen Kindern, die diesem System entfliehen konnten, wurde einfach nicht geglaubt - weil es so unvorstellbar war.

    Es zeigt aber auch, wie schwer es für die Überlebenden dieser Grausamkeiten war sich in der Realität zurechtzufinden und ein normales Leben zu führen. Und es erklärt auch, warum Menschen sich anderen gegenüber nicht immer so verhalten, wie sie es gern würden. Insgesamt war es ein Buch, was mich von der Thematik her sehr berührt hat und zum Teil auch aufgeregt hat.

    Von mir gibt eine ausdrückliche Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Todeswall

    Katharina Peters
    Todeswall (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.11.2020

    Die Bücher von Katharina Peters werden immer besser

    Als Emma Klar von Fall der tödlich verunglückten Anna Bohn liest, klingeln bei ihr die Alarmglocken. Sie kann sich noch recht gut an die ermordete Mutter von Anna Bohn erinnern. Damals war sie noch in ihrer Anfängerzeit, der Fall konnte nicht aufgeklärt werden. Im Fall von Anna Bohn sieht alles nach einem Unfall durch Drogenmissbrauch aus. Auch die Polizei hat in diesem Fall so ihre Zweifel und bitte Emma in ihrer Aufgabe als Privatermittlerin um Unterstützung. Doch eine Spurensuche ist gar nicht so einfach. Dass der ehemalige Freund von Anna mit Drogen dealte, ist bekannt. Aber beide hatten sich bereits Monate zuvor getrennt. Im Gegenteil, Anna war ein sogenanntes Vorzeigekind. Das angestrebte Abitur sollte auf jeden Fall ein 1er Abi werden. Danach das Studium, alles war schon vorgeplant. Das Gespräch mit Annas Vater zu diesem Fall gestaltet sich schwierig. Er blockt alles ab, baut einen Schutzwall um sich und seine Familie und schickt seinen Anwalt vor.

    Trotz allem Beharrlichkeit zahlt sich aus. Emma geht weit in die Vergangenheit zurück und betrachtet dabei auch noch die Ermordung von Annas Mutter. Und es zeigen sich die ersten Ergebnisse.

    In welches Wespennest sie dann gestochen hat und was sich aus diesem vermeintlichen Unfall mit Todesfolge entwickelt, damit hätte ich nie gerechnet. Im Grunde hatte sie mit ihren Ermittlungen eine Welle losgetreten und ahnte nicht, was alles auf sie zukam.

    Erst einmal muss ich sagen, je mehr Bücher ich von Katharina Peters lese, umso spannender und besser werden diese. Die Autorin hat es auch dieses Mal wieder verstanden eine Geschichte zu verfassen, die einem von der ersten Zeile weg fesselt. Man will einfach wissen, was weiter passiert. Man versucht mit zu ermitteln, doch immer wenn man denkt, ist doch klar, so muss es sein, taucht eine Wendung auf, die den Fall in eine andere Richtung lenkt.

    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Amissa. Die Verlorenen

    Frank Kodiak
    Amissa. Die Verlorenen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.10.2020

    Die Verlorenen

    In einer regnerischen Herbstnacht werden Rica und Jan Kantzius auf der Autobahn, nahe einer Raststätte, fast in einen Unfall verwickelt. So sehen sie das Mädchen, das panisch auf die Autobahn rennt und von einem Auto überfahren wird. Es gelingt Jan noch ein paar Worte mit dem Mädchen zu sprechen, bevor sie stirbt. Wo kam das Mädchen so plötzlich her? War sie auf der Flucht? Vor wem?

    Das Ehepaar, arbeitet als Privatermittler für eine Organisation, die vermisste Menschen wieder aufspüren möchte. Im Fall des verunfallten Mädchens ist sofort ihre Neugier geweckt. An der Raststätte von der das Mädchen gekommen ist, wird kurze Zeit später ein Toter gefunden, der das Mädchen wahrscheinlich entführt hatte.

    Auf der Suche nach Spuren kommen sie weiteren verschwundenen Mädchen auf die Spur. Alle sind nach einem Streit von zu Hause verschwunden. Bei allen nimmt die Polizei an, dass sie über kurz oder lang wieder zu Hause auftauchen. Und doch gelingt es beiden Ermittlern Spuren zu finden und so den Tätern immer näher zu kommen.

    Die beiden Protagonisten, selbst durch viele eigenen negative Erlebnisse gezeichnet, sind ungemein sympathisch. Für sie zählt das Schicksal der Vermissten. Sie geben in ihrer Suche nicht auf, selbst wenn sie sich dabei selbst in Gefahr begeben. Interessant finde ich auch, dass Jan Kantzius als ehemaliger Polizist sich fast in die Rolle des Rächers begibt. Hier kann er sehr viel mehr agieren und handeln, als es ihm jemals im Staatsdienst gestattet worden wäre. Auch seine Frau Rica hat eine schmerzhafte Vergangenheit hinter sich. Das ist es auch, was sie im Kampf für die Kinder stark macht, obwohl sie immer wieder mit ihren Erinnerungen kämpfen muss.

    Das war ein überaus spannendes, gewaltiges Buch, was noch lange in mir nachwirken wird. Ich finde es wichtig, dass über solche Themen immer wieder geschrieben wird. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Unter Wölfen - Der verborgene Feind

    Alex Beer
    Unter Wölfen - Der verborgene Feind (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.10.2020

    Was für ein grandioser Krimi

    Eigentlich sollte es mit dem Einsatz in Nürnberg für Isaak Rubinstein alias Adolf Wissmann enden. Als Adolf Wissmann hatte er den Mordfall an einer großen Schauspielerin des deutschen Reiches erfolgreich aufklären können. Jetzt hofft er durch die Liason mit Ursula von Rahn, deren Vater ein führendes Mitglied und einflussreicher Industrieller in Nürnberg ist, an weitere wichtige Informationen für den Widerstand zu kommen. Die erlangt er ohne größere Probleme. Dann gibt es jedoch einen Mordfall in der Nürnberger Highsociety. Die Eltern der Ermordeten wollen den besten Ermittler des deutschen Reichs Adolf Wissmann. Ein Anruf beim guten Bekannten Heinrich Himmler ist erfolgreich und so muss Isaak Rubinstein erneut als Kriminalkommissar ermitteln.

    Ein vermeintlich Schuldiger wird schnell gefunden, aber Rubinstein hat Bedenken. Zu Recht, wie sich herausstellt, als kurze Zeit später das nächste Opfer gefunden wird.

    An und für sich könnte es für den Ermittler gar nicht so schlecht laufen. Jedoch gibt es überall Neider und Konkurrenten. Dem bisher erfolgreichen Ermittler der Kripo wird Wissmann vor die Nase gesetzt. Ein Journalist fühlt sich gedemütigt. Und das macht die Ermittlungen sehr viel komplizierter. Isaak muss als Wissmann permanent auf der Hut sein und auch bei seinen Äußerungen genau achtgeben. Gerade diese Gradwanderung macht auch einen großen Teil der Spannung aus.

    Überrascht hat mich die Auflösung des ganzen Falles, welcher in ein mitreißendes Finale eingebettet, mich als Leserin wirklich atemlos zurückgelassen hat. Im Verlauf des Buches wurde es relativ schnell klar, dass es noch fesselnder und mitreißender wird. Von Kapitel zu Kapitel stieg die Spannung und ich dachte, mehr geht nicht – um dann doch eines besseren belehrt zu werden. Kurzum ich war begeistert. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Der Todesbruder

    Thomas Elbel
    Der Todesbruder (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.10.2020

    Gelungene Fortsetzung

    Der grausame Mord an einem Monsignore in Berlin erschüttert die Stadt. Die am Tatort aufgefundene römische Ziffernfolge findet sich auch bei weiteren Opfern. So kann relativ schnell der Zusammenhang zwischen den Todesfällen hergestellt werden. Aber was haben die grausamen Morde mit der katholischen Kirche und den weiteren Opfern zu tun? Auffällig ist, dass die Opfer alle grausamst gefoltert wurde. Jedes Todesopfer ist auf eine andere Art und Weise getötet worden und bei jedem Opfer gibt es einen literarischen Bezug.

    Die Besonderheit der Fälle ruft das Berliner LKA mit Victor Puppe und Ken Tokugawa auf den Plan. Begüm Duran, die dritte im Bunde, ist mittlerweile zur Teamleiterin aufgestiegen. Die verschiedenen Charaktere der Ermittler passen genau in diesen Fall. Victor, der auf fast alles eine Antwort weiß, der relativ schnell den Bezug zu den römischen Ziffern herstellen kann, agiert mit Ken, der durch seine rotzfreche Art den überheblichen Würdenträgern oftmals den Wind aus den Segeln nimmt. Dazwischen Begüm, die ja nun plötzlich Chefin ist und das auch sein will. Rasant entwickelt sich die Handlung, die Morde sind sehr grausam. Die Ermittler laufen zu Hochtouren auf und werden doch immer mal wieder an der Nase herumgeführt. Und da ist Stella, die ja schon in den ersten Fällen in ihrer Rolle als Gerichtsmedizinerin aufgefallen ist. Sie läuft hier zu Hochtouren auf.

    Aber es gibt auch Situationen in diesem Buch, die durchaus Humor haben. Das ist vor allem Ken und seiner Kodderschnauze zu verdanken. Spätestens an dieser Stelle merkt man genau, dass das Buch in Berlin spielt.

    Für mich war dieser dritte Teil der spannendste Teil von allen. Thomas Elbel hat die Ereignisse in einem Tempo geschrieben, das einem beim Lesen sprachlos machte. Auch die Dialoge zwischen den Protagonisten haben mir immer mal wieder ein Lächeln eingebracht. Trotz allem ist das Buch nichts für Zartbesaitete.

    Von mir gibt es wieder eine unbedingte Leseempfehlung mit obiger Einschränkung und natürlich verdiente fünf Lesesterne.
    Die App - Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst.

    Arno Strobel
    Die App - Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst. (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.10.2020

    Macht mich nachdenklich

    Das Haus von Hendrik und Lisa ist ein Traum. Alles geht automatisch im Haus. Der Zutritt ins Haus, die Jalousien, das Licht, die Videoüberwachung alles wird von dem neuen System "Adam" mittels einer App gesteuert. Sicherheit wird also ganz groß geschrieben. Und doch ist Lisa eines morgens als Hendrik aus der Klinik vom Noteinsatz kommt, verschwunden. Es gibt keine Spuren von ihr. Hendrik ist sich, im Gegensatz zur Polizei, sicher das sie ihn auf keinen Fall verlassen hat. Die Hochzeit zwischen beiden soll in Kürze stattfinden und es gab auch keinen Streit. Und doch wird ihm nicht geglaubt, im Gegenteil, man nimmt seine Befürchtungen nicht einmal Ernst.

    Auf der Suche nach Spuren und nach Hilfe findet er auch einige Verbündete. Diese machen ihm relativ schnell klar, dass das Sicherheitssystem "Adam" gefährlich ist. Zu groß ist die Gefahr, mit Hilfe des Systems von außen überwacht zu werden, ohne dass man es selbst merkt. Die nachfolgenden Ereignisse geben ihm und den Verbündeten Recht.

    Was es mit der geheimnisvollen App, dem System "Adam" und vor allem den Geschehnissen auf sich hat, sollte schon jeder selbst lesen.

    Das Buch ist ungemein spannend geschrieben. Trotz der kleinen Erkenntnisse bei der Suche rätselt man beim Lesen permanent, wer oder was dahintersteckt. Die Lösung ist verblüffend und vor allem überraschend. Aber das Buch macht einem beim Lesen auch wieder einmal deutlich, wie sehr die Technik bereits Einfluss auf unser Leben genommen hat. Noch schlimmer ist es, wenn das vermeintlich sichere System manipuliert werden kann. Die möglichen Folgen kann man hier lesen. Es macht mir aber auch klar, darüber nachzudenken, ob ich überhaupt möchte, dass die Technik mein Lesen so beherrscht, ob ich bereit bin alles aus meinen Leben mittels der Technik Preis zu geben.

    Das war ein Buch über das ich noch länger nachdenken werde. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Rache, auf ewig

    Lars Schütz
    Rache, auf ewig (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.10.2020

    Spannender 3. Teil

    Die Suspendierung der beiden Profiler Jan Grallert und Rabea Wyler vom Dienst beim Landeskriminalamt nahmen beide zum Anlass sich als Ermittler in einer Agentur für Fallanalysen selbstständig zu machen. Sie haben nicht damit gerechnet, dass es so schwierig ist Kunden zu gewinnen. Ein DHL-Shop soll zumindest vorübergehend regelmäßig Geld bringen.

    Hoffnung besteht jedoch in dem Moment, als auf Sylt einer der reichsten Männer Deutschlands und wirklich extremen Umständen tot aufgefunden wird. Der Fall ist so brisant, dass der Generalbundesanwalt die beiden Profiler um Hilfe bei den Ermittlungen bittet. Grallert und Wyler sind beim Anblick des Toten erst einmal über die Brutalität die der Mörder angewandt hat fassungslos. Zudem ist es auch noch schwierig greifbare Spuren zu finden. Noch rätselhafter wird der Fall allerdings am nächsten Tag, als Anita Ichigawa, die in diesem Fall ermittelnde Beamtin, spurlos verschwindet. Man findet am Strand lediglich eine Uhr des Toten mit Fingerabdrücken Ichigawas. Was hat das alles zu bedeuten? Doch es kommt noch schlimmer, es tauchen weitere Tote auf, alles Großindustrielle, die in der Welt der Wirtschaft etwas zu sagen hatten.

    Die beiden Profiler stecken mitten in diesem Fall und werden dann doch relativ schnell wieder aufs Abstellgleis geschoben. Aber Anita Ichigawa ist beiden so wichtig, dass sie weiter ermitteln. Ein Vorteil dabei ist, dass beide nicht mehr dem Polizeiapparat angehören und dadurch einiges mehr an Freiheiten haben, als es die Polizei hat.

    Dieser dritte Teil um die beiden Profiler knüpft unmittelbar an die beiden vorangegangenen Bände an, wobei auch dieser Teil durchaus ohne die Kenntnis der Vorgänger gelesen werden kann. Aber ich muss auch sagen, dass dieser Thriller auf jeden Fall nichts für Zartbesaitete ist. Es herrscht sehr viel Brutalität und Grausamkeit und man muss sich beim Lesen unbedingt zwingen das Kopfkino auszuschalten. Ich empfand das Buch als absolut spannend und hatte Mühe den Lesefluss zu unterbrechen. Von mir gibt es natürlich die Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.
    Ihr Königreich

    Jo Nesbø
    Ihr Königreich (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    14.09.2020

    Unerwartet aber spannend

    Das unerwartete Auftauchen von Carl bringt das Leben von Roy Opgard in Norwegen ganz schön durcheinander. Er kommt nicht allein. An seiner Seite ist Shannon seine exotische Ehefrau aus Barbados. Beide kommen nicht ohne Grund. Sie haben Großes in der kleinen Stadt in Norwegen vor. Ein riesiges Wellnesshotel auf dem Berg soll Reichtum und Wohlstand für alle im Ort sichern. Alle sind von diesem Gemeinschaftsprojekt, das ja alle irgendwie mitfinanzieren sollen, begeistert. Es könnte alles so schön sein.

    Aber es gibt eben auch eine dunkle Seite in diesem Buch. Erzählt wird die Geschichte von Roy. Von ihm erfahren wir in einzelnen Rückblenden zunehmend mehr aus der Kindheit und dem Leben der beiden Brüder. Es wird beim Lesen auch immer klarer, das es da viele dunkle Geheimnisse und Begebenheiten im Leben beider gibt, die die beiden Brüder so fest verbindet. Ob es nun der tragische Unfalltod beider Eltern ist, oder aber auch die vielen Arztbesuche seines, damals noch kleinen Bruders, die einen schlimmen Verdacht aufwerfen.

    Jo Nesbo erzählt hier sehr anschaulich, manchmal auch ein wenig langatmig, aus dem Leben dieser beiden Brüder. Diese werden sehr genau gekennzeichnet. Roy, der ältere und stärkere der beiden Brüder, der es zumindest zu einer eigenen Tankstelle gebracht hat. Carl, der jüngere und ängstliche Bruder, dem es gelingt durch ein Studium in Amerika ein erfolgreicher Unternehmer zu werden, dem es mit seinem Auftreten und Charisma gelingt, die Leute erfolgreich zu manipulieren und immer auf seine Seite zu ziehen.

    Da es sich aber bei diesem Buch um einen Krimi handelt, ist schon klar, dass da auf jeden Fall so einiges passieren wird. Mir hat dieser Krimi, auch die fast schon sanfte ruhige Art, wie er erzählt wurde, sehr gefallen. Das war mal etwas ganz anderes. An den entscheidenden Stellen entstand aus dem sanften Erzählen plötzlich eine explosive Spannung und man wollte einfach nur wissen, was passiert und wie es weitergeht.

    Von mir gibt es natürlich eine Leseempfehlung und auf Grund der manchmal unnötigen Längen nur vier Lesesterne.
    Busch, U: Strandhexenmord

    Ulrike Busch
    Busch, U: Strandhexenmord (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.09.2020

    Spannende Ermittlungen mit Molly Bleck

    Eigentlich fällt der Fall der verschwundenen Jule gar nicht so richtig in das Aufgabengebiet von Kriminalhauptkommissarin Molly Bleck und ihrem Partner Malte Graf. Sie gehören zur Soko Mysterious. Und doch wird der Fall für beide interessant, weil ein Tag nach dem Verschwinden im Strandkorb eine Strandhexe gefunden wurde. Keiner kann sich den Grund erklären und doch muss es etwas mit dem Verschwinden von Jule zu tun haben. Die Aufklärung ist für alle Beteiligten mühselig, da die Eltern geschieden sind und sich gegenseitig beschuldigen, dass Kind entführt zu haben. Eine richtig gute Spur ist nicht in Sicht. Und dann verschwindet ein weiteres Kind, nur unweit von der Stelle an der auch Jule verschwunden ist. Das gibt dem Fall eine enorme Dynamik, zumal es auch hier nicht lange dauert, bis die nächste Strandhexe auftaucht.

    Molly Bleck und ihren Partner Malte Graf kenne ich bereits aus dem Buch "Der Herzmuschelmörder". Bereits hier konnte ich sie und auch ihr persönliches Umfeld näher kennenlernen. Wie bei allen anderen Krimis von Ulrike Busch gefällt mir an diesem Buch besonders, dass die Ermittler alle ein Privatleben haben. Und gerade bei Molly Bleck gibt es eine besondere Verbindung zwischen Job und Privatleben. Sie ist Ermittlerin in der oben genannte Sonderkommission, aber das Rätsel um das spurlose Verschwindens ihres eigenen Ehemanns Ole hat sie selbst nie aufklären können. Dieser ist bereits seit zehn Jahren verschwunden. Und doch gibt es immer wieder Spuren, die vermuten lassen das Ole eventuell doch noch leben könnte.

    Ob es den beiden Ermittlern gelingt den Fall der Strandhexen zu lösen, das sollte schon jeder selbst lesen. Spannend ist auch zu erfahren, ob Molly es gelingen kann, das Rätsel um ihren Mann Ole zu lösen oder ob es nur wieder neue wenige Spuren gibt.

    Auch dieser neuen Krimi hat mich geradezu gepackt. Während des Lesens bzw. in den lesefreien Zeiten grübelt man über die Entwicklungen im Buch, um es dann nach einer kurzen Zeit sofort wieder weiterzulesen, weil es man über die weiteren Entwicklungen so gespannt ist. Gerade bei diesem Krimi baut sich eine nachhaltige Spannung auf, eine Lesepause ist kaum möglich. Die Thematik dieser Standhexenfälle sind schon hochaktuell und geben einem beim Lesen sehr zu denken.

    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und natürlich verdiente fünf Lesesterne.
    Bluthölle

    Chris Carter
    Bluthölle (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.09.2020

    Wieder super spannend

    Für Angela Wood ist die Weihnachtszeit in Los Angeles die Haupteinnahmequelle. Zu dieser Zeit haben die Menschen noch Bargeld und nicht nur Kreditkarten in der Tasche. Angela ist Taschendiebin und sogar so erfolgreich, dass sie davon leben kann. Und sie klaut im Schnitt nur 3 Brieftaschen. Die Papiere aus den Brieftaschen sendet sie sogar meist an die Bestohlenen zurück. Dass sie an diesem Tag die Aktentasche des Mannes stielt, ist nur der Situation geschuldet und sie hatte sich eindeutig eine bessere Beute versprochen. Beim Anblick des Fotos im Notizbuch, welches sie in der Tasche findet, weiß sie, dass sie ein riesiges Problem hat und sich in größter Gefahr befindet.

    Anonym sendet sie das Buch an eine Ermittlerin des LAPD. So gelangen auch Robert Hunter und sein Partner an die Informationen aus dem Buch. In diesem Buch wird über grausame Foltermorde berichtet und diese sind auch noch durch Fotos dokumentiert. Auf der Suche nach dem ersten Opfer meldet sich der Killer jedoch bei Hunter und will sein Notizbuch unbedingt zurück. Die Jagd beginnt.

    Und es wird eine mörderische Jagd mit einer Spannung, die von Seite zu Seite steigt. Es gibt Momente, da sieht man das Unglück kommen und es gibt solche, da wird man beim Lesen von der Wendung überrascht. Robert Hunter als Profiler beim LAPD gefällt mir auch in diesem Buch sehr gut. Er ist bereit für die Aufklärung seiner Fälle bis an seinen persönlichen Grenzen zu gehen. Dass das für ihn nicht ohne Spuren bleibt, ist ja wohl klar. Selbst am Ende des Buches, wo man vor Spannung beim Lesen Schnappatmung bekommt, weiß man nicht, ob es dem Ermittler gelingt, lebend aus der Sache herauszukommen.

    Das war ein Buch, was ich in zwei Tagen förmlich verschlungen habe. In jeder freien Minute wurde Seite um Seite gelesen. Die Grundspannung, die sich bereits zu Beginn des Buches aufbaute, steigerte sich mit jedem Kapitel. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es jedem Fan von Chris Carter nur empfehlen, den anderen die dieses Genre gerne lesen, natürlich auch. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne.
    Schicksalhafte Zeiten

    Linda Winterberg
    Schicksalhafte Zeiten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.09.2020

    Schicksalhafte Zeiten

    Es sind zehn Jahre vergangen. Die jungen Frauen sind mittlerweile gestandene Hebammen und haben ihren Platz gefunden. Jedoch die äußeren Umstände führten dazu, dass nicht alles so gekommen ist, wie erhofft. Es ist 1942 und Berlin leidet unter fast täglichen Bombenangriffen. Auch die altbekannten Gesichter der Klinik sind nun nicht mehr da. An ihrer Stelle sind es linientreue Menschen, die an den Endsieg Adolf Hitlers glauben.

    Die bekannten Heldinnen der Vorgängerbücher sind zum Glück alle noch am Leben. Edith ist mit ihrer Familie gerade noch rechtzeitig in die Schweiz gegangen. Als Jüdin hätte sie es wohl in Berlin nicht überlebt. Luise und Margot arbeiten beide unter erschwerten Bedingungen in der Frauenklinik und versuchen die werdenden Mütter so gut es geht zu unterstützen. Konfrontiert werden die beiden aber auch mit Zwangssterilisationen an jungen Frauen, bei denen man meint, dass sie auf keinen Fall gesund seien, um eigenen Nachwuchs zu zeugen. Aufbegehren gegen diese Regelungen hat einen hohen Preis. Frauen, die das tun, kommen sofort ins Gefängnis und werden zum Tod verurteilt. Lediglich eine Schwangerschaft könnte die Vollstreckung der Todesstrafe verhindern bzw. aufschieben.

    Nicole Winterberg zeigt mit ihrem Buch sehr deutlich, wie schlimm das Leben für die Frauen in dieser Zeit damals war. Selbst wenn sie es geschafft hatten und ein gesundes Baby zur Welt brachten, konnte es passieren, dass dieses ihnen unter den fadenscheinigsten Gründen wieder weggenommen wurde. Diese Kinder hatten dann ohne Mutter meist kaum eine Überlebenschance. Anschaulich berichtet sie aber auch von den Entbehrungen der Menschen. Das Überleben in Berlin während der Bombenangriffe, die fast tägliche Sorge um frisches Wasser und Nahrungsmittel zeigt, wie sehr die Menschen leiden. Aber die Autorin versteht es auch, die Hoffnung und auch die kleinen Freuden, die es manches Mal doch gab, zu zeigen. Viele warten auf das Ende des Krieges und die damit verbundene Hoffnung auf ein normales, menschenwürdiges Leben.

    Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen und ich kann es allen Interessierten nur empfehlen. Von mir gibt es auf jeden Fall verdiente fünf Lesesterne.
    Kinder ihrer Zeit

    Claire Winter
    Kinder ihrer Zeit (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.08.2020

    Interessanter Ausflug in die Geschichte

    Dass Rosa Lichtenberg die Flucht aus Ostpreußen vor den Russen gelingt ist pures Glück. Leider wird auf der Flucht Alice, eine der beiden Zwillingstöchter, sehr schwer krank. Auf der Suche nach Essen lässt Rosa Alice bei einer Bäuerin zurück und geht mit Emma zu einem verlassenem Gehöft. Bei ihrer Rückkehr steht das Dorf in Flammen, überrollt von den Russen. Für Rosa ist klar, Alice kann das nicht überlebt haben.

    Jahre später ist es ein großer Zufall, dass beide Mädchen zueinander finden. Jedoch können beide ihr Glück nicht so richtig genießen, denn es gibt ein großes Problem. Alice lebt in der DDR in Ostberlin, Emma lebt in Westberlin. In den zwölf Jahren, in denen sie sich nicht gesehen haben, wurden beide von den unterschiedlichen Gesellschaftssystemen geprägt und erzogen.
    Durch Alice lernt Emma den Physiker Julius Laakmann kennen. Auch er ist aus der DDR und will sein Land nicht verlassen. Doch als er Zeuge der Entführung seines Freundes in Westberlin wird, kommen ihm Zweifel. Plötzlich geraten beide jungen Frauen zwischen die Fronten und die Lage spitzt sich für alle Beteiligten gefährlich zu.

    In diesem Buch spielt der Zeitfaktor eine große Rolle. Ende der fünfziger Jahre verlassen viele Bürger die DDR um ein neues Leben im Westen zu beginnen. Die DDR hat die Staatssicherheit aktiviert und lässt bei geringstem Verdacht die Bürger überwachen. Aber auch der Bundesnachrichtendienst ist nicht untätig und versucht immer wieder Menschen zu finden, die für sie spionieren.

    Mir hat die Art und Weise der Erzählung gefallen. In kurzen und knappen Kapiteln erfährt man einzelne Sachverhalte über die jeweiligen Beteiligten. Der Wechsel zwischen den Personen verleiht dem Buch auch eine gewisse Dynamik. Richtig spannend wird es, als die Geheimdienste eingreifen und für sich versuchen zu retten, was zu retten ist.

    Sehr gut gefallen hat mir an diesem Buch aber auch die genaue Recherche der Autorin. Sie betrachtet Berlin objektiv von beiden Seiten, ohne einer Seite die Sympathie zu geben. Auch historisch erfährt man viel über die Zeit vor dem Mauerbau und wie die Ereignisse damals gedeutet wurden.

    Von mir gibt es eine ausdrückliche und unbedingte Leseempfehlung an alle und verdiente fünf Lesesterne.
    101 bis 125 von 357 Rezensionen
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