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    holdesschaf Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Juni 2021
    "Hilfreich"-Bewertungen: 15

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    571 Rezensionen

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    Die Gretchen-Reihe 2: Was ich nie gesagt habe

    Susanne Abel
    Die Gretchen-Reihe 2: Was ich nie gesagt habe (MP3)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.08.2022

    Sehr eindringlich erzählte Familiengeschichte

    Nachrichtensprecher Tom Monderath wurde durch die Demenz seiner Mutter aus der Bahn geworfen. Mit seiner Freundin Jenny und deren kleinem Sohn versucht er wieder auf die Beine zu kommen. Doch dann trifft er auf Henk, seinen Halbbruder väterlicherseits, der über eine DNA-Datenbank mit ihm Kontakt aufgenommen hatte. Und er ist nicht der einzige. Wer war Toms Vater Konrad überhaupt? Tom, der ein schlechtes Verhältnis zu seinem Erzeuger hatte, will es gar nicht wissen, doch Jenny und Henk machen sich auf die Suche nach der Wahrheit.

    Ich hatte "Stay away from Gretchen" leider nicht gelesen, doch wollte trotzdem die Geschichte von Tom und vor allem die seines Vaters Konrad hören. Das ist auch problemlos ohne den ersten Band der Reihe möglich, da hier vor allem die Geschichte der Familie von Vaters Seite aufgerollt wird. Der Protagonist Tom war mir nicht sofort sympathisch, etwas abgehoben und ziemlich durch den Wind. Doch dann startete der zweite Erzählstrang, der, der das Leben Konrads erzählt, beginnend im Jahr 1933, in dem Hitler die Macht über Deutschland übernahm.

    Ab diesem Zeitpunkt hatte mich die Geschichte gefesselt und ließ mich bis zum Ende nicht mehr los. Abel versteht es geschickt zu erzählen, wie Konrads Familie immer mehr in das giftige System des Nationalsozialismus hineingezogen wird, welche Folgen es hat, welche Verluste Konrad in frühen Jahren hinnehmen muss, wie er der geworden ist, den Tom als seinen Vater kennt. Gleichzeitig ist die Suche ein Streifzug durch die deutsche Geschichte und zerrt so manches dunkle Kapitel ans Licht. Nicht nur einmal musste ich mir eingestehen, dass ich das so nicht wusste. Vor allem jungen Menschen möchte ich die Geschichte unbedingt ans Herz legen. Sie ist berührend, schockierend, aber auch erfrischend ehrlich im Umgang mit unserer Biografie.

    Und darum geht es auch im weitesten Sinne: Wo kommen wir her? Wer sind unsere Eltern und warum entwickeln sich Familienbande so, wie sie es tun. Für Tom scheint es jedenfalls sehr wichtig, die Hintergründe zu kennen, um selbst glücklich zu werden. Sie regt auch zum Nachdenken über die eigene Vergangenheit und die der Eltern und Großeltern an.

    Absolutes Lob gebührt der Sprecherin Vera Teltz, die dieses Beispiel einer deutschen Familiengeschichte mehr als fesselnd liest. Ihre Stimme ist angenehm tief, so dass sie auch bei männlichen Stimmen nicht sehr verstellt klingt, sondern natürlich und authentisch. Auch ihre Fähigkeit, verschiedene Dialekte und Akzente abzubilden ist hervorragend und macht die Dialoge zu einem Hörgenuss. Sie liest meiner Meinung nach relativ neutral und sachlich, was mich an mancher Stelle - vor allem wenn es um die Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit ging - zu Tränen rührte, weil es im krassen Gegensatz zum Vorgelesenen stand. Für mich ein Highlight, das jeder gehört oder selbst gelesen haben sollte. 5 Sterne
    Fairy Tale Camp 1: Das märchenhafte Internat

    Corinna Wieja
    Fairy Tale Camp 1: Das märchenhafte Internat (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Märchenhaftes Highlight!

    Nachdem sie die Vertretungslehrerin im Unterricht als Drachen malt und dann wie durch Zauberhand ein Tortenstück in deren Gesicht landet, muss Marie, der in letzter Zeit immer so komische Sachen passieren, zu einem Gespräch mit der Lehrerin kommen. Diese eröffnet ihr nicht nur, dass sie Maries verschwundene Mutter kannte und diese eine Nachfahrin von Frau Holle ist, sondern lädt sie obendrein noch in ein Feriencamp ein, weil sie sie für besonders talentiert hält. Im Zeichnen denkt Marie, doch als sie im Fairy Tale Camp ankommt, traut sie ihren Augen nicht. Das ist ja wirklich wie im Märchen! Aber was hat es mit den verschwundenen Schlüsseln zu verwunschenen Märchengemälden und der dunkle Gestalt, die immer wieder im Dorf auftaucht auf sich?

    Schon das Cover ist einfach märchenhaft! Im Fokus stehen die Nachfahren der Figuren aus bekannten Märchen der Gebrüder Grimm. Aber auch die kleinen Zeichnungen märchenhafter Gegenstände spielen natürlich eine Rolle im Buch. Ganz vorne findet man ein Personenverzeichnis, in dem die Charaktere um Marie genauer vorgestellt werden. Wir haben diese aber nur überflogen, um vor dem Lesen nicht zu viel zu erfahren, aber das Verzeichnis ist sehr praktisch, wenn man mal den Überblick verliert oder mehr Infos braucht. Jede Person ist auch bildlich dargestellt.

    Die Geschichte beginnt geheimnisvoll und auch lustig, denn Marie ist vollkommen ahnungslos, was die Märchenwelt betrifft und hält zunächst alles für einen Witz. So kommt es natürlich zu der ein oder anderen peinlichen Situation. Meine 8 Jahre alte Mitleserin war sofort begeistert und konnte gar nicht genug über die Märchenwelt und alle Personen darin erfahren. Ob das nun die Prinzessin ist, die gar keine sein will oder der Junge, der beim Anblick eines Balls seltsam verwandelt wirkt. Die Autorin sorgt mit geschickt eingebrachten Hinweisen für Neugier und ein stetes Maß an Spannung. Es passieren wirklich einige sehr rätselhafte Dinge, denen man unbedingt auf den Grund gehen will.

    Die Idee, diese Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und teilweise auch Vorurteile (der Wolf ist immer böse) in eine Märchenwelt zu platzieren, die neben der normalen Welt existiert, ist wirklich hervorragend gelungen. Auch wird mit einigen üblichen Klischees in Märchen gespielt. Die Charaktere sind so vielfältig, dass jedes Kind hier seine Lieblingsfigur findet, mit der es sich identifizieren kann. Meiner Tochter gefielen vor allem Marie mit ihrer Wettergabe und der Gestaltwandlerwolf Will. Schön ist auch, dass schon die jungen Leser man Details aus Grimms Märchen wiedererkennen und zum Beispiel bei einer Märchenrallye mitraten können.

    Zu den vielen lustigen, spannenden und aufregenden Szenen, Figuren und magischen Gegenständen hat die Illustratorin Frau Annika wirklich wunderbar lebendige Bilder gezaubert, so dass der Text sehr schön aufgelockert wird und man sich jedesmal schon darauf freut, mehr zu sehen. Besonders die Szenen, die Maries noch nicht so kontrollierbare Gabe zeigen, sind unsere Lieblinge.

    Obwohl die Kinder hier zusammenfinden und schon einige Geheimnisse aufdecken können, gibt es am Ende - wie das nun mal bei einer Reihe ist - jede Menge offene Fragen, auf die wir unbedingt eine Antwort brauchen, so dass der zweite Band ein absolutes Muss für meine Tochter, aber ehrlich gesagt auch für mich selbst ist. Für uns beide war Fairy Tale Camp bisher das Kinderbuch-Highlight des Jahres. 5 Kronen
    Helnwein, M: (Not So) Amazing Grace

    Mercedes Helnwein
    Helnwein, M: (Not So) Amazing Grace (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Keine gewöhnliche Lovestory

    Die 15-jährige Gracie ist die Tochter einer Frau, die die meiste Zeit in einer Fantasiewelt lebt und eines Mannes, der bei seiner richtigen Familie in Beverly Hills lebt. Daher besucht Gracie ein mittelmäßig angesehenes Internat irgendwo in den Sümpfen Floridas. Zum Schutz vor Verletzungen durch andere Menschen, hat sie eine Mauer um sich errichtet und feuert Unfreundlichkeiten, auf alle, die ihr zu nahe kommen. Ihr "eingebildeter" Seelenverwandter, ein Lehrer, hat gerade mit ihr "Schluss gemacht" und Gracie ist am Boden zerstört. Dummerweise rettet sie den Neuen Mitschüler Wade mit ihrer Steinschleuder vor Prügel und obwohl sie auch ihn alles andere als freundlich behandelt, ist es gerade diese Art, die sie wie füreinander geschaffen macht. Doch man wäre nicht Teenager, wenn immer alles glatt laufen würde.

    Mich interessierte an dem Buch vor allem, was mich wohl unter der Bezeichnung "Slingshot Romance" erwarten könnte. Außerdem war die Kurzzusammenfassung schon so ungewöhnlich, dass ich mir das Buch nicht entgehen lassen wollte. Und tatsächlich ist diese Lovestory alles andere als gewöhnlich und genauso verwirrend, wie man sich Teenager-Gedanken vorstellt. Ihre Protagonistin Gracie ist so anders, leicht abgefuckt und zynisch, dass manch einer vielleicht erstmal tief Luft holen muss, um das zu verdauen. Bei mir hat sie jedoch in weiten Teilen, vor allem am Anfang genau in die richtige Kerbe geschlagen. Mir gefällt sowohl ihre freizügige Ausdrucksweise als auch ihre blockende Art, sie möchte einfach nicht in irgendwelche Teeniedramen hineingezogen oder verletzt werden. Klar kann das manchmal auch nerven, kommt aber sehr authentisch rüber.

    Durch Gracies impulsive Art ist die Handlung kaum vorhersehbar. Manchmal kam es mir so vor, als hätte die Autorin einfach die Klischees aus anderen Lovestory genommen und dann das Gegenteil davon aufgeschrieben. Rechnet man mit dem Gegenteil, dann lief es doch ausnahmsweise nach den üblichen Klischees. Das fand ich sehr erfrischend. Wo andere Bücher eine geradlinige Liebesgeschichte mit kleinen Problemchen servieren, läuft hier nichts wirklich rund und man hat jede Menge Gelegenheit mitzufiebern oder sich an den Kopf zu schlagen, wenn Gracie es mal wieder vermasselt. Man kann nicht sagen, worauf die Geschichte hinausläuft, doch ich würde sagen Gracie macht auf jeden Fall eine Art Entwicklung durch.

    Ob die Lovestory in einem Happy End mündet, soll natürlich nicht verraten werden. Man wünscht es vor allem Wade, der lange Zeit geheimnisvoll bleibt, von dem aber klar ist, dass es in der Familie ebenfalls Dinge gibt, die zunächst nicht ans Licht kommen, aber ein Grund für seine außergewöhnliche Persönlichkeit sind. Am Ende kann sich jeder so seine eigenen Gedanken machen. Raum dafür ist auf jeden Fall genug da.

    Fazit: Das Buch und seine Story sind schwer zu beschreiben und zu beurteilen, man sollte es am besten selbst lesen. Oder wie Gracie auf dem Umschlag zitiert wird: "Lies es einfach, verdammt noch mal!
    Strotmann, P: Kommissarin und die blutigen Spiegel

    Peter Strotmann
    Strotmann, P: Kommissarin und die blutigen Spiegel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Kurz, aber spannend

    Antje Servatius und ihr Team vom KK11 werden von einer Geburtstagsparty weg an einen grausigen Tatort gerufen. Eine nicht identifizierte Frau liegt übel zugerichtet in einer alten Werkstatt, die verkauft werden sollte. Sofort laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Nicht nur ein Kaufinteressent ist verdächtig. Sobald die Identität klar ist, ermitteln Antje und ihr Team zwei (Ex-)Lebenspartner der Frau, die sich sehr seltsam darstellen. Und dann ist da noch eine Ritzung, die zunächst niemand erklären kann. Ein weiterer Leichenfund in einer ganz anderen Situation macht dem Team Druck. Gleichzeitig sorgt sich Antje um ihre Tochter, deren Erzeuger sich plötzlich für sie interessiert.

    Nach dem ersten Band ist der neue Fall des Ermittlerteams um Antje Servatius wie Heimkommen. Man ist sofort wieder drin in der Gegend in und um Köln und man erkennt den Stil des Autorenteams sofort. Dessen Schreibweise ist sehr kurzweilig, wenn auch die Teile, in denen es um den Fall geht, interessanter sind, als die privaten Probleme bei Antje. Da alle Personen ausreichend vorgestellt werden, kann man den zweiten Band übrigens auch gut ohne Kenntnis des ersten lesen.

    Die Mordfälle werden nicht zu blutig dargestellt, aber es gibt kleine Zwischensequenzen, die erzählen, wie die zweite Person zum Opfer wurde. Das sorgt für Spannung, genauso wie die Frage nach der zweiten Mordmethode und dem geritzten Zeichen, das Antje beim ersten Opfer auffällt. Die Hinweise im Klappentext auf einen alten Fall werden auch wieder aufgegriffen. Als Fan von Cold Cases hat mir dieses Element gut gefallen. Krimi-Kenner haben eventuell sehr früh einen Verdacht, obwohl es natürlich mehrere Kandidaten gibt. Das Motiv erschließt sich allerdings erst spät und auch der Showdown ist nochmal eine recht brenzlige Angelegenheit.

    Durchbrochen wird die Spannung diesmal etwas durch die etwas in die Länge gezogenen privaten Probleme von Antje, die sich wie auch im letzten Band um ihre behinderte Tochter drehen. Das letzte Trauma ist noch nicht überwunden, Antje noch völlig ahnungslos, da tritt eine Person in ihr Leben, mit der sie nicht gerechnet hat. Am Ende erschien mir das jedoch nur wie eine Streckung der Haupthandlung, so dass man auf eine druckbare Buchlänge kommt. Bei nur 300 Seiten hätte ich mir gewünscht, dass lieber der Fall ausführlicher zum Tragen kommt. Trotzdem gefiel mir das Buch als Krimi für Zwischendurch. 4 Sterne
    schleich® Horse Club(TM) - Zirkusfieber auf Lakeside

    Friederike Kühn
    schleich® Horse Club(TM) - Zirkusfieber auf Lakeside (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Spannender Einsatz im Zirkus

    Der Zirkus kommt in die Stadt und die Mädchen sind Feuer und Flamme. Sie möchten unbedingt in die Vorstellung gehen. Besonders begeistert sind sie, dass es auch eine Pferdenummer gibt. Doch dann beobachten sie den Umgang des unfreundlichen Dresseurs mit den Pferden. Besonders sorgen sie sich um einen verletzten Araber, der trotz Schmerzen an der Vorstellung teilnehmen muss. Gemeinsam schmieden die Club-Mädchen einen Plan gegen diese Tierquälerei und ermitteln heimlich.

    Wir haben schon einige Bände aus der Reihe gelesen und dieser ist besonders spannend. Er erinnert an einen Krimi, denn die sympathischen Freundinnen des Horse Clubs ermitteln wie Detektive im Zirkus und müssen immer aufpassen, nicht erwischt zu werden. Der Dresseur wirkt sehr gefährlich und wir konnten super nachvollziehen, warum die Mädchen gegen seine Art mit Tieren umzugehen vorgehen wollen. Natürlich fragen sie auch Erwachsene um Hilfe, doch die sind beschäftigt oder können nicht so viel tun, wie sie möchten.

    Die Atmosphäre rund um den Pferdehof Lakeside wird wieder sehr schön beschrieben und man bekommt ein tolles Gefühl von Freiheit auf dem Rücken der Pferde und die natürliche Umgebung ist toll. Die Geschichte hat einen guten Spannungsbogen und die Tierquälerei bleibt nicht das einzige Verbrechen. Mit dem Showdown war meine Tochter mehr als zufrieden. Die Konsequenzen für den Zirkus bleiben relativ offen, was die Möglichkeit gibt, sich eigene Gedanken dazu zu machen.

    Der Text ist einfach und altersgerecht geschrieben und überfordert auch schlechtere Leser nicht, da er zusätzlich durch sw-Illustrationen gestützt wird (auf einer stimmt ein Detail leider nicht). Die Einteilung der Kapitel ist gut gelungen, so dass zur rechten Zeit Lesepausen eingelegt werden können.

    Für uns das bisher spannendste Abenteuer der Reihe. 5 Sterne
    Memento Monstrum (Bd. 2)

    Jochen Till
    Memento Monstrum (Bd. 2) (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Mit eigenen Ideen nacherzählte und gemixte Geschichten bekannter Gruselmonster

    Opa Dracula muss auf seine drei Enkelkinder aufpassen. Diese hatten die Idee, seine Freunde von früher einzuladen und so sitzen diese nun mit den Kids beim Spätstück und erzählen sich gegenseitig Geschichten aus ihrem Leben. Warum heißt der Riesenaffe King Kong und was hat er in New York mit Dracula erlebt? War Frankensteins Monster wirklich böse? Und warum wurde der Ex-Erzfeind von Opi, Van Helsing, zum Zombie? Gespannt lauschen die Jungvampire den erstaunlichen Ausführungen der Erwachsenen.

    Dies ist der zweite Band von Memento Monstrum. Schon im ersten, den wir vorher nicht kannten, saßen die Monsterfreunde von Dracula zusammen, um sich gegenseitig alte Geschichten zu erzählen. Dieser Band setzt nahtlos dort an, wo der erste Band endete, am Abend nach der Party. Mit dabei sind Opa und die Enkelkinder Dracula, ein Werwolf, eine Riesenspinne, ein Monsterfischwesen, Van Helsing, der unsichtbare Mann und Yeti. All diese Gruselmonster sind uns Erwachsenen natürlich aus diversen Büchern und/oder Filmen bekannt. Auch meine Tochter kannte natürlich einige davon bereits. Die Teile in denen auf die eigentlichen Geschichten hingearbeitet wird, sind durch die drei Vampirkinder Rhesus, Vira und Globinchen recht witzig. Vor allem letztere stellt als jüngste interessante Fragen und versteht nicht immer alles richtig, was ein bisschen Situationkomik mit sich bringt.

    Die eigentlichen Geschichten, drei an der Zahl, werden von jeweils einem Erwachsenen erzählt und auch des Öfteren durch Zwischensequenzen bei Draculas durchbrochen. Sie erzählen sowohl die Geschichte King Kongs neu, als auch die von Frankensteins Monster. Die letzte Geschichte verbindet mehrere bekannte Geschichten miteinander. Der Autor lässt hier sehr viele eigene Ideen, Andeutungen und versteckte Schmunzler für Kinder und ihre Vorleser einfließen. Dadurch, dass es aber Erzählungen in einer Erzählung sind, haben wir uns jedoch nicht besonders nah am Geschehen gefühlt, sondern eher so ein bisschen am Rand als Zuschauer, so dass die Geschichten zwar manchmal ganz lustig waren, so richtig mitgenommen haben sie uns jedoch nicht und es fehlte nahezu jede brenzlige oder gruselige Situation. Gerade den Grusel hätten wir nach der Warnung auf dem Umschlag und der Altersangabe ab 9 aber erwartet. Schließlich wird auch angedeutet, dass Frankenstein Leichenteile klaut und zusammennäht. Dass es sich eigentlich um veränderte Nacherzählungen handelt, war uns nicht bewusst. Ein bisschen sehr auffällig war in jeder Geschichte die Lehre für die jungen Zuhörer.

    Begeistert haben uns auf jeden Fall die äußere Aufmachung des Buches auf der einen sowie die ausdrucksstarken Illustrationen im Innenteil auf der anderen Seite. Ganz vorn lagen dabei die filigranen Zeichnungen der beteiligten Monster. Manche Doppelseite sorgte mit Gewitterblitzen und meterhoch aufgetürmten Wellen für die Stimmung, die durch die Erzählung selbst nicht richtig ankam. Insgesamt fanden wir das Vorlesevergnügen in Ordnung, aber nicht annähernd so herausragend, wie wir es durch das einzigartige Buchcover oder die begeisterten Leserstimmen erwartet hätten.
    Im Dschungel um acht, bis einer lacht

    Katie Henry
    Im Dschungel um acht, bis einer lacht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

    Die 16-jährige Isabel hat immer einen Spruch parat und drückt aus, was sie fühlt. Leider findet diese Schlagfertigkeit nur in ihrem Kopf statt. Denn egal, ob ihr Freund Alex sie nur für sich haben will, ihre Geschwister am Tisch alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen oder ihre Mum dauernd nur an ihre Arbeit denkt, Isabel schweigt, weil sie sowieso niemand hört. Um bei ihrem Freund nicht aufzufliegen, stolpert sie eines Tages einfach in die nächste Tür an der Straße und landet in einem Club, wo sie spontan eine Comedy-Nummer hinlegen muss. Aufgebaut durch die Lacher und ihre neue Bekanntschaft Mo, zieht sie von einem Open Mic Event zum nächsten. Doch zum einen darf ihr Freund das niemals erfahren, zum anderen hat sie Mo und ihren Freunden erzählt, dass sie schon auf dem College ist. Und so versucht sie, sich im Netz ihrer Lügen nicht zu verheddern und die zu werden, die sie sein will.

    Ich fand den Titel schon so außergewöhnlich und das Cover mit dem Dschungel und dem Ticket ebenso. Im Nachhinein passt es für mich sehr gut, da es zeigt, worum es in etwa geht, aber nichts Wichtiges verrät. Mit dem Thema Stand-up Comedy hatte ich mich so noch nicht weiter beschäftigt. Bücher zum Thema kenne ich bisher nicht. Daher war ich sehr gespannt, wie das nun in Buchform daherkommt.

    Tatsächlich erleben wir in der Geschichte einige Sets - also Bühnenauftritte - der Protagonistin, die sich in den Clubs Izzy V nennt. Es ist fast, als wäre Isabel zwei Personen. Die eine, die immer schweigt, obwohl sie so viel zu sagen hätte und die andere, die versucht, die perfekte Comedy-Nummer zu liefern und Lacher zu ernten. Die Stand-up Comedy nimmt einen gewissen Raum ein, jedoch geht es vorwiegend um Isabels Probleme mit ihrem kontrollsüchtigen Freund Alex (Stichwort heute: toxische Beziehung), es geht darum, dass sich sich in der eigenen Familie als Außenstehende fühlt. Auch ihr Lügengeflecht Mo gegenüber ist ein Thema, denn Isabel würde am liebsten älter sein und dem Highschool-Leben entfliehen, welches sie unerträglich findet.

    Die Gedankengänge und Handlungen sind dabei meist nachvollziehbar dargestellt, drehen sich aber weitestgehend um sie selbst. Für mich hat es etwas lange gedauert, bis Isabel zu der Erkenntnis kommt, dass mit ihrer Liebesbeziehung etwas nicht stimmt. So richtig verliebt wirkt sie auf mich nicht, aber ihr Freund hat ihr so einige komische Dinge eingeredet. Anders als später im Buch behauptet, finde ich aber nicht, dass sie nichts an ihre Freunde zurückgegeben hat. Die Stimmung kurz vor Schluss fand ich also manchmal nicht gerechtfertigt. Was dann doch ein bisschen kurz kommt ist der Witz. Die Sets aller auf den Bühnen sind zwar ganz ok, aber sehr zum Lachen waren sie nun nicht. Ich könnte mir denken, dass es sehr schwer ist, den Witz mit zu übersetzen bzw. gibt es natürlich auch Witze, die nur regional lustig sind und wir hier vielleicht gar nicht so nachvollziehen können. Izzys "Auftritt" in der Mensa war aber richtig toll und sowas von nötig! Da hätte ich ihr am liebsten für ihre Worte gratuliert.

    Insgesamt fand ich den Jugendroman aber recht kurzweilig und er hat mich auch berührt. Besonders für Jugendliche, die zurückhaltender sind oder nicht aus sich herauskommen und Menschen, die solche Jugendliche nicht verstehen, ist er eine lohnende Lektüre. 4,5 Sterne
    Rille: Wann ist bald?

    Fee Krämer
    Rille: Wann ist bald? (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Hinreißendes Mitmachbuch

    Beim Mangosammeln findet Gorilla Rille ein zurückgelassenes Ei. Da er niemanden weit und breite entdecken kann, der sich darum kümmert, nimmt er es mit zum Herzbaum und überlässt ihm einen schönen weichen Platz. Und dann geht die Warterei los? Wann wird wohl ein Tier aus dem Ei schlüpfen? Bald, meint Tante Tatu, das Gürteltier. Doch wann ist eigentlich bald? Hoffentlich bald, denn alle Tiere sind plötzlich neugierig, was aus dem Ei schlüpft und üben sich in Geduld.

    Für uns war es das erste Rille-Buch, aber mit Sicherheit nicht das letzte. Geduld ist eine Tugend, aber die wenigsten Kinder besitzen sie. Warten ist auch wirklich schwer. Wir vertreiben uns nun die Zeit mit diesem hinreißenden Bilderbuch von Fee Krämer, die in für Kinder gut verständlichen Worten diese lehrreiche Geschichte erzählt. Wer genau zuhört erfährt, dass es Dinge gibt, die die Wartezeit kürzer erscheinen lassen.

    Besonders toll sind die Mitmachelemente, denn so müssen die Kinder nicht nur still sitzen und zuhören, sie werden aktiv eingebunden. Dabei müssen sie pusten, mitraten, klopfen, schütteln, singen und noch vieles mehr. Ein großer Spaß, der durch die liebevollen Illustrationen des Dschungels und seiner possierlichen Tiere zu einem echten Highlight wird. Hier hat sich Nikolai Renger wirklich selbst übertroffen. Wir können uns gar nicht satt sehen und mit jedem Mal lesen, finden wir neue niedliche Details in den doppelseitigen Bildern. Auch wird mal eine Szene hochkant im Buch dargestellt und am Ende gibt es eine besonders große Ausklappseite mit einer tollen Überraschung.

    Eine ganz besondere Zugabe ist der QR-Code hinten im Buch, der uns eine Seite liefert, die uns mit viel tollem Beschäftigungsmaterial zur Geschichte versorgt: Ein Memory zum Ausmalen, ein Fehlersuchbild, ein Rezept für Dschungeltee (Abwarten und Teetrinken ;o)), ein Geduldstest, ein Reim-Blatt und ganze 10 wunderschöne Ausmalvorlagen der Illustrationen. Das ist einfach superklasse und plötzlich macht es richtig viel Spaß zu Warten.

    Hochverdiente 5 Sterne!
    Orths, M: Billy Backe (3): Billy Backe und der Wilde Süden

    Markus Orths
    Orths, M: Billy Backe (3): Billy Backe und der Wilde Süden (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Abenteuer voller Wortwitz

    Billy Backe lebt mit seinen Freunden Polly Posthörnchen, Schrönk, Rotschopfmurmeltier Mini Murmel und Kampfwindel Jimbo zufrieden im Walle-Wacke-Land. Doch dann trampelt eine Herde Misons und eine Herde Rashörner über die Murmelwiesen. Schrönk wird getroffen und bleibt bewusstlos liegen. Nun ist guter Rat teuer. Am besten bringen die Freunde ihn in den Dunkelwald zu Professor Honigtopf. Und das ist nur der Anfang dieses großen Abenteuers. In einem weiteren versucht Billy Backe den Opa seines Freundes im Wilden Süden zu finden. Doch bis dorthin ist es ein weiter und gefährlicher Weg.

    Fantasiereich und voller verrückter Ideen erzählt Markus Orths bereits im dritten Band die Abenteuer von Billy Backe und seinen Freunden. Dieser war allerdings für uns der erste Band. Vorher kannten wir Billy Backe nicht. Trotzdem war es kein Problem in die Geschichte hineinzufinden und ganz schnell lernten wir Billys Freunde kennen. Zum Nachlesen gibt es eine Übersicht mit Bildern zu Beginn des Buches. Das Buch enthält zwei Abenteuer, die ein bisschen aufeinander aufbauen, im Grunde aber abgeschlossen sind.

    Aufgefallen ist uns Billy Backe wegen des lustigen Covers mit den tollen Illustrationen: ein rosa Pferd, Pinguine mit pinken Bäuchen (ah Pinkuine!), eine haarige blaue Kugel, was hat es nur damit auf sich? Der Autor ist an Fantasie- und Ideenreichtum kaum zu überbieten, aber noch weiter oben steht sein witziger Umgang mit der Sprache. Man findet Wortspiele, Quatschwörter, kleine Gedichte, einzelne Reime, Quatschreime, erfundene Sprachen und vieles mehr nahezu dauernd in den Text der Geschichte eingebaut. Hier braucht es einen geübten Vorleser, um nicht dauernd über die wortgewaltigen Zeilen zu stolpern.

    Besonders gefiel und das fränkisch-bayerische des Mauswurfs, der den ganzen Tag maulen und werfen muss, mit Kastanien und Nüssen nämlich und durch einen kleinen Buchstabentausch von dieser Pflicht entbunden wird. Es ist wirklich herrlich, was sich der Autor alles einfallen lässt, für Jüngere ist es vielleicht manchmal etwas viel. Das meiste dürften die Kinder aber verstehen. Allerdings gibt es auch Stellen an denen - auf Teufel komm raus - geflucht, geschimpft oder böse Pipi-Kacka-Sachen erzählt werden. Für uns ist das kein Problem gewesen, aber manch einer könnte sich dran stören.

    Die zwei Geschichten und vor allem auch die total gelungenen Illustrationen dazu - vorneweg das niedliche Rotschopfmurmeltierbaby und seine Kampfwindel - haben uns insgesamt echt super gut gefallen. Daher geben wir 4,5 Sterne.
    Müller, K: Seahorse - Der Gesang der Wasserpferde

    Karin Müller
    Müller, K: Seahorse - Der Gesang der Wasserpferde (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Tolle Geschichte mit geheimnisvollen Pferdewesen

    Weil Shona von der Schule fliegt, schickt ihr Vater sie über den Sommer zu ihren Verwandten in die schottischen Highlands. Seit sie klein war und ihre Mutter starb, ist sie nicht mehr dort gewesen. Wie eine Ausgestoßene ergibt sie sich in ihr Schicksal. Während ihre Cousins keine Gelegenheit auslassen ihre Abneigung ihr gegenüber zu zeigen, findet Shona Trost bei den Ponys auf dem Hof. Auch mit ihrer blinden, im Rollstuhl sitzenden Tante versteht sie sich einigermaßen. Als sie jedoch ein großes Pferd am Ufer des Lochs trifft und ihre Tante davon erfährt, wird diese wunderlich, erzählt von menschenfressenden Wasserpferden und Onkel Matthew läuft nachts mit einem Gewehr draußen herum. Dann lernt sie den seltsamen Cuan kennen, mit dem sie sich aber auch nicht abgeben soll. Was ist nur los mit ihrer Familie? Welches Geheimnis rankt sich um die Pferde und um die verstorbene Mutter?

    Ich bin eigentlich keine große Pferdenärrin oder ein Fan von Pferdebüchern, aber das Cover von Seahorse hatte so etwas Geheimnisvolles und auch die Inhaltsbeschreibung hörte sich nicht nach typischem Pferdeabenteuer an. Vor allem fand ich auch das Setting interessant. Tatsächlich war das Buch für mich ein Glücksgriff, denn obwohl die jugendliche Protagonistin Shona oft ihren immer ähnlichen Gedanken nachhängt und auch manchmal recht stur und bockig wirkt, kann man sich doch gut in ihre Launen hineinversetzen. Sie fühlt sich abgeschoben und missverstanden. Auch ihre Liebe zu Tieren macht sie sehr sympathisch. Die anderen Personen sind sehr verschieden und abwechslungsreich dargestellt.

    Man merkt sehr schnell, dass es in der Familie Geheimnisse gibt, die man Shona nicht offenbaren will und so ist man als Leser neugierig, was Shona alles herausfinden wird. Ein großer Teil der Geschichte hat mit schottischen Legenden zu tun, die sich um Wasserpferde in den Lochs ranken. Dazu passend beschreibt die Autorin eine atmosphärisch dichte schottische Region voll wilder, rauer Natur in den Highlands, die einfach traumhaft schön, aber auch manchmal etwas düster ist. Das passt sehr gut zu den Treffen mit einem wunderschönen, aber mysteriösen Wildpferd und einem blassen Jungen, der einen besonderen Draht zu Pferden hat. Einzig fehlt ein bisschen Abwechslung in Shonas Handlungsweisen. Trotzdem nimmt man gespannt jedes kleinen Puzzleteilchen auf und versucht sie zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzusetzen. Spannung ist eigentlich immer gegeben.

    Fazit: Ein wunderschönes Cover, geheimnisumwobene Wildpferde in tollem Setting und eine Familie, die etwas verbirgt machen zusammen ein tolles, lesenswertes Abenteuer, bei dem man ungeduldig auf die Fortsetzung wartet.

    5 Sterne
    Five Minute Mum - Das neue Ideenbuch für Eltern

    Daisy Upton
    Five Minute Mum - Das neue Ideenbuch für Eltern (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Schneller Einstieg Fehlanzeige

    Der Titel sagt es bereits: Das Buch soll Eltern die Möglichkeit an die Hand geben mit ihren Kindern Lerninhalte, die in der Schule behandelt werden, spielerisch in 5 Minuten zu üben und das so, dass die Kinder gar nicht merken, dass sie etwas für die Schule machen. Klingt gut, gelingt auch teilweise, aber ganz so einfach ist es dann eben doch nicht.

    Zunächst einmal muss man der Autorin zugestehen, dass sie durch ihren Beruf als Teaching Assistant in der pädagogischen Frühförderung nicht unwissend ist, was zum Beispiel den Lese-Lern-Prozess angeht. So wie ich es verstanden habe, unterstützt sie Lehrer bei ihrer Arbeit. Dazu hat sie noch zwei eigene Kinder, mit denen sie die Spiele ausprobiert hat, so dass man davon ausgehen kann, dass sie funktionieren.

    Bis man aber als Eltern und Leser des Buches bei den Spielen angelangt, braucht es Geduld beim Lesen der theoretischen Einheiten und beim Anfertigen von Buchstaben- und Lautkarten etc. Der theoretische Teil, das kann ich als Absolvent eines Lehramtsstudiums sagen, ist im Großen und Ganzen richtig. Ein paar Kleinigkeiten könnte man noch verbessern (eindeutigere Beispiele ...). Jedoch glaube ich gar nicht, dass die Eltern, die die Autorin als mit der Schulsituation grundsätzlich überfordert darstellt (das tut sie dann immer scherzhaft dar, ist es aber nicht so gemeint), überhaupt die Muße haben, sich das alles durchzulesen (muss man sich auch nicht merken, betont sie, aber warum steht es dann drin?). Für mich ist das viel zu viel außenrum. Dazu kommen nämlich noch die Erfahrungen mit ihren Kindern, in ihrem Job, den sie nicht müde wird zu erwähnen und dieser Schreibstil, der anscheinend gerade in Mode ist (Bloggersprache). Mir ist das zu aufgebauscht. Keep it short and simple, das KISS-Prinzip sollte auch für Texte für die Eltern gelten.

    Auch das Anfertigen von Karteikarten und Material sorgt dafür, dass das 5-Minuten-Konzept nicht aufgeht, oder allenfalls, wenn man das Material im Voraus für alle Spiele gebastelt, haltbar gemacht (einlaminieren?) und in passende Einheiten zusammengefasst hat. Sehr schade finde ich es, dass hier kein Material zum Download oder Herausnehmen zur Verfügung gestellt wird, was keinen großen Aufwand für Experten bedeutet, aber Eltern jede Menge Arbeit abgenommen hätte.

    Von der Aufmachung des Buches war ich im ersten Moment sehr angetan. Alles ist schön gegliedert, besonders Wichtiges ist hervorgehoben, Erklärungen dadurch verständlicher. Leider ist die Schrift sehr klein, es gibt viele Seiten, die nicht komplett gefüllt sind oder auf denen nur bunte Blöcke Platz einnehmen und das bei einer sehr kleinen Schrift, aber breiten Rändern und einem großen, eher unhandlichen und schweren Format.

    Die Spiele, soweit ich sie genauer unter die Lupe genommen habe, sind mit vorbereitetem Material schnell durchführbar (so klappt es dann mit den 5 Minuten), sie sind abwechslungsreich. Manchmal geht es um Schnelligkeit, dann ist mehr Action drin, ein anderes Mal um Genauigkeit. Die Schwierigkeit steigert sich von Phase zu Phase. Die richtige Phase zu finden, in der sich die Kinder gerade in der Schule befinden erscheint möglich. Die Spielanleitungen sind übersichtlich. Die Autorin listet das benötigte Material auf und gibt eine strukturierte Durchführungsanleitung. Leider ist mir der Schreibstil auch da zu aufgebauscht. Meist zeigt ein großes Foto die Autorin beim Spiel mit ihren Kindern oder eine Spielsituation mit Material und ein kleines Bild etwas Ähnliches. Auch hier muss ich sagen ein typisches Bloggerbuch. Man weiß sich selbst groß abzulichten, auch in den Theorieblöcken. Für mich ist das - so leid es mir tut - verschwendeter Platz, der niemandem nützt. Ein kleines Bild vom Spielaufbau oder -material hätte vollkommen genügt. Ebenso unnötig für die Eltern ist die wirklich störende Produktplatzierung, da man auch anderes Material verwenden kann, das steht dann auch in den Anleitungen.

    So bin ich ständig hin- und hergerissen zwischen den guten Grundlagen und abwechslungsreichen Spielen auf der einen positiven und viel unnötigem Brimborium auf der anderen negativen Seite. Da die Spielideen für mich aber ausschlaggebend sind, bekommt das Buch von mir 3 Sterne. Eltern mit Problemen beim Lesen und in der deutschen Sprache rate ich allerdings, sich eine kürzer gefasste Alternative (Lernblock) oder eine Lern-App zu suchen.
    Schneider, M: Paradiese von gestern

    Mario Schneider
    Schneider, M: Paradiese von gestern (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    In weiten Teilen zu langatmig

    Ella und René, ein junges, frisch verliebtes Paar aus Ostdeutschland, unternehmen kurz nach dem Mauerfall eine Urlaubsfahrt in ihr Sehnsuchtsland Frankreich. Eines Abends verfahren sie sich und kommen in einem geschlossenen Hotel unter. Einzige sonstige Bewohner sind Gräfin Charlotte und ihre Butler Vincent. Das schlossartige Gebäude liegt wie im Dornröschenschlaf und vor allem Ella, eine Schauspielerin, ist begeistert von der edlen Kulisse, fühlt sich aber von Renè bald nicht ausreichend geliebt. Dann werden sie auch noch von der Gräfin zu einem Abendessen eingeladen, zu dem auch unverhofft der Sohn des Hauses, Alain, auftaucht und für Ärger sorgt, was die Pläne seiner Mutter durcheinanderbringt. Nachdem auch René und Ella sich gestritten haben, nimmt Alain René mit nach Paris. Diese Auszeit gibt allen Gelegenheit, ihre Beziehungen zu überdenken.

    Nach dem Klappentext und dem Prolog, in dem eine junge, verheiratet Adlige mit Kind eine kurze Urlaubsaffäre mit einem Angestellten hat, war ich sehr neugierig, wie das wohl alles zusammenhängen könnte. Der Klappentext ist so formuliert, dass man nach dem Eklat beim Abendessen etwas Außerordentliches erwartet. Doch bis es überhaupt zum Abendessen kommt, vergehen mindestens 150 Seiten, in denen zunächst noch sehr schön die Landschaft und das Schloss beschrieben werden und viele Gespräche zwischen Ella und René geführt werden. René steht dabei sehr unter dem Bann von Ella und tut nahezu alles, was sie will. Ella hingegen ist als Protagonistin sehr anstrengend, nie zufrieden und manchmal richtig aufdringlich auch den Gastgebern gegenüber, so dass ich von ihrer schnell überdrüssig war. Ständig dreht sich alles um ihre Befindlichkeiten und das ist recht ermüdend.

    Auch der langatmige, selbst für die 90er Jahre antiquierte und verstaubte Schreibstil, der zwar nicht schwer zu lesen ist, aber die Geschichte einfach nicht zielstrebig genug verfolgt, trug dazu bei, dass ich bald das Interesse verlor. Denn mitnichten änderte sich die Atmosphäre im Roman nach dem missglückten Abendessen. Es gibt nur den Ortswechsel nach Paris, wo man in eine Gesellschaft eingeführt wird, mit der ich persönlich jetzt so gar nichts verbinden konnte und die mich auch nicht interessiert hat. Über "The people", eine Art obere Zehntausend von Paris, konnte ich nur den Kopf schütteln. Vermutlich sollte dieser Teil amüsant sein, doch ich fühlte mich, genau wie René, fehl am Platz. Oft wechselte die Perspektive zwischen Paris und dem Hotel hin und her, so dass man auch Ellas distanzloses Verhalten mitbekam.

    Ingesamt fehlt es dem Roman an irgendeiner Form von wirklich bedeutsamer Handlung. Es prasselt Gedanke um Gedanke irgenwie ungeordnet auf den Leser ein und zeitweise kam es mir so vor, als konstruierte der Autor die Geschichte zum Zwecke der Unterbringung aller Vergleich, Metaphern und Formulierungen, die ihm irgendwann in den Sinn kamen, aber noch nicht ausreichend präsentiert werden konnten. Das Buch wäre sicher um Längen besser, wenn die Geschichte nicht so ausschweifend erzählt worden wäre. Teilweise sind mir wirklich die Augen zugefallen und oft hat sich alles in mir gesträubt, das Buch überhaupt wieder in die Hand zu nehmen. Ich habe Wochen dafür gebraucht, weil es nach dem Prolog kaum etwas gab, das mich neugierig gemacht oder berührt hätte.

    Auf den letzten 50 Seiten ging es dann wieder, der Roman wurde einigermaßen schlüssig beendet. Der große Aha-Effekt blieb allerdings aus. Die Begründung, warum der Sohn sich irgendwann von der Mutter distanziert hat, schien mir nicht ganz ausreichend. Auch für die Beziehung der beiden jungen Leute konnte ich kaum eine Veränderung feststellen. Und das nach 500 quälend langen Seiten. Für mich war das Buch ein Fehlgriff, was aber nicht heißt, dass es jedem Leser so gehen muss. Cover, Prolog und die Zusammenführung aller Fäden am Ende sorgen für 2 Sterne.
    Eingemacht & zugedreht

    smarticular Verlag
    Eingemacht & zugedreht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Tolles und vielseitiges Buch rund ums Haltbarmachen

    Ich liebe alle meine Bücher von smarticular, aber dieses hat mich nochmal besonders überzeugt. Spätestens mit der unklaren Weltlage und seit dem Lockdown habe ich das Bedürfnis, mich mit der Vorratshaltung zu beschäftigen. Zudem ist sie eine gute Möglichkeit, übrig bleibendes, frisches Gemüse aus dem eigenen Garten in lecker Eingemachtes zu verwandeln, anstatt es wegwerfen zu müssen, weil man gar nicht so viel davon essen kann. Zudem nimmt man etwas aus dem Sommermonaten mit in die dunklere Jahreszeit. Mit jedem Glas, das man öffnet, holt man sich so den Sommer zurück. Genau diese Philosophie vertritt auch das Buch.

    Bevor es jedoch mit den Rezepten losgeht, bekommt man Informationen über wichtige Grundlagen beim Einmachen, so dass Gläser keimfrei und Botulimus vermieden wird. Es ist super, dass hier auch auf mögliche Symptome eingegangen wird. Bisher war mir dieser Aspekt gar nicht so bewusst. Im weiteren gibt es wertvolle Tipps zur Lagerung von Obst und Gemüse nicht nur in der Küche, sondern im eigens gebauten Erdkeller. Auch hier wird nicht verschwendet, sondern wiederverwendet, denn der Erdkeller wird aus einer alten Waschmaschinentrommel gebaut. Allein für solche Ideen sind die Smarticular-Bücher Gold wert.

    Im Folgenden gibt es dann zu den verschiedenen Formen der Haltbarmachung Rezepte, Tipps und Tricks. Es geht ums Trocknen, Haltbarmachen mit Salz, Fermentieren, Konservieren mit Essig, Zucker und Alkohol, ums Einkochen und Einmachen, Entsaften und Einfrieren, was dieses Buch zu einem allumfassenden Ratgeber macht, der keine Ergänzung benötigt. Jede Art des Haltbarmachens wird grundlegend und verständlich erklärt, nötiges Zubehör wird genauso genannt wie Tipps zum guten Gelingen und verwendete Rohstoffe.

    Zu jedem Kapitel gibt es eine Vielzahl von grundlegenden und raffinierteren Rezepten, die übersichtlich aufgebaut sind und relativ einfach nachgemacht werden können. Eigenes Gemüsebrühpulver findet man hier, selbstgemachten Maggie-Ersatz, saure Gurken, Kimchi, Kompott, Gelee, Sirup, Chutneys, Soßen und vieles mehr. Die Rezepte machen genaue Angaben zur Menge, zu den nötigen Utensillien und zur Zubereitung. Auch findet man in jedem Kapitel Infos zur Haltbarkeitsdauer. Die Rezepte sind so ansprechend bebildert, man möchte am liebsten gleich alles auf einmal ausprobieren. Ein sehr empfehlenswertes, richtig geniales Grundlagenwerk für Anfänger, aber auch für fortgeschrittene Vorratshaltung.

    5 Sterne, weil man nur 5 geben darf
    Der Unbekannte

    Christine Brand
    Der Unbekannte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Sehr fesselnd!

    Nathaniel, der Bekannte der Journalistin Milla Nova, ist blind, seit er mit elf Jahren durch einen Schuss in den Kopf schwer verletzt wurde. Sein Vater hatte nicht nur ihn angeschossen, sondern auch seine Schwester und seine Mutter ermordet. Eine Familientragödie, so wurde es von der Polizei seinerzeit ermittelt. Durch das Zureden einer Bekannten und um mit der Sache endlich abschließen zu können, bemüht sich Nathaniel um Einsicht in die Akten, doch diese sind abhanden gekommen. Je mehr sich Nathaniel mit dem Fall beschäftigt, umso mehr Zweifel kommen ihm an der Richtigkeit der Ermittlungsergebnisse. Wer war sein Vater wirklich? Und wer hat ein Interesse daran, ihn von weiteren Nachforschungen abzuhalten? Auf die Hilfe von Milla kann Nathaniel zunächst nicht zählen, denn die hat ganz andere, private Probleme. Ein hochrangiger Politiker liegt tot im Bett ihrer Mutter. Da ist guter Rat teuer.

    Im vierten Band der Reihe um die Journalistin Milla Nova steht der ruhige Nathaniel und seine Familiengeschichte im Vordergrund, aber auch die Beziehung von Milla und ihrem Polizistenfreund Sandro, die Leiche in der Wohnung ihrer Mutter und der damit verbundene Fall sind perfekt eingebunden. Die verschiedenen Handlungstränge wechseln sich in relativ kurzen Kapiteln an besonders spannenden Stellen ab, so dass man gar nicht anders kann, als Seite um Seite zu verschlingen. Man möchte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt. Vor allem der alte Fall war wirklich spannend und sehr glaubwürdig dargestellt und bindet in veränderter Form wahre Begebenheiten der Schweizer Geschichte mit ein.

    Auch die persönlichen Angelegenheiten der Protagonisten entwickeln sich wieder weiter, teils in eine Richtung, die man so nicht erwartet hätte. Um das Buch zu lesen ist es aber nicht unbedingt notwendig, die vorherigen Bände und Ereignisse zu kennen, obwohl ich die Vorgängerbände auch wärmstens empfehle, da Christine Brand einfach sehr gut recherchiert und immer interessante Tatsachen mit Fiktion vermischt. Auch in diesem Band kann man wieder unglaublich gut Vermutungen anstellen und miträtseln, was denn nun in der Vergangenheit in Nathaniels Familie passiert ist bzw. auch gleich noch, wie der Politiker zu Tode kam. Und selbst wenn man etwas ahnt, schafft es die Autorin trotzdem, den Leser zu überraschen. Ein richtig toller Krimi, unbedingt lesen!

    5 Sterne
    Valentine, J: Ich bin Joy

    Jenny Valentine
    Valentine, J: Ich bin Joy (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Hätte man mehr draus machen können

    Bisher waren Joys Eltern Weltenbummler, so dass sie und ihre Schwester Claude selten lange an einem Fleck gelebt haben, sondern fast überall auf der Erde eine Zeit lang. Unterrichtet wurden sie von der Natur und von ihrem Papa. Doch nun zieht die Familie nach England, weil der Großvater Unterstützung braucht. So viele Veränderungen auf einmal, da fällt es gar nicht so leicht, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Doch im Gegensatz zu ihrer Schwester versucht Joy immer das Positive im Blick zu behalten, auch wenn es ihr vor allem im Hinblick auf die Schule und ihre Strukturen schwer fällt. Außerdem gibt es zu wenig Natur und dann soll auch noch der alte Baum auf dem Schulhof gefällt werden. Aber nicht mit Joy!

    Das fröhliche Cover fanden wir sehr ansprechend und Joy ist auch wirklich so sympathisch, wie sie darauf wirkt. Auch war ihre Welt bis zum Umzug genauso bunt. Doch nun wohnt sie in einer grauen Siedlung bei ihrem muffeligen Großvater. Trotzdem versucht Joy - und das hat uns super an ihr gefallen - immer den Silberstreif am Horizont zu sehen. Sie ist grundsätzlich immer offen und positiv gestimmt, was Kindern wegen des vielen Drucks und der ganzen Weltprobleme heute teilweise abhanden kommt.

    Nicht ganz so gelungen finde ich als Mutter und Lehrer die Schilderung der Schule, insbesondere die überzogene Darstellung der Lehrkraft Mrs Hunter, die Joy oft sehr ungerecht behandelt, sie bloßstellt, sie nicht ausreden lässt, ihr Wissen nicht respektiert und es förmlich auf sie abgesehen hat. Da habe sogar ich Angst bekommen und das finde ich nicht gut, vor allem weil Joy das alles über sich ergehen lässt. Das widerspricht ihrem Charakter und ist für mich nicht stimmig. Später wird die Lehrerin dann - oh Wunder - ohne große Erklärungen zur Verbündeten. Auch das ist eher nicht glaubwürdig.

    Durch den uralten Baum, der im Schulhof steht, bekommt die Geschichte dann relativ spät einen Umweltaspekt und Joy einen neuen Freund, mit dem sie versucht, den Baum zu retten. Die Aktion und auch, dass hier ein überraschender Unterstützer auftaucht, finden wir toll. Nur leider ist die Geschichte dann allzu schnell aus und man erfährt eigentlich gar nicht, ob der Baum langfristig gerettet wird. Hier ist die Geschichte noch ausbaufähig.

    Insgesamt war es ein ganz nettes, sogar ein bisschen philosophisches Kinderbuch, das den Umgang mit Veränderungen, mit der Natur und mit Menschen thematisiert und zum Nachdenken anregt. 3,5 Sterne
    Livanios, E: Flora Flitzebesen (Leseanfänger Bd. 2)

    Eleni Livanios
    Livanios, E: Flora Flitzebesen (Leseanfänger Bd. 2) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Zauberhafte Hexengeschichte

    Als Flora Flitzebesen erfährt, dass die Erstklässler am Ende des Schuljahres eine Flugschau präsentieren, ist sie Feuer und Flamme und möchte am liebsten nur noch üben. Doch irgendetwas stimmt mit ihrem Besen nicht, denn der spielt völlig verrückt und sieht auch plötzlich gar nicht gut aus. Ob das mit dem Klassenausflug zur Kräuterhexe Calendula und deren Flugsalbe zu tun hat? Flora und ihr Freund Malte haben einen Verdacht. Doch werden sie den Besen wieder hinkriegen, so dass Flora an der Flugschau teilnehmen kann? Vielleicht klappt es mit Hilfe ihrer neuen Freundin, denn die ist eine Helfe.

    Wir kannten bisher weder Flora Flitzebesen, noch die Reihe "Selberlesen macht Spaß" des Coppenrath Verlages, daher waren wir auf beide sehr neugierig. Zunächst einmal ist der Band sehr gut unabhängig von den anderen Abenteuern der kleinen Hexe zu lesen. Meine Tochter mochte das Hexenmädchen mit den wilden roten Haaren und dem tollen Hexenhut sofort. Die Illustrationen sind aber auch wirklich schön und lassen eine toll Hexenwelt zum Leben erwecken, in der es viel zu entdecken gibt. Flora ist ein tolles Mädchen, schon eine richtig gute Hexe und eine gute Freundin.

    Auch die anderen Charaktere haben uns gut gefallen. Da gibt es den ruhigen Malte, aber ganz lebensecht auch den Störenfried Majoranus. Einige Situationen werden die kleinen Leser so oder so ähnlich wiedererkennen. Die magischen Momente, in denen gezaubert wird, waren hexig-schön. Weniger schön war es, dass Floras Hexenbesen verrückt spielt, doch es hat sehr viel Spaß gemacht, mit Flora auf die Suche nach der Ursache zu gehen. Man kann richtig schön miträtseln und trotzdem ist man von der Auflösung überracht.

    Das Motto der Reihe "Selberlesen macht Spaß" hat sogar meinen kleinen Lesemuffel gepackt und das obwohl das Buch schon etwas mehr Text enthält als klassische Erstlesebücher in Fibelschrift. Hier ist nur die Schrift etwas größer als in normalen Kinderbüchern. Auch die Kapitel sind schon ganz schön lang. Dazu gibt es aber richtig viele tolle Bilder, die die Geschichte illustrieren und das Lesen unterstützen, so dass meine Tochter (2. Klasse) motiviert war und das Buch recht gut gemeistert hat. Die Rätsel nach den Kapiteln sind ebenso liebevoll gestaltet und abwechslungsreich. So macht Lesen Spaß. Ganz toll ist auch, dass das Buch von Anfang an bei Antolin gelistet ist, hier für Klasse 3. So haben die Kinder noch die Möglichkeit, Punkte für das Lesen zu sammeln.

    Wir wollen uns jetzt auf jeden Fall noch den ersten Band der Erstlesereihe besorgen und freuen uns auf das Erscheinen des dritten. Flora Flitzebesen hat also zwei neue Fans.
    Das Haus der stummen Toten

    Camilla Sten
    Das Haus der stummen Toten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Beklemmende Spannung

    Nach dem Tod ihrer Mutter wuchs Eleanor bei ihrer lieblosen Großmutter Vivianne auf. Nun sehen sie sich nur noch einmal die Woche. Doch diesmal öffnet der gesichtsblinden Eleanor eine fremde Person und flieht unerkannt. Ihrer Großmutter liegt mit offener Kehle im Flur. Der Vorfall macht Eleanor immer noch zu schaffen, als sie Wochen später ein Notar darüber informiert, dass Vivianne ihr einen alten Gutshof mit dem Namen Solhöga vererbt hat, von dem Eleanor noch nie gehört hat. Mit ihrem Freund und ihrer Tante trifft sie sich dort mit dem Notar. Doch bald kommt es zu seltsam bedrohlichen Vorfällen auf dem Hof, den sie wegen eines Schneesturms nicht mehr verlassen können. Wer steckt dahinter?

    Das bedrohliche Cover passt ganz gut zu diesem spannenden Thriller, auch wenn ich mir das Gutshaus etwas anders vorgestellt habe beim Lesen. Zum Glück hatte ich den Klappentext nicht so genau gelesen, denn das hätte der Geschicht doch etwas von ihrer reichlichen Spannung genommen. Schon am Anfang merkt man, dass in dieser Familie einiges im Argen liegt und gelegen haben muss. Die Protagonistin Eleanor ist eigentlich eine sympathische Frau, hat aber auch unter der lieblosen Erziehung ihrer Großmutter gelitten und oft war ich mir nicht sicher, ob das, was Eleonor als bedrohlich empfindet, wirklich real ist oder ob es Hirngespinste sind. Ihre Gesichtsblindheit bringt auch einen großen Unsicherheitsfaktor für den Leser, ebenso wie die Wetterlage.

    Die Beschreibung des Gutshofes Solhöga ist der Autorin wirklich gut gelungen. Obwohl eigentlich ein ganz normales Anwesen, wirkt es schon nach kurzer Zeit wie ein gruseliges Spukhaus mit Gänsehautgarantie. Man fragt sich, warum die Großmutter so lange nicht dort war, dass Eleanor es gar nicht kennt. Was passierte dort? Diesem Geheimnis kommt der Leser nach und nach durch Rückblicke der Hausangestellten Annika auf die Spur, deren Tagebuch auftaucht, aber auf polnisch verfasst ist. Durch die Rückblicke und die überschaubare Kapitellänge wird man als Leser sehr stark und ohne Rücksicht in immer beklemmendere Situationen hineingedrängt. Weglegen kann man das Buch aber auch nicht, da man viel zu neugierig ist, wie alles zusammenhängt. Man ahnt vielleicht, was vorgefallen ist, doch auf den Täter bin ich nicht gekommen. So mag ich das.

    Daher bekommt das Buch trotz des verräterischen Klappentextes 5 Sterne.
    Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 8: Ozeane

    Carola von Kessel
    Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 8: Ozeane (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Ein Meer an Wissen über die Ozeane

    Dies ist bereits der achte Band aus der mittlerweile etablierten Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser-Reihe. Es geht die Ozeane und Meere auf der Erde. Die Reihenzughörigkeit und das Thema erkennt man auf den ersten Blick. Auch innen ist das Buch ähnlich aufgebaut, wie die Vorgängerbände. Neben ganz viel Sachinformationen über die Erde in großer Fibelschrift, gibt es nach jedem farblich schön gekennzeichneten Kapitel wieder jede Menge Rätsel zur Auflockerung, Überprüfung und Festigung des Gelesenen. Auch die obligatorische Stickerseite ist wieder mit dabei.

    Diesmal geht es in die spannende Tiefsee. Wunderschöne Illustrationen und einige Fotos unterstützen das Verständnis des Textes, der kindgerecht formuliert ist. Natürlich enthält er auch einige Fachbegriffe, die jedoch immer erklärt werden. Neben der Definition der Begriffe Meer und Ozeane, erfahren Kinder, wie sie entstanden sind und welche Besonderheiten sie haben (z. B. Gezeiten, Wellen). Im zweiten Kapitel geht es um die Geheimnisse der Meere und ihre Erforschung, im dritten werden Meeresbewohner vorgestellt, während im vierten und letzten Kapitel die Gefährdung der Meere und Umweltschutz das Thema sind. Ein Inhaltsverzeichnis hilft bei der Orientierung.

    Gerade das Thema Ozeane, Meerestiere und ganz vorn mit dabei die Tiefsee sind sehr spannend und interessant für Kinder, da sie die Welt gern verstehen wollen und oft sehr viele Fragen dazu haben. Für mich ist es ganz wichtig, dass Kinder lernen auch mit Sachtexten zurechtzukommen und diese auch verstehen, denn so können sie sich selbst informieren und das Herauslesen von Informationen aus Texten ist eine Schlüsselkompetenz, die sie ein Leben lang brauchen werden. Hier können Erstleser diese Kompetenz in ihrem Schwierigkeitsniveau einüben. Alles ist sehr strukturiert präsentiert, so dass sich Kinder gut zurecht finden.

    Zum Überprüfen und Festigen des Gelesenen sind wiederum die Rätsel gut, welche auch mal etwas kniffliger sind. Die Informationen sind wirklich gut aufbereitet, vor allem das Kapitel über die Gefahren für die Meere und wie man sie schützen kann, gab uns ganz viel Anlass zum Gespräch. Die Stickerseite, auf der Tiefseebewohner eingeklebt werden sollen, hat uns diesmal ganz besonders gut gefallen.

    Insgesamt bin ich wirklich begeistert, dass Erstleser durch so ein Buch die Möglichkeit bekommen, sich selbst Wissen anzueignen. Auch für Referate in der Grundschule kann ich mir das Buch gut vorstellen. Es ist super, dass die meisten Ravensburger Bücher - so auch dieses - bereits zum Erscheinungstag bei Antolin gelistet sind. Es motiviert die Kinder noch zusätzlich, dass sie dort Punkte sammeln können. Von uns bekommt das Buch 5 Sterne.
    Orso, K: Timmy Tiger. Ich komme in die Kita!

    Kathrin Lena Orso
    Orso, K: Timmy Tiger. Ich komme in die Kita! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Niedlicher Begleiter vor und in der ersten Kita-Zeit

    Timmy Tiger ist schon groß und heute ist sein erster Tag allein in der Kita. Doch Timmy ist sich nicht sicher, ob er das schafft und möchte lieber zurück nach Hause, wo man die ganz tollen Sachen machen kann. Sein Papa ermuntert ihn, sich doch erstmal alles anzusehen. Und tatsächlich zeigen die anderen Kinder Timmy nacheinander, was für supertolle Sachen man auch in der Kita machen kann. Und ehe er sich's versieht, wird er auch schon wieder abgeholt. Zum Glück darf er morgen wieder kommen.

    Das Buch passte bei uns gerade sehr gut, da unser Nachwuchs ganz neu in der Krippe ist und anfangs noch ein bisschen Eingewöhnungsschwierigkeiten hatte. Die Geschichte von Timmy Tiger, der seinen ersten Tag in der Kita verbringt, ist da ein idealer Begleiter. Die Geschichte beginnt mit dem Bringen durch den Papa und endet, als er Timmy wieder abholt. In der Zwischenzeit lernt Timmy lauter tolle Sachen kennen, die man in der Kita machen kann und ist so abgelenkt und staunt, dass er eigentlich gar nicht merkt, dass Papa weg ist.

    Auf den Doppelseiten in der Mitte nimmt ihn jeweils ein anderes Kita-Kind unter seine Fittiche und zeigt ihm, dass man tanzen, basteln, lesen, Musik und tolle Rollenspiele in der Kita machen kann. Und gleichzeitig sind da noch viele andere Kinder, mit denen man spielen kann. Der Text ist in schöne, kindgerechte Reime verpackt, wobei sich ein Satz wie ein Mantra immer wiederholt, nämlich, dass man in der Kita tolle Sachen machen kann. Die Reime bringen schon den Kleinen ganz viel Spaß und Gelegenheit zum Mitsprechen.

    Die Illustrationen sind einfach niedlich und kommen bei uns super an. Die Räume und Tiere sind in ganz tollen Farben gestaltet und wirken fröhlich bunt ohne quietschig zu sein. In der Mitte widmet sich eine Doppelseite immer einer Aktivität, die Timmy zusammen mit Flamingo, Maus, Pand, Koala und Elefant erlebt. Dabei stehen die Figuren und die Tätigkeit im Vordergrund, trotzdem gibt es auf den meisten Seiten noch einiges mehr zu entdecken. Unsere Kleine nimmt das Buch auch nach erfolgreicher Eingewöhnung noch unheimlich gern in die Hand, blättert es durch und zeigt mir immer wieder ihre liebsten Details in den Illustrationen. Am Ende winkt sie wie Timmy den Kindern zu und ruft "Ciao, ciao", was mir zeigt, dass das Buch goldrichtig bei uns ist. Dafür gibt es eine ganz dicke Empfehlung von uns. 5 Sterne
    Solange gehört das Leben noch uns

    Josefine Weiss
    Solange gehört das Leben noch uns (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Glück im Unglück

    Die junge Anwaltsgehilfin Ina pflegt neben ihrer Arbeit in einer Kanzlei und ihren Unterrichtsstunden in der Musikschule ihren sterbenskranken Großvater, bei dem sie nach dem Unfalltod der Eltern aufgewachsen ist und zu dem sie ein inniges Verhältnis hat. Doch die Dreifachbelastung wächst ihr bald über den Kopf, ständig muss sie Verabredungen mit Fast-Freund Bastian absagen und auch ihrem Opa wird sie nicht mehr gerecht. Schweren Herzens bringt sie ihn in einem Hospiz unter. Im zugehörigen Garten trifft sie auf einen Mann, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt und der es schafft, ihre Angst zu mildern. Ina hält Richard für einen Besucher, doch auch er wartet im Hospiz auf das Unausweichliche. Wie soll Ina mit der bereits entstandenen Zuneigung umgehen?

    Ich habe mit einem sehr traurigen, vielleicht sogar rührseligen Roman gerechnet und bin sehr positiv überrascht, dass das Buch so viel mehr bietet, als auf die Tränendrüse zu drücken. Sehr authentisch sind die Beschreibungen der Ängste, der Nöte und der Gefühle der Protagonistin Ina, deren Gedanken hauptsächlich geschildert werden. Aber auch die Nachbarin und Freundin ihres Großvaters Ruth, die sie unterstützt und ihr Mut zuspricht, ist mir sehr sympathisch.

    Wie Ina habe ich mir ein Hospiz anders vorgestellt und könnte mir vorstellen, dass hier alles etwas zu positiv dargestellt wird. Von Personalmangel oder Zeitdruck keine Spur. Aber darum geht es im Buch auch nicht. Vordergründig geht es um Glück im Unglück, um eine Liebe, die keine Zukunft haben wird und die widerstreitenden Gefühle und die Ängste, die damit einhergehen. Die Geschichte bringt mich aber auch dazu, über das Sterben, viel mehr aber noch über das Leben nachzudenken und mich auf das Wichtige zu konzentrieren, den Moment auszukosten.

    Obwohl man weiß, dass es kein Happy End mit Ina und Richard geben kann, freut man sich doch über ihre schöne, aber begrenzte gemeinsame Zeit, die so kostbar ist. Die Protagonistin Ina wächst an ihr. Ein paar Tränen sollte man auf jeden Fall einkalkulieren und Taschentücher bereitlegen.

    5 Sterne
    Die magische Mondreise

    Teresa Heapy
    Die magische Mondreise (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Wunderbare Freundschaftsgeschichte

    Die kleine Maus möchte sich etwas beweisen und allein zum Mond reisen. Dafür zeichnet und werkelt sie am perfekten Plan für ihre Mondreise. Obwohl ihr Freund Bär sie gern begleiten möchte, lehnt sie seine Hilfe ab. Schließlich hat sie doch einen Plan. Doch im dunklen Wald nützt selbst der nichts und so ist die Maus froh, dass der Bär ein richtig guter Freund ist und sie sich immer auf ihn verlassen kann. Gemeinsam entdecken sie ein richtiges Wunder.

    Ich war schon vom Cover und er Beschreibung richtig angetan. Die liebevolle Gestaltung macht richtig Lust, in dem Buch zu blättern und die Neugier sorgt dafür, dass das Buch zu einem tollen Vorlese-Erlebnis wird. Die Geschichte allein ist schon so schön. Die kleine Maus scheint ein bisschen unsicher zu sein und wagt sich allein in die Welt, was sehr mutig ist. Und sie macht das richtig gut, plant alles ganz akribisch. Aber weil es eben Dinge gibt, die man manchmal nicht einplant, ist es immer gut, einen Freund zu haben, der sich sorgt und der hilft, wenn es nötig ist. Die Geschichte lässt sich sehr gut auf die Lebenswelt der Kinder übertragen. Schon Kindergartenkinder erfahren, wie schön es ist, einen Freund zu haben und warum Freundschaft wichtig ist, dass man viel zusammen erleben kann. Dass es schön ist, wenn da jemand ist, auf den man sich verlassen kann.

    Ein absoluter Traum sind die Illustrationen von David Litchfield, der sowohl mit Licht und Dunkel spielt, als auch mit warmen und kalten Farben und so für einige magische Momente in der Geschichte sorgt, die wirklich außergewöhnlich nahe gehen und meine Tochter richtig in Staunen versetzt haben. Auch die Emotionen aus dem Buch haben sich sehr gut auf uns übertragen. Als Maus und Bär ihre besondere Entdeckung gemacht haben, mussten wir erstmal innehalten. Die hatten wir nicht erwartet und haben sie beide mit einem unwillkürlichen, staunenden "oooh" kommentiert. Eine wunderschön und liebevoll illustrierte Geschichte für Kinder ab 3 Jahren.

    5 Sterne
    Spontan mit Plan - Wien

    Alexandra Gruber
    Spontan mit Plan - Wien (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Die nächste Wien-Reise kann kommen

    Schon allein optisch fällt dieser Reiseführer der Reihe "Spontan mit Plan" auf, denn die Sehenswürdigkeiten, die er aufführt sind wie auf dem Cover etwas, das man durch ein Guckloch erst wirklich entdeckt, wenn man näher hingeht oder hineinblättert. Hier soll man spontan für sich selbst, für Zwei oder für die ganze Familie tolle Erlebnisse finden und kann so Wien von allen Seiten her kennenlernen, auch von den eher unbekannten.

    Der Reiseführer ist in 5 Bereiche gegliedert, welche man gleich am Anfang mit der Aufzählung der verschiedenen Empfehlungen als Inhaltsübersicht findet: Erleben & Entdecken, Kulinarik & Genießen, Kultur & Geschichte, Aktivität und Natur und Erforschen & Erfahren. Jeder Bereich bietet eine Vielzahl an Hauptattraktionen, aber auch viele kleine Tipps für Singles, Paare und Familien an, die mich größtenteil wirklich noch überraschen konnten, obwohl ich schon sehr oft in Wien war. Wer also etwas sucht, das nicht unbedingt auf den vielbegangenen Wegen von Touristenströmen liegt, der wird hier garantiert fündig. Trotzdem finden natürlich auch ein paar bekanntere Orte Erwähnung.

    Sehr übersichtlich präsentiert das Buch zu jeder Attraktion erst die wichtigsten Infos: Bei welchem Wetter ist die Aktion möglich? Für wen ist sie geeignet? Es gibt Angaben zu Öffnungszeiten, Dauer der Touren und zur Adresse/Anfahrt/Haltestelle. Informative Texte beschreiben die Lokalität und besondere Highlights sind fett gedruckt. Vor allem auch die Tipps im Anschluss sind wirklich Gold wert. Hier findet man Möglichkeiten zum Einkehren genauso wie Insider-Wissen. Jede Attraktion wird mit Farbfotos bebildert, so dass ich schnell einen Eindruck gewinnen konnte, ob sie für uns in Frage kommt. Zwischen den Kapiteln findet man noch Tipps für Schlechtwetter, für das Reisen als Familie oder am Wochende. Ein Inhaltverzeichnis mit allen im Buch erwähnten Sehenswürdigkeiten rundet das Angebot ab.

    Ich habe diesen innovativen Reiseführer vor allem in Hinblick auf Familienaktivitäten genutzt, die wirklich zahlreich vorgestellt werden. Vor allem in 3 Bereichen gibt es so viel zu entdecken, zu erleben, zu erforschen und um aktiv zu werden, dass es nicht so schlimm ist, dass die Bereiche Kulinarik und Kultur für Familien mit Kindern nicht so viel bieten. Trotzdem bekommt man locker vermutlich mehr Tage mit Aktivitäten vollgeplant, als man zur Verfügung hat und das ist natürlich ein guter Grund die lebenswerte Stadt Wien immer wieder zu besuchen und mit diesem tollen Reiseführer Neues zu entdecken. Eine schöne bunte Mischung für eine oder mehrere abwechslungsreiche Wien-Besuche. 4,5 Sterne
    Das Geheimnis hinter den Dünen

    Brigitte Ploenes
    Das Geheimnis hinter den Dünen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Leicht spannende Urlaubslektüre

    Nachdem die Zwillinge Ruby und Elisa mit 14 Jahren beide Eltern verloren haben, leben sie bei ihrer Oma Gesa auf einer kleinen Nordseeinsel. Auch Krankenschwester Marie wird zu einer engen vertrauten. Die beiden Schwestern sind sehr verschieden: Ruby ist offen, studiert halbherzig und macht gern Party, Elisa hingegen ist zurückhaltend, in sich gekehrt, malt sehr talentiert und baut sich eine erfolgreiche kleine Galerie auf. Dort trifft sie auf den geheimnisvollen Künstler Conor, doch als sie ihm etwas näher kommt, wird in ihrer Galerie ein Feuer gelegt und sie verliert alles. Sie zieht notgedrungen bei Ruby ein und lernt zufällig den bodenständigen Malte kennen. Als die Zwillinge zum Geburtstag ihrer Oma fahren, ist Elisa erstaunt, dort auch Conor zu treffen, nur heißt er jetzt Patrick. Wo ist sie da bloß hineingeraten und warum möchte Gesa nicht, dass sie ihr altes Zimmer betritt?

    Nach einem kurzen Prolog über die Kindheit der Mädchen, beginnt die Geschichte schon recht geheimnisvoll. Vor allem Conor, der sich merkwürdig benimmt, gibt dem Leser Rätsel auf. Und plötzlich ein Feuer und Elisa steht vor dem Nichts. Das hat mich neugierig gemacht, was es denn damit wohl auf sich hat und auch mit der Dame, die regelmäßig in die Galerie kommt, um Conors Bilder zu kaufen. Man merkt auch, wie die sehr zurückhaltende Elisa durch ihr Interesse an Conor etwas auftaut und kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Verluste damals wie heut nachempfinden. Dass Conor beim Brand plötzlich verschwindet, fördert nicht gerade das Vertrauen in ihn.

    Besonders gern mochte ich Marie und Oma Gesa, die sich eigentlich recht ähnlich sind und nur das Beste für die Mädchen möchten. Ruby hingegen hat mich teilweise etwas genervt, weil sie eigentlich nichts auf die Reihe bringt, nur an Männer denkt und doch oft Elisas Art kritisiert. Malte ist eher der Normalo und bleibt ein bisschen blass.

    Die Geschichte selbst verbindet die Entwicklung der beiden Schwestern (vor allem Elisas) mit einer Art Krimi und ein bisschen Liebesgeschichte zu einer interessanten, leicht lesbaren und manchmal spannenden Mischung, bei der man einiges vorhersehen kann, aber trotzdem unterhalten wird. Leider endet die Geschichte nach einem klitzekleinen Showdown recht schnell und unspektakulär. Die Beschreibung der Insel, ihrer Natur und der Menschen, die dort Leben hat mir sehr gut gefallen. Auch das Cover stimmt schon mal auf einen Urlaub am Meer ein. Als Sommerlektüre geeignet.

    4 Sterne
    Die Mittsommer-Bande

    Corinna Wieja
    Die Mittsommer-Bande (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2022

    Tolles Ferienabenteuer in Schweden

    Flo fliegt mit ihrer Familie in den Sommerferien nach Schweden, um ihre Brieffreundin Motte zu besuchen. Gemeinsam wollen sie auf der kleinen Insel, auf der Mottes Großeltern leben, richtig viele Abenteuer erleben. Gemeinsam mit Flos kleiner Schwester gründen sie eine Bande, futtern schwedische Leckereien, singen am Lagerfeuer und natürlich wollen sie der Legende vom weißen Rentier auf den Grund gehen. Zudem gibt es noch Opas Rätsel zu lösen und zwar vor Mottes Brunder Jonte und seiner Jungs-Bande. Ob sie das hinkriegen?

    Corinna Wieja erzählt kindgerecht, spannend und witzig die Ferienabenteuer von Flo und Motte. Dabei schafft sie ein unnachahmliches Schweden-Flair, bei dem sich die jungen Leser wunderbar in dieses Land träumen können, Stockbrot, Lakritz und Zimtschnecken inklusive. Besonders gefiel uns, dass die beiden Banden zunächst überhaupt nicht gut aufeinander zu sprechen sind, ja sich sogar gegenseitig ärgern, aber Flo immer wieder sehr vernünftig reagiert. Auch Opa Anders Rätsel sorgen für viel Abwechslung und geben die Möglichkeit, sich selbst bei der Lösung auszuprobieren.

    Sehr geheimnisvoll ist die Legende um das weiße Rentier und sobald die Mädchen immer in den Wald abtauchen entsteht eine geheimnisvolle nahezu mystische Stimmung. Sehr lustig sind hingegen Mottes Ente Omelette und die peinlichen Auftritte von Flohs Papa. Hier wurden von der Autorin wirklich viele abwechslungsreiche Ideen umgesetzt, die für richtig gute Unterhaltung beim Lesen sorgen und am liebsten möchte man, dass die Ferien im Buch nie zu Ende gehen. Ein unvergessliches Abenteuer!

    5 Sterne
    Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 72: Sonne, Mond und Sterne

    Patricia Mennen
    Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 72: Sonne, Mond und Sterne (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Himmelskörper und Raumfahrt für Kleinkinder erklärt

    Im 72. Band der Wieso? Weshalb? Warum? junior Reihe für Kinder ab 2 Jahren geht es um Himmelskörper und die Raumfahrt. Er beantwortet erste Fragen zum Thema Weltall: Warum gibt es Tag und Nacht? Wieso brauchen wir die Sonne? Was ist der Mond? Welche Planeten gibt es? Wie kommen wir in den Weltraum? Was ist eine Raumstation. Jede Doppelseite des Pappbilderbuches ist mit einer solchen Frage überschrieben. Ein kindgerechter, kurzer Text beantwortet die Fragen. Dazu passende Illustrationen und Klappen erläutern die Informationen und binden das Kind beim Lesen mit ein.

    Das Weltall ist weit weg, aber man kann es von der Erde aus betrachten. Daher ist es für Kinder schon immer ein spannendes Thema, weil vieles einfach nicht "greifbar" ist. Aufgrund des Titels bin ich aber eigentlich davon ausgegangen, dass sich das Buch mehr auf die Himmelskörper selbst konzentriert. Es beginnt auch ganz toll und erklärt, warum es Tag und Nacht gibt, es geht um die Sonne, den Mond, Planeten. Das war genau, was ich erwartet habe. Doch später geht es nur noch um Raumfahrt. Das war für mich so aus dem Titel nicht ersichtlich. Natürlich gehört sie für uns Menschen irgendwie dazu, doch hab ich zu dem Thema bereits ein Buch und ich finde der Teil gibt auch nicht so viel her. Vorher im Text erwähnte Begriffe wie die Sternschnuppe werden hingegen nicht näher erläutert. Auch der Begriff Galaxie oder Milchstraße fehlt mir.

    Die Illustrationen sind vor allem im vorderen Teil sehr schön, teilweise wimmelig, so dass sich einiges entdecken lässt. Die Klappen enthüllen veränderte Illustrationen, so dass die Kinder optisch zusätliche Informationen bekommen. Wieder im Raumfahrt-Teil muss ich leider sagen, dass die Illustrationen zwar gelungen, aber nicht so informativ und detailreich sind. Am Ende kommt dann die einzige Aufgabe für die Kinder, die sich dann aber wieder mit Himmelskörpern beschäftigt. Es sollen Sternzeichen zugeordnet werden.

    Für mich ist das Konzept der Wieso? Weshalb? Warum? junior Reihe in diesem Band nicht ganz aufgegangen. Trotzdem bietet es viele interessante Informationen. 4 Sterne
    401 bis 425 von 571 Rezensionen
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