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    Hornita Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 19. August 2021
    "Hilfreich"-Bewertungen: 95

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    985 Rezensionen

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    Mord im Studierzimmer

    Faith Martin
    Mord im Studierzimmer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.08.2026

    Sehr guter Schreibstil, aber die Handlung ist ausbaufähig

    Für mich war es das erste Buch der Autorin, dies ist aber bereits der zweite Fall für Val und Arbie. Ich konnte mich gut zurecht finden, ohne den ersten Band zu kennen, da es nur einige kleine Anspielungen gab. Das Buch profitiert von dem sehr angenehmen Schreibstil, durch den man sich im Geschehen sofort wohlfühlt. Die Charaktere sind gut getroffen und da sie sehr unterschiedlich sind, kann man sie gut auseinander halten. Ein zusätzliches Personenregister hätte ich trotzdem hilfreich gefunden, gerade auch weil einige Personen ohne Namen vorkamen. Es gibt einige nette kleine Details, die die Erzählzeit heraufbeschwören, für meinen Geschmack hätte das gerne noch etwas mehr sein dürfen. Durch den Klappentext weiß man, dass sich die Handlung auf den Maskenball hin entwickelt, allerdings dauert die Vorgeschichte doch sehr lange. Die erste Leiche taucht erst knapp vor der Hälfte des Buches auf, wodurch wenig Raum für die Ermittlungen bleibt. Deshalb finde ich den Aufbau verbesserungsfähig. Die beiden jungen Hobby-Ermittler Val und Arbie sind sehr sympathische Figuren, ihre Zusammenarbeit wirkt an einigen Stellen etwas konstruiert. Trotzdem würde ich mehr Fälle von ihnen lesen, da mich das Buch gut unterhalten hat.
    Dirty Rome

    Michael Sommer
    Dirty Rome (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.08.2026

    Erfrischender, unterhaltsamer Blick auf die Antike

    Die Buchidee fand ich sehr charmant und interessant und auch der Inhalt konnte mich voll überzeugen. Mit viel Fachwissen und einem gut zu lesenden Schreibstil führt Michael Sommer den Leser durch wenig bekannte Seiten und Aspekte der Antike. In zehn großen Kapiteln, die ich sehr gut ausgewählt und strukturiert finde, erfährt man Interessantes und Überraschendes unter anderem über Ausdünstungen, Lebensbedingungen, Ernährungsgewohnheiten, Krankheiten, Verfolgungen, Sklaverei, Vetternwirtschaft und Situation von Frauen und Ausgegrenzten im Römischen Reich. Dabei gab es für mich komplett neues Wissen, aber auch Altbekanntes, das vertieft wurde. Mir hat gut gefallen, dass der Autor Zusammenhänge gezogen und die Lebensumstände umfassend eingeordnet hat. Ab und an hatte der Schreibstil auch eine humorvolle Unternote, das war eine Bereicherung, da sich das Buch sehr gut lesen lässt. Am Ende steht ein ausführlicher Anhang mit Fußnoten, Quellenverzeichnis, Register, etc. und es gibt im Buch auch einige Abbildungen und Landkarten für eine bessere visuelle Vorstellung. Alles in allem ein sehr gelungenes, unterhaltsames Geschichtsbuch.
    Etwas Leichtes

    Eva Lohmann
    Etwas Leichtes (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.08.2026

    Treffend beobachtet und analysiert

    Dieser Roman hat mir ab der ersten Seite sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und auf den Punkt. Ich fand die Beobachtungsgabe und Analysefähigkeit der Autorin bemerkenswert. Sie hat Beschreibungen für viele Dinge gefunden, die ich diffus schon gefühlt und erlebt habe, aber nicht so gekonnt in Worte fassen könnte. Die Charaktere fand ich sehr gut getroffen und die verschiedenen weiblichen Lebensentwürfe sehr glaubhaft geschildert. Die genannten Erwartungen an Rollenbilder, insbesondere Frauen, sind auch mir gut bekannt und werden realistisch umgesetzt. Es gelingt Eva Lohmann, das alles in einen schönen, leichten Roman zu bringen, der mich sehr gut unterhalten hat. Die Entwicklung der Hauptfigur Leo und ihre Begegnungen mit Männern fand ich sehr erfrischend und die Liebe zum Riesenkaninchen Frederic ist eine sehr nette Parallelhandlung. Die Geschichten aus dem Tierheim haben mir auch gut gefallen und sind ein überraschend guter Rahmen für Leos neuen Lebensentwurf nach der Scheidung.
    Die Verlorenen von Santa Chionia

    Juliet Grames
    Die Verlorenen von Santa Chionia (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.08.2026

    Ein Stück Geschichte greifbar gemacht

    Die Autorin nimmt einen mit in ein abgeschiedenes kalabrisches Bergdorf in den 1960er Jahren. Der Roman ist ausschließlich aus der Perspektive der Protagonistin, der Italoamerikanerin Francesca Loftfield geschrieben, die im Auftrag einer Hilfsorganisation einen Kindergarten eröffnen soll. Das Buch startet langsam, man lernt die Bewohner und das Dorf ausführlich kennen. Obwohl es ein Personenverzeichnis gibt, ist es schwierig den Überblick zu behalten, da es sehr viele miteinander verwobene Personen und Familien gibt. Der ein oder andere Stammbaum hätte vielleicht helfen können. Streckenweise empfand ich das Buch als etwas langatmig und unübersichtlich, aber es hat Charme und ich hatte immer Lust aufs Weiterlesen. Das Leben in der Abgeschiedenheit wird nachvollziehbar und sehr stimmungsvoll beschrieben. Die Details wurden sehr gut recherchiert, auch die mafiösen Strukturen jenseits der Staatsmacht und die schwierigen Lebensumstände der Frauen sind sehr treffend dargestellt. Die beklemmende Unfreiheit in einer Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt, fand ich sehr gut getroffen. Trotz der manchmal langatmigen Erzählweise vergebe ich fünf Sterne, da mich das Motiv berührt und für das Thema der abgelegenen Bergdörfer im heutigen Aspromonto Nationalpark und ihren Umsiedlungen sensibilisiert hat.
    Good Girl Exit

    Silvi Carlsson
    Good Girl Exit (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.08.2026

    Gute Idee, bleibt aber manchmal oberflächlich und könnte zeitloser sein

    Das Buch scheint auf den ersten Blick gut strukturiert zu sein, da es sich in die zwei großen Bereiche „Verfügbar sein“ und „Vom Ende der weiblichen Verfügbarkeit“ aufteilt. Die einzelnen Kapitel sind recht kurz und dadurch leider auch etwas oberflächlich. Außerdem gibt es einige Wiederholungen. Mir hat der Ton gut gefallen und es gab einige treffende psychologische Beobachtungen und soziologische Analysen. Zwischendurch werden moderne Begriffe verwendet, die mir nicht immer etwas gesagt haben, vermutlich sind sie in Social Media üblich oder einer jüngeren Generation selbstverständlich. Für ältere LeserInnen hätte es dazu die ein oder andere Fußnote gebraucht, weshalb das Buch für mich stellenweise zu modern ist. Die Autorin begründet ihre Beobachtungen und Analysen sehr gut, das hat mir gut gefallen und ich fand sie sehr nachvollziehbar. Der erste Teil hat mir deutlich besser gefallen, da im zweiten Teil der rote Faden manchmal abhanden kam. Die Bewertung ist nicht einfach, ich habe lange zwischen drei und vier Sternen geschwankt und mich dann für die vier Sterne entschieden, auch um den Mut der Autorin zu honorieren.
    Henry V

    Dan Jones
    Henry V (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.08.2026

    Sehr gelungene Biografie

    Da ich von Dan Jones mit Begeisterung die Reihe um die Essex Dogs gelesen hatte, war ich neugierig auf sein neues Buch. Es handelt vom englischen König Henry V., über den ich bisher nicht wirklich etwas wusste. Zu Beginn gibt es viele Abbildungen und Landkarten mit Erklärungen, zu denen ich im Verlauf des Buches immer wieder mal zurückgeblättert habe. Das Vorwort fand ich sehr hilfreich und hat die Rahmenbedingungen für diese Biografie gesetzt. Der Schreibstil von Dan Jones ist wieder sehr angenehm, er zeichnet ein umfassendes Portrait von Henry V., seiner Familiengeschichte und der wechselhaften Umstände, unter denen er lebt. Ich finde, dass es eine faszinierende Biografie geworden ist, da Dan Jones die Dinge immer wieder in der Zeit einordnet und in Relation setzt. Deshalb liest sich dieses Buch doch anders als ein Roman, ist aber trotzdem sehr spannend und interessant. Man lernt das Leben im 14. und 15. Jahrhundert intensiv kennen, weil zum Beispiel die einzelnen Eroberungsschritte auf den Feldzügen haarklein erklärt werden. Mir hat es auch gefallen, dass die Länge der Kapitel angenehm und gut zu bewältigen war und dass die Fußnoten jeweils am Ende des Kapitels geliefert wurden. So habe ich doch mal einen Blick darauf geworfen, was ich wohl nicht gemacht hätte, wenn sie verdichtet am Ende gekommen wären. Dort finden sich dann Anmerkungen und Quellenangaben. Mit diesem König hat Dan Jones eine gute Wahl getroffen, denn sein Leben bietet so viel Abwechslung und spiegelt gleichzeitig das harte Leben im Mittelalter sehr gut wider.
    Frag nach Susan

    Souvankham Thammavongsa
    Frag nach Susan (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2026

    Macht nachdenklich

    Mit bissigem Humor schildert die Autorin den Alltag in einem Nagelstudio. Die Details hinter den Kulissen zwischen Solidarität und Konkurrenz fand ich sehr gut getroffen. Dadurch, dass sich die Nagelkünstlerinnen untereinander nur in ihrer Muttersprache unterhalten, entsteht eine Parallelwelt, die die Kundschaft nicht wahrnimmt oder wahrnehmen will. Als Leser erlebt man beide Welten: die unbedachten Äußerungen der ahnungslosen Kundinnen, die ihre Dienstleistungskräfte dadurch beleidigen und herabwürdigen sowie die kleine Rache der austauschbaren Angestellten, die ungewollt so viel erfahren und mit dem Wissen über die Kundschaft lästern. Ich fand es gut, dass auch das Leben der Angestellten außerhalb des Nagelstudios angedeutet wurde und wie die prekären Lebensumstände die hohe Fluktuation erklären. Der Schreibstil hat mich sofort abgeholt und es ist eine Kunst, einen Klassenkampf so unterhaltsam und pointiert darzustellen. Gleichzeitig macht das Buch auch nachdenklich und gibt viele Anstöße.
    Was sie nicht weiß

    Shari Lapena
    Was sie nicht weiß (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2026

    Sehr spannend, sachlicher Berichtsstil

    Obwohl die Geschichte aus den Blickwinkeln aller Beteiligten erzählt wird, bleibt die Handlung spannend und undurchsichtig. Der Erzählstil ist geradlinig und schnörkellos und der sachliche, fast journalistische Berichtsstil hat mich an den Klassiker Kaltblütig erinnert. Der Fokus liegt nicht so sehr auf den Ermittlungen, die Perspektive der Polizei wird aber auch gezeigt. Entscheidend sind die Psychologie und das Erleben der Beteiligten im Augenblick, was den Thriller sehr angenehm von der Masse abhebt. Die Gefühle der Charaktere werden glaubwürdig geschildert, ohne ausufernd zu werden. Die Geheimnisse und Abgründe hinter der Fassade sind lesenswert und treffend aufgebaut. Ich fand die Charaktere gut getroffen und mir hat sehr gut gefallen, dass auch Perspektiven geschildert wurden, die eher selten dargestellt werden, wie die der Eltern. Am Ende gibt es einen gelungenen Twist, der gut aufgebaut wird und nachvollziehbar ist. Für mich war es das erste Buch von Shari Lapena, aber sicher nicht das letzte. Mir hat es sehr gut gefallen und ich vergebe volle fünf Sterne.
    Irma tanzt

    Helene Bracht
    Irma tanzt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2026

    Beeindruckend

    Über 40 Jahre nach dem Tod der Mutter erzählt Helene Bracht vom Sommer am Krankenbett der Mutter und vom Aufenthalt in deren Wohnung. Dabei wird die Beziehung zwischen Mutter und Tochter sehr reflektiert geschildert und wirkt dabei ebenso zeitlos wie die weiteren Themen. Die Autorin spürt dem harten Leben der Mutter nach und beschreibt deren Charakter und Verhalten sachlich und mit Distanz, aber mit fundiertem Fachwissen und beeindruckender Analysefähigkeit. Auch die Erforschung der Ehe ihrer Eltern anhand von Briefen aus den 1950er Jahren ist faszinierend. Die Personen werden sehr treffend und nachvollziehbar geschildert, sie sind Produkte ihrer Zeit und doch kommt man ihnen viele Jahre nach ihrem Leben und Tod so nah. Mir hat die Lektüre sehr gut gefallen, auch der angenehme Schreibstil der Autorin und ihre klugen Kommentare machen das Lesen zu einem Vergnügen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Thema so mitreißen kann.
    Keine Zeit zum Abschiednehmen

    Beatrix Gerstberger
    Keine Zeit zum Abschiednehmen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2026

    Bewegend und Mut machend

    Die Erstauflage ist bereits 2003 erschienen und ich bin froh, dass es 2026 eine Neuauflage gibt. Auch nach 20 Jahren noch sind die Stimmen dieser jungen Witwen sehr beeindruckend, das Thema ist zeitlos und sehr bewegend. Durch die direkten Berichte der einzelnen Frauen über ihre Situation ist man auf eine ganz enge, intime Art und Weise bei Ihnen. Man erlebt wie unterschiedlich getrauert wird, wie die verschiedenen Bewältigungs- und Verdrängungsmechanismen auftreten und wo es auch Gemeinsamkeiten gibt. Aber mich hat ganz allgemein beeindruckt, wie reflektiert diese Frauen ihre Schicksalsgeschichten erzählt haben. Man versteht, wie speziell diese Situation ist, wie unpassend Allgemeinplätze sind und was wenig hilfreich ist. Bei manchen Dingen ist man schier sprachlos und sehr betroffen, man würde am liebsten irgendwie helfen. Mich hat diese Berichtsammlung sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht. Die Authentizität spürt man in jedem Satz und ich bewundere den Mut, damit an die Öffentlichkeit zu gehen und eine Lücke zu schließen, um anderen Mut zu machen.
    In die Schweiz

    Emma Cline
    In die Schweiz (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2026

    Intime Perspektive glaubhaft erzählt

    Dieser Roman ist aus der Perspektive von David Hastings geschrieben, der an einer nicht näher benannten unheilbaren Krankheit leidet und sich aus den USA über London auf den Weg in die Schweiz zum assistierten Suizid macht. Parallel zur aktuellen Handlung erinnert er sich an Details aus seinem Leben, die willkürlich und unsortiert auftauchen. Das Ganze wird teilweise nur in kurzen Gedankenfragmenten erzählt, was ich erstaunlich gut zu lesen fand. Auch die Episoden von geistiger Abwesenheit, nach denen die Handlung einfach einen Sprung nach vorne macht, wirkten sehr glaubwürdig und nachvollziehbar. Die Perspektive des Kranken, der sein Ende mit Würde selbst bestimmen will, wird hervorragend erzählt. Ich fand es außerdem interessant zu erfahren, dass es so schwierig ist, den richtigen Zeitpunkt für diese Entscheidung festzulegen, weil sich die Lage schnell ändern kann und es dann zu spät sein könnte. Dieses Dilemma Davids fand ich gut erzählt. Interessant sind auch die Dinge, die er in seinem Leben bereut, obwohl sie lange zurückliegen. Sie beschäftigen ihn trotz oder gerade aufgrund seiner Situation immer noch und sein Bedürfnis nach Klärung ist nachvollziehbar. Die Autorin hat einen guten Mix an Lebensereignissen für diesen Roman gefunden, mir hat er sehr gut gefallen.
    Alleinruhelage

    Eva Menasse
    Alleinruhelage (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2026

    Schreibstil und Inhalt nicht mein Fall

    Der Schreibstil wirkte auf mich ab dem Beginn durch sehr verschachtelte Sätze unruhig und hektisch. Es gibt viele zeitliche Sprünge, die diese Unruhe noch verstärken. Einen gewissen Gewöhnungseffekt gab es, aber bis zum Schluss hat sich diese Unruhe beim Lesen auf mich übertragen. Das Buch wird aus der Perspektive der weiblichen Erzählerin geschildert, was manchmal etwas spröde ist, aber auch sehr intime Einblicke zulässt. Mir hat die Grundidee, die Geschichte eines Hauses anhand der darin und damit erlebten Dinge zu erzählen, gut gefallen. Aber es gab auch langatmige Details über Renovierungsarbeiten und Gartenthemen, die mich in der Ausführlichkeit nicht interessiert haben und die Ehe und ihr Ende werden weniger erwähnt als einige andere Beziehungen. Auch deshalb fand ich die Zusammenfassung irritierend. Dazu kommt, dass das dort erwähnte Handwerker-Paar im Buch überraschend wenig Raum einnimmt, aber die Tatsache, dass das Haus in einem der neuen Bundesländer liegt, wäre für mich im Klappentext wichtiger gewesen, das wird nicht ganz deutlich vermittelt, obwohl auf deutsch-deutsche Geschichte angespielt wird. Mit der Themengewichtung im Buch und dem Schreibstil bin ich nicht zufrieden und vergebe drei Sterne für die Alleinruhelage.
    Vatertag

    Hans-Joachim Gögl
    Vatertag (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2026

    Leben zwischen Mittelmaß und Extremen

    Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und gut zu lesen. Es ist dem Autor gut gelungen, die noch frische Trauer und leichte Melancholie über verpasste, vergangene Momente mit dem Vater zu transportieren. Durch die Auseinandersetzung mit dem Leben des Vaters kommt der Erzähler ihm näher und nabelt sich gleichzeitig ab. Die Glaubenssätze und Rituale des Vaters bringen ihn näher an dessen Charakter ran und verändern sein Erleben und seine Reaktionen, was ich sehr interessant fand. Die erzählten Momente und Begegnungen sind gut ausgewählt und abwechslungsreich, trotzdem fand ich die wiederkehrenden Mottos manchmal langatmig. Ich habe das Buch gerne gelesen, ab und an habe ich aber eine Pause gebraucht. Ich hätte gerne noch Tiefergehendes und Emotionales über den Vater erfahren, etwas aus seiner Perspektive. Das wäre ein guter Gegensatz zum Sohn gewesen, von dem man viel mitbekommt. Mir hat das Erzählmotiv grundsätzlich gut gefallen, es handelt sich um ein leises, lesenswertes Buch.
    Der Furzfuchs

    Jan Kaiser
    Der Furzfuchs (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.08.2026

    Zauberhaft! Besser geht’s nicht!

    Titel und Cover sind sehr charmant und machen neugierig auf die Geschichte. Die Zeichnungen sind toll, prägnant und total treffend, wirklich auf den Punkt. Man erkennt die Tiere sofort, gleichzeitig sind sie alle sehr nett und sympathisch gezeichnet. Ich finde, dass die Mischung aus netten kleinen Details und Fokus auf die Protagonisten sehr gut getroffen ist. Die Geschichte wird in Reimen erzählt, die sehr gelungen und charmant sind. Sie passen hervorragend zu den Zeichnungen. Außerdem sind sie inhaltlich perfekt, es gibt sogar ein paar Wörter zu lernen, aber es ist alles sehr passend für die Zielgruppe ab vier Jahren. Die Geschichte ist nett und humorvoll, der Titel lässt erahnen, wo die Suche nach dem Knall enden wird. Meine kleine Mitleserin fand das Buch toll und sie kann gar nicht genug davon bekommen. Besonders gut hat uns die Seite gefallen, beim der sich die Perspektive ändert. Man sieht die nach oben schauenden Tiere vom Himmel aus, dabei gibt es viel zu entdecken. Wir sind begeistert und können den Furzfuchs empfehlen!
    Die Schönheit der Distanz

    Nao-Cola Yamazaki
    Die Schönheit der Distanz (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.08.2026

    Ein feiner, leiser Roman

    Die japanische Originalausgabe ist bereits 2016 erschienen und ich bin froh, dass es dieser feinsinnige Roman in die deutsche Übersetzung geschafft hat. Ein namenloser Mann begleitet seine Ehefrau in den letzten Monaten ihres Lebens in verschiedenen Krankenhäusern. Ich fand den Schreibstil sehr fein und stilsicher, vor allem passend zum Thema. Der Roman ist aus der Perspektive des Mannes geschrieben und ich fand es sehr bewegend, ihn bei seinen Gedanken und Handlungen zu begleiten. Das Paar geht sehr offen miteinander um, aber dennoch stellen sich ihm Fragen, wie viel Nähe gut ist und ob er seiner Frau durch Distanz auch mehr Würde im Sterbeprozess geben kann. Diese kleinen Details fand ich sehr glaubhaft und nachvollziehbar geschildert, mir scheint der Mann ein sehr sensibler, einfühlsamer Charakter zu sein. Er nimmt sich zurück und macht sich so viele Gedanken über seine Frau und Schwiegereltern, das ist sehr eindringlich geschildert. Es gibt Szenen, die so wohl nur in Japan spielen können, dennoch regen sie einen zum Nachdenken über den Umgang miteinander an. Der Buchtitel ist ausgesprochen passend, die Sinnhaftigkeit von Distanz zeigt sich mehrfach, während der Krankheitsphase und auch nach dem Tod der Frau.
    Buberlpartie

    Petra Hartlieb
    Buberlpartie (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.08.2026

    Es passt einfach alles – besser geht es nicht

    Dies ist der zweite Fall für Alma Oberkofler und ich habe mich mit dem Schreibstil sofort wohlgefühlt. Der erste Fall hatte mir bereits sehr gut gefallen, allerdings hatte ich die Details nicht mehr so genau vor Augen. Durch kleine Kommentare wird dezent die Erinnerung geweckt, für Neuleser runden sie das Bild ab. Auf jeden Fall kann man dieses Buch gut lesen, ohne Freunderlwirtschaft zu kennen. Der Fall ist sehr interessant, er behandelt ein Ereignis, das nicht sofort als Unfall, Mord oder Attentat.eingeordnet werden kann, was es sehr realistisch und zeitgemäß macht. Mir haben vor allem die ausführlichen Perspektiven der Hinterbliebenen gefallen. Man lernt dadurch die Opfer gut kennen, rätselt über Motive und staunt über Zufälligkeiten. Dabei werden aktuelle Themen verarbeitet, was die Handlung sehr realistisch macht. Die vielen kleinen Ermittlungsschritte haben mir gut gefallen, dadurch entsteht ganz langsam ein Gesamtbild. Auch das Team finde ich hervorragend und sehr sympathisch. Der durchdacht konstruierte Plot hat es nicht nötig, durch Rangeleien zwischen den Ermittlern für Spannung zu sorgen. Sie ergibt sich ganz organisch aus dem gut aufgebauten und angenehm geschriebenem Buch.
    Keine Angst, Darling

    Vera Buck
    Keine Angst, Darling (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.08.2026

    4,5 Sterne für ein spannendes Buch

    Die Autorin benutzt verschiedene Erzählelemente, die sich abwechseln. Die Hauptgeschichte wird aus der Sicht von Paula erzählt. Mir hat gut gefallen, wie sie sich auf die Spur ihrer Schwester Lea setzt und immer mehr Schichten des schönen Scheins ablöst. Das Ganze ist spannend gemacht und Paulas Aktivitäten sind die eines Ermittlers oder Detektivs. Zwischendurch gibt es Rückblenden in Leas Leben und ihre Social-Media-Aktivitäten und man kann aus ihrer Perspektive miterleben, was wann schiefgelaufen ist. Zwischendurch war ich unsicher, wie es weitergehen könnte, aber Vera Buck hat für Paula immer noch einen Ermittlungsansatz gefunden. Im letzten Drittel erwartet einen die ein oder andere überraschende Wendung und alle Plot Twists haben sich gut in die Handlung eingefügt. Allerdings gibt es über das ganze Buch Situationen, in denen ich die Verhaltensweisen von Lea und Paula nicht immer nachvollziehen konnte, weshalb ich einen halben Stern abziehe. Wichtige und interessante Themen wie Tradwife und häusliche Gewalt werden gut in eine spannende Handlung eingearbeitet, das fand ich sehr gelungen und lesenswert.
    Ein unglücklicher Tod

    Peter Grainger
    Ein unglücklicher Tod (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.08.2026

    Authentisch und sympathisch

    Dieser erste Fall für DC Smith hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich um ein sehr sympathisches Team. Zwar gibt es reizvolle Gegensätze zwischen dem erfahrenen DC Smith und seinem begabten Trainee Christopher Waters, aber die Zusammenarbeit ist erfrischend harmonisch. Ich fand es sehr gelungen, wie DC Smith den jungen Kollegen an die Hand nimmt und dabei auch dem Leser das ein oder andere Wissen vermittelt oder Details und Ermittlungsschritte erklärt. Das Buch hat einen guten Aufbau, auch der Spannungsbogen ist gelungen. Aus dem vermeintlichen Badeunfall entwickelt sich langsam eine umfassendere Ermittlung und mir hat die psychologische Tiefe der Charaktere sehr gut gefallen. DC Smith hat eine bewegte Vergangenheit, die für die ein oder andere Überraschung gut ist und sicher in den nachfolgenden Büchern noch relevant sein wird. Dank seines tiefen Gerechtigkeitssinns hat er diesen Fall gelöst und ich freue mich, dass schon bald der nächste Band aus dieser Reihe erscheint.
    Septembermord

    Chris Chibnall
    Septembermord (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.07.2026

    Gute Charaktere, solider Reihenauftakt – 4,5 Sterne

    Septembermord hat mir sehr gut gefallen, besonders das Ermittlerteam konnte mich überzeugen. DS Nicola Bridge tritt eine Stelle auf dem Land an, die anders ist als erwartet. Mir hat es gut gefallen, wie sie sich mit ihrem kleinen Team zusammengerauft hat, insbesondere die Figur des DC Harry Ward ist gelungen. Auch Nicola als eine Frau in den mittleren Jahren ist realistisch, glaubhaft und vor allem sympathisch angelegt. Es gibt die üblichen Kennenlernthemen, aber keine unnötigen Rivalitäten, das ist erfrischend geradlinig. Der Fall ist interessant und wird ganz klassisch durch hartnäckige Ermittlungsarbeit gelöst. Für den Leser gab es allerdings keine Möglichkeit, anhand der vorhandenen Informationen auf den Täter zu kommen, das blieb DS Nicola Bridge vorbehalten. Da die Handlung etwas spannender hätte sein können, ziehe ich einen halben Stern ab. Mir hat es dennoch so gut gefallen, dass ich eine Fortsetzung gerne lesen würde.
    Pia Puck

    Nora Hoch
    Pia Puck (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.07.2026

    Charmante Geschichte über eine mutige Wichtelin

    Die Geschichte der Wichtelin Pia Puck hat uns gut gefallen, da sie sehr spannend ist und auf charmante Art und Weise das Leben von Hauswichteln erzählt. Die Geschichte wird langsam aufgebaut, das ist sehr gelungen, allerdings war das erste Kapitel für den Einstieg etwas zu lang. Die Mischung aus Menschen, Tieren, Fantasie und Wirklichkeit ist sehr ausgewogen und durchdacht und gibt viele Gesprächsanstöße. Allerdings gab es auch Kleinigkeiten, die nicht ganz rund waren und unklar blieben, wie zum Beispiel eine Unstimmigkeit zwischen Text und Illustration. Auch fand ich den Geschwisterstreit etwas hart. Davon abgesehen haben uns die Illustrationen sehr gut gefallen, sie sind besonders und passen gut zur Geschichte. Aufgrund der Altersempfehlung ab 5 Jahren hätten es auch noch ein paar Bilder mehr sein dürfen. Wirbel im Wichtelhaus ist eine schöne Abenteuergeschichte mit einer guten Spannungskurve und Auflösung. Deshalb würden wir uns über eine Fortsetzung freuen.
    Kiefergelenkschmerzen, CMD und Zähneknirschen. Kompakt-Ratgeber

    Mandy Scheunchen
    Kiefergelenkschmerzen, CMD und Zähneknirschen. Kompakt-Ratgeber (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.07.2026

    Informativ und hilfreich

    Dieses Buch hat ein überraschend kleines Format, aber da es viele Selbsthilfetipps und auch Übungen enthält, finde ich es sehr zweckmäßig, da man ein handliches kleines Buch gut überall hin mitnehmen kann. Das macht es einfacher, regelmäßig und konsequent Übungen nachzuschlagen und durchzuführen. Das Thema wird umfassend behandelt, es ist der Autorin sehr gut gelungen, Grundlagen und Ursachen prägnant darzustellen. Obwohl ich schon langjährige Erfahrung mit dem Thema habe, gab es auch für mich neue Informationen und Impulse. Besonders gut fand ich die Kapitel über Möglichkeiten der Selbstbehandlung, sei es Massage, Übungen oder Entspannungstechniken. Man vergisst gerne schnell, was man bei der Physiotherapie gelernt hat. Ich habe hier einige Dinge wieder gefunden und freue mich über das kleine Nachschlagewerk. Als Bonus gibt es zwei begleitende Audio-Tracks. Der QR-Code und das Passwort haben einwandfrei funktioniert, allerdings waren beide Tracks nicht ganz mein Fall. Die Stimme und die Hintergrundmusik haben meinen Geschmack leider nicht getroffen. Aber auch ohne diesen Bonus hat mir das Buch gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.
    Alles Liebe

    Ronja von Rönne
    Alles Liebe (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.07.2026

    Glaubhafte Charaktere

    In fünf Geschichten erzählt Ronja von Rönne von Menschen, die sich an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens befinden und durch kleine Entscheidungen die Weichen für das restliche Leben stellen oder sich urplötzlich ihrer eigenen Gefühle bewusst werden. Ich fand die Charaktere alle sehr glaubhaft und nachvollziehbar getroffen. Für mich haben sie eine psychologische Tiefe, wie man sie selten finden. Egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich, die Autorin beschreibt den Kern einer Person und man kann die Gefühle und Entwicklung des Charakters und der persönlichen Eigenheiten immer nachvollziehen. Jede Geschichte steht für sich, aber ich fand es sehr charmant, dass es kleine Überlappungen gibt. Eine Person aus einer Geschichte kennt eine andere aus einer anderen Geschichte und so fällt durch weitere kleine Informationen noch einmal ein anderer Blick auf diesen Charakter und sein Schicksal. Alles in allem eine sehr intelligent gemachte Sammlung von Kurzgeschichten, die mich wirklich gut unterhalten hat.
    Zorn der Verlierer

    Petros Markaris
    Zorn der Verlierer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.07.2026

    Interessanter, sozialkritischer Fall mit kleinen Schwächen

    Vor vielen Jahren haben ich einige der ersten Fälle von Kostas Charitos gelesen, die ich außergewöhnlich fand und bin vor Kurzem wieder in die Reihe eingestiegen. Kostas Entwicklung auf der Karriereleiter ist realistisch und so bekommt man durch ihn in seiner aktuellen Funktion eine übergeordnete, manchmal auch oberflächliche, Perspektive eines Behördenleiters zu sehen, was eine schöne, glaubhafte Abwechslung ist. Da er gerne vor Ort ist und teilweise selbst ermittelt, wird die Aufklärung vielseitig dargestellt. Der Fall ist ungewöhnlich und mir hat sehr gut gefallen, dass die Motive der Täter typisch für das Setting in Griechenland sind und sich nicht einfach auf jedes beliebige Land übertragen lassen. Kostas Familienverbundenheit transportiert einen typisch griechischen Charme, war mir aber teilweise etwas zu viel. So häufen sich Informationen über Besprechungen, Staus und Mahlzeiten und die vielen Wiederholungen wären nicht nötig gewesen. Die Dialoge wirken manchmal etwas hölzern, so dass ich für dieses kleinen Kritikpunkte einen Stern abziehe.
    Querfeldein

    Alex Capus
    Querfeldein (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.07.2026

    Eine charmante, stimmige Geschichte mit historischem Kern

    Ab der ersten Seite fand ich den Schreibstil sehr angenehm und das Lesen war ein Vergnügen. Der Roman beginnt mit einer fesselnden Familiengeschichte, mit dem sympathischen Arnold, der mit Bedacht sein Gasthaus baut und mit seiner Frau eine Familie gründet. Mir hat der gute Blick des Autors für kleine Details des menschlichen Verhaltens sehr gut gefallen. Die feine, humorvolle Beobachtungsgabe und kleinen Lebensweisheiten spiegeln die damalige Zeit mit ihren Gesellschaftsstrukturen wider und man wird direkt dorthin versetzt. Nach diesem, vermutlich rein fiktiven, Teil verändert sich der Schreibstil, da mit Briefen und Berichten der historische Anteil untermalt wird. Mir hat sehr gut gefallen, wie der diplomatische Zwischenfall mit der restlichen Geschichte verwoben wurde. Die Geschichte des entführten Schmugglers ist skurril und erzählenswert. Mich hat dieser Roman sehr gut unterhalten, weshalb ich volle fünf Sterne vergebe. Allerdings hätte ich mir der Klarheit halber gewünscht, dass der Autor in einem Nachwort deutlicher klarstellt, welche Elemente Fiktion sind und welche faktenbasiert.
    Die Auster

    Yael Inokai
    Die Auster (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.07.2026

    Eine runde Sache

    Der Roman ist ausschließlich aus der Perspektive von Leonora Bloch geschrieben und man taucht mit ihr in den Mikrokosmos des Luxuskaufhauses ein, lernt aktuelle und ehemalige Angestellte kennen, ebenso wie Details über das Leben des Ermordeten Dr. Bronstett. Leonoras Welt ist ziemlich reduziert, aber trotz aller Einsamkeit und Existenzangst hat ihre Geschichte einen großen Charme. Ihr Realitätssinn und Pragmatismus gepaart mit einem melancholischen Unterton lassen die Kaufhauswelt in einem neuen Licht erscheinen. Die Autorin hat eine hervorragende Beobachtungsgabe und großes psychologisches Verständnis, wodurch die Charaktere sehr glaubhaft und ihr Verhalten sehr nachvollziehbar geschildert werden. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und unterstützt subtil die Charaktere. Besonders gut hat mir gefallen, wie der Mordfall aufgelöst wurde. Ich fand die Geschichte sehr glaubhaft und die vielen leisen, zurückhaltenden Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Eine ruhige, aber spannende Geschichte, die ohne Action auskommt, aber durch ihr tiefes Verständnis für menschliches Verhalten beeindruckt.
    26 bis 50 von 985 Rezensionen
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