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    Shilo1 Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 24. Juni 2020
    "Hilfreich"-Bewertungen: 36

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    804 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Die Winzertochter

    Martina Frey
    Die Winzertochter (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.10.2026

    Klara geht ihren eigenen Weg

    1899 steht das Weingut der Familie Wenninger nach den schweren Reblausjahren vor dem Ruin. Klara, die älteste Tochter, will sich damit nicht abfinden. Sie möchte das Familiengut retten und zeigen, dass sie dazu in der Lage ist. Doch ihr Vorhaben ist nicht einfach, denn Frauen haben zu dieser Zeit nur wenig zu sagen.
    Klara weiß, was sie will, und lässt sich nicht so leicht davon abbringen. Sie möchte ihrer Familie helfen, hat aber auch eigene Vorstellungen von ihrer Zukunft. Beides miteinander zu vereinbaren, ist nicht leicht. Immer wieder muss sie sich fragen, wie weit sie gehen kann, ohne alles aufs Spiel zu setzen.
    Für die Familie steht viel auf dem Spiel, denn ohne das Weingut verliert sie ihre wichtigste Einnahmequelle. Klara überlegt, wie sie den Betrieb retten kann, auch wenn andere an ihren Fähigkeiten zweifeln.
    Auch Liebe und Familie spielen eine wichtige Rolle. Doch Klara hat nicht nur Sorgen um das Weingut. Auch in ihrem eigenen Leben muss sie Entscheidungen treffen, die ihr nicht leichtfallen. Sie muss ihren Platz in einer Zeit finden, in der Frauen viele Dinge nicht selbst bestimmen dürfen.
    Martina Frey verbindet das Leben auf einem Weingut mit den Schwierigkeiten, denen Frauen Ende des 19. Jahrhunderts begegneten. Klara möchte nicht länger nur das tun, was von ihr erwartet wird. Sie will selbst entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll, und ist bereit, dafür einiges zu riskieren.
    Mir hat die Verbindung von Familiengeschichte und Weinbau gefallen. Der Roman zeigt eine junge Frau, die sich trotz der schwierigen Umstände nicht mit ihrer Lage abfindet.
    Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
    Hoffnung leuchtet wie ein Stern

    Elisabeth Büchle
    Hoffnung leuchtet wie ein Stern (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.10.2026

    Wenn die Vergangenheit Antworten gibt

    Timea versucht, mit ihrem inneren Schmerz fertigzuwerden. Waghalsige Unternehmungen helfen ihr dabei, ihre Gedanken für eine Weile zu verdrängen. Als Timea von ihrem Erbe in Grönland erfährt, macht sie sich auf den Weg dorthin. Sie lernt Mads kennen, der sich mit der Geschichte der Herrnhuter Mission befasst. Dabei kommen Dinge aus der Vergangenheit ans Licht, die auch Timeas Familie betreffen.
    In der alten Holzkiste liegen Briefe ihrer Vorfahrin. Sie erzählen davon, wie das Mädchen einst von Grönland nach Deutschland geschickt wurde und was es dabei erlebt hat. In den Briefen liest Timea von den Erlebnissen ihrer Vorfahrin. Manches davon kommt ihr bekannt vor, denn auch sie kennt das Gefühl, allein mit ihren Sorgen zu sein.
    Die Briefe erzählen von einem Mädchen, das seine Heimat verlassen musste. Sie zeigen, wie das Leben damals aussah und welche Rolle die Herrnhuter Mission spielte. Auch die Geschichte des Herrnhuter Sterns wird dabei aufgegriffen.
    In Grönland wartet auf Timea eine Landschaft, die sie so bisher nicht kannte. Zwischen Eis und alten Briefen erfährt sie mehr über ihre Familie. Die Briefe erinnern Timea an ihre eigenen Sorgen. Vieles, was ihre Vorfahrin erlebt hat, kann sie gut verstehen.
    Der Herrnhuter Stern begleitet die Geschichte als Zeichen der Hoffnung. Timea ahnt zunächst nicht, was die Briefe ihrer Vorfahrin mit ihrem eigenen Leben zu tun haben. Erst nach und nach versteht sie, warum deren Erlebnisse sie so beschäftigen. Mads hilft Timea dabei, mehr über ihre Vorfahrin und die Geschichte des Herrnhuter Sterns herauszufinden. Dabei kommen sich die beiden näher. Am Ende geht es für Timea auch darum, wieder Vertrauen zu fassen und ihren eigenen Weg zu finden.
    Elisabeth Büchle verbindet eine Familiengeschichte mit historischen Ereignissen und einer Liebesgeschichte. Die Briefe und die Entstehung des Herrnhuter Sterns geben der Handlung einen besonderen Hintergrund. Mir hat gefallen, wie Timea durch die Entdeckungen in Grönland nach und nach einen anderen Blick auf ihr Leben bekommt. Die Geschichte hat mir schöne Lesestunden geschenkt und bekommt von mir 5 Sterne.
    Das Haus der Zuflucht

    Larry Loftis
    Das Haus der Zuflucht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.10.2026

    Eine Frau, die nicht wegsah

    Als die Nationalsozialisten die Niederlande besetzen, bringt Corrie ten Boom sich selbst und ihre Familie in Gefahr, weil sie verfolgten Juden hilft. Zusammen mit ihrer Familie versteckt sie jüdische Flüchtlinge in einem geheimen Raum hinter ihrem Schlafzimmer. Die Gefahr, entdeckt zu werden, ist groß. Trotzdem macht sie weiter und gibt den Verfolgten ein sicheres Versteck.
    Das Leben der Familie verändert sich dadurch völlig. Bei jedem Besuch muss sie aufpassen, dass nichts auffällt. Die Menschen, die bei ihr Zuflucht finden, sind auf ihre Hilfe angewiesen. Doch irgendwann wird Corrie entdeckt und verhaftet. Damit beginnt für sie eine schwere Zeit im Gefängnis und später im Konzentrationslager.
    Ihr Glaube gibt ihr auch in den schweren Jahren im Gefängnis und im Konzentrationslager Halt. Nach dem Krieg ist Corrie in vielen Ländern unterwegs. Sie erzählt von ihren Erlebnissen und davon, warum Vergebung für sie wichtig ist.
    Neben der Hilfe für Verfolgte geht es auch darum, wie Corrie nach dem Krieg weiterlebt. Sie berichtet anderen Menschen von dem, was sie und ihre Familie erlebt haben.
    Corrie wusste, dass sie für ihre Hilfe bestraft werden konnte. Trotzdem ließ sie die Menschen nicht im Stich. Das Buch zeigt, welche Risiken sie und ihre Familie auf sich nahmen und was Corrie nach ihrer Rückkehr aus dem Lager aus ihrem Leben machte.
    5 Sterne für die Lebensgeschichte einer Frau, die verfolgten Menschen Schutz bot und später von ihren Erlebnissen berichtete.
    Die Schnabels

    Katrin Hörnlein
    Die Schnabels (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.10.2026

    Ein Alltag, den man sich kaum vorstellen kann

    17 Kinder in einer Familie. Das kann man sich heute kaum vorstellen. Wie muss das gewesen sein, wenn so viele Menschen auf engem Raum zusammenlebten und der Alltag jeden Tag organisiert werden musste?
    Beim Lesen bekommt man einen guten Einblick in das Leben der Familie Schnabel und in eine Zeit, in der vieles anders war als heute. Schon die alltäglichen Dinge müssen bei so vielen Menschen eine Herausforderung gewesen sein. Es musste genug zu essen geben, die Wäsche nahm kein Ende und auch die Kinder brauchten Zeit und Aufmerksamkeit. Die älteren Geschwister mussten bei der Betreuung der jüngeren mithelfen. Das gehörte damals zum Familienleben dazu.
    Sehr gefallen haben mir auch die vielen Fotos der Familie. Sie zeigen die Schnabels in ihrem Alltag und machen es leichter, sich das Leben mit so vielen Kindern vorzustellen. Beim Betrachten der Bilder bekommt man einen persönlichen Eindruck von der Familie. Für mich machen sie das Buch noch interessanter.
    Spannend fand ich auch, wie sich das Familienleben über die Jahrzehnte verändert hat. Dass der Vater arbeiten ging und die Mutter sich um Haushalt und Kinder kümmerte, war damals ganz normal. Doch auch die Mutter hatte eigene Wünsche und wollte mehr selbst entscheiden können.
    Immer wieder habe ich mich gefragt, wie viel jeder Einzelne zurückstecken musste, damit das Zusammenleben funktionierte. Bei so vielen Kindern konnte sicher nicht jeder Wunsch erfüllt werden. Gleichzeitig stelle ich mir vor, dass der Zusammenhalt unter den Geschwistern eine große Rolle spielte. Das Leben in einer so großen Familie muss seine eigenen Regeln gehabt haben.
    Das Buch zeigt, wie außergewöhnlich groß die Familie Schnabel war. Manches aus dem damaligen Familienleben kennt man vielleicht noch von den eigenen Eltern oder Großeltern. Anderes ist heute kaum noch vorstellbar.
    Beim Lesen wollte ich immer mehr über die große Familie und ihren Alltag erfahren. Es war interessant zu sehen, wie die Schnabels ihr Leben gemeistert haben. Gerade die Verbindung aus persönlichen Einblicken in das Familienleben und den vielen Fotos hat mir gefallen. Auf den Fotos sieht man die Familie einmal ganz anders. Dadurch bekommt das Gelesene für mich ein Gesicht.
    Von mir gibt es fünf Sterne für dieses interessante Buch über eine außergewöhnlich große Familie, ihren Zusammenhalt und die vielen Dinge, auf die man im Leben manchmal verzichten muss.

    Frag die Oma - das Kochbuch

    Renate Kaufmann
    Frag die Oma - das Kochbuch (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.10.2026

    Alte Rezepte, die bleiben

    Beim Durchblättern bekommt man gleich Lust, selbst etwas in der Küche auszuprobieren. Buchteln mit Vanillesauce, Krautfleckerln oder eine gute Rindsroulade erinnern an Gerichte, die schon früher gerne auf den Tisch kamen.
    Renate Kaufmann zeigt, dass man für gutes Essen keine lange Liste an Zutaten braucht. Die Rezepte sind verständlich erklärt und auch für Menschen geeignet, die nicht so oft am Herd stehen. Mir gefällt, dass die österreichische Küche mit ihren alten Rezepten hier einen festen Platz bekommt. Vieles davon kennt man vielleicht noch aus der eigenen Kindheit oder von Besuchen bei den Großeltern. Es wäre schade, wenn solche Rezepte mit der Zeit verloren gingen.
    Beim Lesen wird deutlich, dass es hier nicht allein ums Kochen geht. Gemeinsames Essen, vertraute Gerichte und kleine Gewohnheiten gehören genauso dazu. Auch die Haushaltstipps finde ich eine gute Ergänzung. Sie machen das Buch zu einem praktischen Begleiter für den Alltag.
    Ich mag, dass die Gerichte nicht unnötig kompliziert gemacht werden. Mit guten Zutaten und einer verständlichen Anleitung kann man vieles selbst zubereiten. Das macht Mut, auch einmal ein Rezept auszuprobieren, das man bisher noch nicht gekocht hat.
    Für mich ist dieses Kochbuch eine schöne Sammlung österreichischer Lieblingsgerichte und nützlicher Tipps. Es erinnert daran, wie viel Freude selbst gekochtes Essen machen kann. Wer traditionelle Rezepte mag und gerne Neues in der Küche ausprobiert, wird hier sicher fündig. Von mir gibt es dafür fünf Sterne.
    Den Geist aufgeben ist auch keine Lösung

    Laura Roth
    Den Geist aufgeben ist auch keine Lösung (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.10.2026

    Wenn Sicherheit nicht mehr reicht

    Marie Blum führt eigentlich ein Leben, um das man sie beneiden könnte. Sie hat einen guten Job, eine Tochter, einen scheinbar verlässlichen Ehemann und ein sicheres Zuhause. Trotzdem merkt man schnell, dass ihr etwas fehlt. Ihr Leben ist bequem geworden, aber glücklich macht es sie nicht.
    Das tätowierte Herz an ihrem Handgelenk erinnert sie an eine vergangene Liebe und an eine Zeit, in der sie noch ganz anders gelebt hat. Nach und nach wird deutlich, wie sehr sie diese Erinnerungen noch mit sich trägt. Als sie am Zentralfriedhof landet und ihr bisheriges Leben plötzlich mit anderen Augen sieht, beginnt für Marie eine Zeit, in der sie vieles hinterfragen muss.
    Laura Roth verbindet Maries Geschichte mit Gefühl und schwarzem Humor. An einigen Stellen musste ich schmunzeln, während mich ihre Situation an anderen Stellen eher nachdenklich gemacht hat. Dieser Wechsel hat mir beim Lesen gut gefallen, weil die Geschichte dadurch trotz der ernsteren Themen leicht zu lesen bleibt.
    Marie ist keine Frau, die einfach alles hinter sich lässt und plötzlich ein völlig anderer Mensch ist. Ihre Zweifel, ihre Erinnerungen und auch ihre Angst vor Veränderungen wirkten auf mich nachvollziehbar. Ich konnte gut verstehen, warum sie so lange an ihrem sicheren Leben festgehalten hat, obwohl sie dabei selbst immer unzufriedener wurde.
    Interessant fand ich auch die Frage, wie lange man eigentlich nur funktioniert, bevor man merkt, dass man dabei das eigene Leben aus den Augen verloren hat. Die Autorin macht daraus keine schwere Lebensweisheit. Stattdessen steckt sie diese Gedanken in eine unterhaltsame und manchmal etwas schräge Handlung.
    Der Schreibstil ist flüssig und lebendig. Viele Szenen konnte ich mir gut vorstellen und ich hatte schnell das Gefühl, Marie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat für mich gut funktioniert. Dadurch wird nach und nach verständlicher, warum Marie heute so lebt, wie sie lebt.
    Für mich ist das Buch eine Geschichte über verpasste Chancen, alte Gefühle und den Mut, noch einmal neu anzufangen. Sie hat mich zum Schmunzeln gebracht, mich aber auch an einigen Stellen nachdenklich werden lassen. Vor allem hat sie mir gezeigt, dass ein Leben, das festgefahren wirkt, nicht für immer so bleiben muss.
    Eine unterhaltsame Geschichte mit schwarzem Humor, echten Gefühlen und einer Liebe, bei der selbst der Tod nicht das letzte Wort haben muss. Dafür gibt es von mir sehr gern 5 Sterne.
    Die Spionin von London

    Julius Arth
    Die Spionin von London (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.10.2026

    Zwei Frauen gegen eine Verschwörung

    Schnell war ich mitten im London des Jahres 1683 und hatte dabei gleich ein gutes Bild von dieser kalten und schwierigen Zeit vor Augen. Emma und Ruth sind zwei Frauen, die ganz unterschiedlich mit ihrer Situation umgehen. Trotzdem führt ihr Weg zusammen, als sie merken, dass ihre Ehemänner in eine Verschwörung verwickelt sind.
    Emma steckt in einer Ehe fest, die sie sich nicht ausgesucht hat. Ruth hat dagegen ihre ganz eigenen Gründe, warum sie ihrem Mann nicht mehr trauen kann. Dass ausgerechnet diese beiden Frauen zusammenarbeiten müssen, fand ich interessant. Am Anfang verbindet sie nicht viel, doch nach und nach entsteht Vertrauen zwischen ihnen. Beide haben ihre Ängste und müssen Entscheidungen treffen, bei denen es um viel geht.
    Die Zeit und das damalige London werden mit vielen kleinen Einzelheiten beschrieben. Dadurch konnte ich mir die Umgebung beim Lesen gut vorstellen. Besonders der Frostmarkt auf der zugefrorenen Themse ist mir dabei im Gedächtnis geblieben. Auch Emmas Arbeit am Stand des Silberschmieds Guy Vallon bringt sie immer wieder in Situationen, die nicht ungefährlich sind.
    Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto größer wird die Gefahr für Emma und Ruth. Gerade gegen Ende habe ich öfter überlegt, ob ihr Vorhaben wirklich gelingen kann. Es gab einige Momente, in denen ich mit den beiden mitgefiebert habe. Gleichzeitig hatte ich nie das Gefühl, den Überblick zu verlieren.
    Die Verbindung von Spionage, historischen Ereignissen und dem Schicksal der beiden Frauen hat für mich gut funktioniert. Emma und Ruth stehen dabei klar im Mittelpunkt und ihre Zusammenarbeit hat der Geschichte etwas Eigenes gegeben. Ich fand es auch interessant zu sehen, wie beide mit ihrer schwierigen Lage umgehen und dabei immer wieder über ihren eigenen Schatten springen müssen.
    Ich habe das Buch gerne gelesen und konnte für einige Stunden in das London des 17. Jahrhunderts eintauchen. Die Mischung aus Spannung, historischen Hintergründen und den beiden Frauen hat mir gefallen. Vor allem der Wettlauf gegen die Zeit am Ende hat mich noch einmal richtig mitgenommen.
    5 Sterne.
    Noch einmal, für immer

    Mitch Albom
    Noch einmal, für immer (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.10.2026

    Eine Gabe mit ungeahnten Folgen

    Schon die Idee, im Leben manche Dinge noch einmal machen zu können, hat mich begeistert. Alfie entdeckt bereits als Kind, dass er eine ganz besondere Gabe hat. Fehler lassen sich für ihn rückgängig machen und er bekommt eine zweite Möglichkeit. Was zunächst wie ein großes Glück wirkt, bekommt mit der Zeit eine ganz andere Bedeutung.
    Alfie ist mir beim Lesen schnell nähergekommen. Zunächst geht er ziemlich selbstverständlich mit seiner Gabe um und nutzt sie auch, um peinliche oder unangenehme Situationen rückgängig zu machen. Nach und nach wird ihm jedoch klar, dass eine zweite Chance nicht automatisch bedeutet, dass danach alles besser wird.
    Als Gianna in Alfies Leben kommt, wird seine Gabe noch einmal auf eine andere Probe gestellt. Die Beziehung der beiden fand ich fesselnd, weil hier nicht einfach alles glattläuft. Liebe lässt sich nicht zurücksetzen wie ein falscher Schritt. Manche Entscheidungen haben Folgen, auch wenn man sich noch so sehr wünscht, sie anders getroffen zu haben.
    Die Geschichte verbindet eine besondere Idee mit ganz menschlichen Fragen. Was würde ich anders machen, wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte? Würde ich wirklich alles ändern wollen? Und was passiert mit den schönen Dingen, wenn man ständig versucht, Fehler zu vermeiden? Solche Gedanken sind mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf gegangen.
    Dabei bleibt Alfie für mich eine glaubwürdige Figur. Trotz seiner außergewöhnlichen Fähigkeit ist er kein Mensch, der immer weiß, was richtig ist. Gerade seine Unsicherheiten und seine Entscheidungen machen ihn für mich nahbar. Auch Gianna ist mir im Laufe der Geschichte immer wichtiger geworden.
    Schon ab den ersten Seiten hat mich die Geschichte gefesselt. Es gibt spannende Momente, aber auch Stellen, an denen ich einfach weiterlesen wollte, weil ich wissen musste, wie Alfie mit dem nächsten Problem umgeht. Gleichzeitig hat das Buch eine gefühlvolle Seite, die mir gefallen hat, ohne zu übertrieben zu wirken.
    Der Gedanke, dass es Dinge gibt, die selbst eine zweite Chance nicht ändern kann, ist bei mir hängen geblieben. Liebe und Tod lassen sich eben nicht nach den eigenen Vorstellungen lenken. Genau dadurch bekommt Alfies besondere Gabe auch ihre Grenzen.
    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte über Entscheidungen, Fehler, Liebe und die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist. Einige Gedanken haben mich auch nach dem Lesen noch ein Stück begleitet. Für mich waren es sehr schöne Lesestunden und deshalb gibt es von mir fünf Sterne.
    Die barfüßige Marquise

    Valérie Caron
    Die barfüßige Marquise (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.10.2026

    Zwischen Familie, Pflicht und Liebe

    Frankreich im Jahr 1793. Die Revolution verändert Marguerites Leben von einem Tag auf den anderen. Ihr Mann zieht mit den Aufständischen in der Vendée fort und sie bleibt mit ihren Kindern zurück. Von da an geht es für sie vor allem darum, irgendwie durch diese schwere Zeit zu kommen.
    Marguerite hat mir beim Lesen oft leid getan. Sie muss ihre Kinder schützen und gleichzeitig mit der Sorge um ihren Mann leben. Dazu kommen die Gefühle für Henri de La Rochejaquelein, die alles noch schwieriger machen. Ich fand es interessant zu sehen, wie sie mit dieser Situation umgeht, obwohl sie selbst oft nicht weiß, was der nächste Tag bringen wird.
    Die Flucht durch das vom Krieg geprägte Frankreich fand ich sehr eindringlich beschrieben. Man merkt, wie unsicher Marguerites Leben geworden ist und dass sie sich auf nichts mehr verlassen kann. Immer wieder muss sie Entscheidungen treffen und dabei vor allem an ihre Kinder denken.
    Auch die Begegnung mit Henri hat mir gut gefallen. Zwischen den beiden entwickeln sich Gefühle, obwohl eigentlich gar kein Platz dafür ist. Marguerite steht dadurch noch mehr zwischen ihrer Pflicht, ihrer Familie und dem, was sie selbst empfindet.
    Die Französische Revolution wird dabei aus einer sehr persönlichen Sicht gezeigt. Es geht nicht nur um die großen Ereignisse, sondern auch darum, was sie für Menschen wie Marguerite bedeuten. Ihr gewohntes Leben bricht weg und sie muss lernen, mit einer völlig neuen Situation zurechtzukommen.
    Marguerite ist mir im Laufe des Buches immer näher gekommen. Sie hat Angst und zweifelt, aber sie macht trotzdem weiter. Gerade das hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Sie ist keine Heldin, die immer weiß, was zu tun ist, sondern eine Frau, die versucht, unter schwierigen Umständen das Richtige für ihre Kinder zu tun.
    Ihre Geschichte war mir bisher nicht bekannt und hat mich deshalb umso mehr interessiert. Einige Situationen haben mich wirklich beschäftigt und ich habe oft darüber nachgedacht, wie ich selbst an ihrer Stelle gehandelt hätte.
    Für mich war es ein bewegender historischer Roman über eine Frau, die in einer schweren Zeit über sich hinauswachsen musste. Marguerites Schicksal hat mich berührt und ich habe das Buch sehr gern gelesen.
    5 Sterne.
    Das Leben, das wir nie haben werden

    Timothée de Fombelle
    Das Leben, das wir nie haben werden (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.10.2026

    Zwischen Hoffnung und Wirklichkeit

    Claire sitzt jeden Nachmittag in ihrer Pariser Wohnung und wartet auf einen Mann, in den sie verliebt ist. Für ihn schreibt sie geheime Texte ab. Dabei weiß sie genau, dass sie die Wohnung sofort verlassen soll, wenn er eines Tages nicht mehr kommt. Doch als dieser Tag eintritt, bleibt sie sitzen. Statt zu gehen, stellt sie sich vor, wie ein gemeinsames Leben mit ihm aussehen könnte.
    Diese Idee fand ich sehr interessant. Obwohl Paris besetzt ist und überall Gefahr droht, hält Claire an ihren Wünschen fest. Sie denkt an Reisen, Kinder und ein gemeinsames Zuhause. Dabei weiß sie nicht, ob sie mit diesem Mann jemals eine Zukunft haben wird. Ihre Gedanken aufzuschreiben, ist für sie eine Möglichkeit, sich wenigstens in ihrer Vorstellung ein anderes Leben zu schaffen.
    Der französische Widerstand bildet den Hintergrund dieser Liebesgeschichte. In Paris kann Claire sich nie sicher sein, was als Nächstes passieren wird. Claire versucht, sich an ihren Vorstellungen von einem gemeinsamen Leben festzuhalten. Das konnte ich gut nachvollziehen.
    An die Erzählweise musste ich mich an einigen Stellen erst gewöhnen. Nicht alle Gedanken haben mich gleichermaßen erreicht, und manches hätte für mich etwas ausführlicher sein dürfen. Die Idee, dass Claire sich ein Leben ausmalt, das es vielleicht nie geben wird, fand ich ungewöhnlich. Ihre Gedanken haben mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.
    Beim Lesen habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, sich so sehr etwas zu wünschen und doch nicht zu wissen, ob es jemals wahr wird. Nicht alles hat mich an diesem 96-seitigen Büchlein überzeugt, aber insgesamt hat es mir gut gefallen. 4 Sterne.
    Frostblüten

    Holly-Jane Rahlens
    Frostblüten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.10.2026

    Eine ungewöhnliche Freundschaft

    Lotte und Estera könnten unterschiedlicher kaum sein. Die eine ist ein deutsches Mädchen, das den Krieg und die Nachkriegszeit in Berlin erlebt hat. Die andere ist eine polnisch jüdische Überlebende, die fast ihre ganze Familie verloren hat. Trotzdem entsteht zwischen den beiden eine Freundschaft, mit der wohl keine von ihnen gerechnet hat.
    Die Begegnungen der beiden Mädchen haben mich beim Lesen oft beschäftigt. Beide tragen ihre eigene Vergangenheit mit sich herum und müssen mit Dingen zurechtkommen, die für so junge Menschen eigentlich kaum zu fassen sind. Lotte muss sich mit den Lügen auseinandersetzen, mit denen sie aufgewachsen ist. Estera hat dagegen ihre Eltern verloren und weiß nicht, was aus ihrer kleinen Schwester geworden ist.
    Auch das Leben im Berliner Hungerwinter 1946/1947 wird sehr anschaulich beschrieben. Die Kälte, der Hunger und die schwierigen Bedingungen im DP Camp waren für mich beim Lesen gut vorstellbar. Dabei geht es nicht nur um die großen Ereignisse dieser Zeit. Gerade die Gespräche und Begegnungen zwischen Lotte und Estera haben mir gezeigt, wie vorsichtig sich Vertrauen entwickeln kann.
    Die Geschichte hat mich nachdenklich gemacht. Trotzdem ist sie nicht nur von Verlust und schweren Erlebnissen geprägt. Beide Mädchen haben trotz allem den Wunsch, irgendwann wieder nach vorne zu schauen. Diese Hoffnung fand ich sehr schön, weil sie nicht übertrieben wirkt.
    Gut gefallen hat mir auch, dass die Freundschaft nicht einfach von Anfang an funktioniert. Beide müssen erst verstehen, was die andere erlebt hat. Gerade dadurch wirkte ihre Annäherung auf mich glaubwürdig.
    Die Beschreibungen vom Winter und vom Leben nach dem Krieg konnte ich mir gut vorstellen. Man merkt beim Lesen, wie schwer es die Menschen damals hatten.
    Trotz allem fand ich es schön zu sehen, dass Lotte und Estera nicht nur mit ihrer Vergangenheit beschäftigt sind. Beide wünschen sich, dass ihr Leben irgendwann wieder leichter wird.
    Die Geschichte von Lotte und Estera ist mir nach dem Lesen noch durch den Kopf gegangen. Vor allem Esteras Schicksal hat mich beschäftigt. Ich mochte, dass trotz allem, was die beiden erlebt haben, am Ende auch Hoffnung bleibt. Dafür gibt es von mir 5 Sterne.
    Zeiten des Lichts - Schicksalstage an der Elbe

    Wolf Serno
    Zeiten des Lichts - Schicksalstage an der Elbe (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.09.2026

    Zwischen Liebe und Verlust

    Ebba hat nach dem Verlust ihres Kindes schwer zu kämpfen. Gleichzeitig macht ihr die Krankheit ihres Mannes Arndt große Sorgen. Als sie unerwartet wieder schwanger wird, wird die Situation zwischen den beiden immer schwieriger. Ihre Ehe gerät in eine Krise und Ebba zieht sich schließlich nach Skagen zu ihrem Vater zurück. Von dort aus nimmt ihr Leben noch einmal eine andere Wendung.
    Beim Lesen konnte ich gut verstehen, wie sehr Ebba unter dem Verlust leidet und wie groß ihr Wunsch nach einem weiteren Kind ist. Gleichzeitig waren auch Arndts Sorgen für mich nachvollziehbar. Er hat Angst davor, seine Frau und ein mögliches Kind zurückzulassen. Beide tragen ihre eigenen Ängste mit sich herum und schaffen es dadurch kaum, offen miteinander umzugehen.
    Die Landschaft rund um Skagen und das Leben an der Küste konnte ich mir beim Lesen gut vorstellen. Dadurch bekam die Geschichte für mich auch ein passendes Bild von der damaligen Zeit. Auch die Figuren sind nicht einfach in gut und böse einzuteilen. Bei manchen Entscheidungen konnte ich mitfühlen, bei anderen musste ich erst einmal überlegen, was dahintersteckt.
    Wolf Serno erzählt ausführlich und nimmt sich viel Zeit für seine Figuren. An einigen Stellen war mir das Tempo allerdings etwas zu langsam. Vor allem bei den vielen Briefen hatte ich manchmal den Eindruck, dass bereits bekannte Ereignisse noch einmal aufgegriffen werden. Dadurch kam die Handlung für mich zwischendurch etwas ins Stocken.
    Trotzdem wollte ich wissen, wie es mit Ebba und Arndt weitergeht. Mich hat vor allem beschäftigt, ob die beiden nach allem, was zwischen ihnen passiert ist, wieder zueinanderfinden. Auch in Skagen bleibt es für Ebba nicht einfach, denn dort kommen neue Dinge auf sie zu.
    Ich habe Ebba und Arndt gerne durch diese schwere Zeit begleitet. Die historischen Hintergründe und das Leben in Skagen haben mir dabei einen guten Eindruck von der Zeit vermittelt. Auch die persönlichen Probleme der beiden haben mich beim Lesen immer wieder beschäftigt.
    Einige Abschnitte hätten für mich etwas kürzer ausfallen dürfen. Insgesamt habe ich die Geschichte aber gerne gelesen und vergebe 4 Sterne.
    Finding Hope - Das Licht unserer Tage

    Kristin Hannah
    Finding Hope - Das Licht unserer Tage (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.09.2026

    Nicht alles ist vorhersehbar

    Joy hat nach ihrer Scheidung genug von ihrem bisherigen Leben und zieht sich in die Wälder des Olympic Nationalparks zurück. Dort trifft sie auf den kleinen Bobby und seinen Vater Daniel. Zwischen den dreien entsteht nach und nach eine Verbindung, die für alle wichtig wird.
    Die verschneiten Wälder und die Kälte haben mir beim Lesen gut gefallen. Ich konnte mir Rain Valley und die Umgebung gut vorstellen. Gerade zu Joys Situation hat diese winterliche Landschaft für mich gut gepasst.
    Nach der Scheidung weiß Joy zunächst selbst nicht so recht, wohin ihr Weg führen soll. Sie braucht Abstand und versucht gleichzeitig, mit dem klarzukommen, was hinter ihr liegt. Ihre Gedanken konnte ich dabei an vielen Stellen gut nachvollziehen.
    Joy, Daniel und Bobby gehen jeweils mit ihrer Trauer auf ihre eigene Art um. Dabei geht es auch darum, anderen wieder zu vertrauen und jemanden an sich heranzulassen. Das hat mich beim Lesen immer wieder zum Nachdenken gebracht. Auch Bobby ist mir dabei im Gedächtnis geblieben. Trotz seiner Trauer bringt er seine eigene Art in die Geschichte ein. Die Beziehung zwischen ihm, Joy und Daniel entwickelt sich nach und nach, sodass ich wissen wollte, welchen Weg die drei gemeinsam gehen werden.
    Einige Stellen haben mich emotional erreicht, andere waren mir etwas zu gefühlvoll. Vor allem im weiteren Verlauf nimmt die Handlung eine Richtung, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Diese Wendung hat für mich nicht ganz so gut funktioniert, da sie stellenweise etwas märchenhaft wirkt. Dadurch konnte ich mich nicht mehr ganz so gut auf die Geschichte einlassen wie zu Beginn.
    Auch beim Tempo gab es Unterschiede. Manche Abschnitte ließen sich schnell lesen, während andere für mich etwas länger brauchten. Jeder der drei bringt seine eigene Geschichte mit. Deshalb war ich gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen ihnen weiterentwickelt und ob sie trotz ihrer unterschiedlichen Erfahrungen zueinanderfinden.
    Beim Lesen gab es für mich einige Stellen, die mir im Gedächtnis geblieben sind und über die ich noch etwas nachgedacht habe. Die Begegnungen zwischen Joy, Daniel und Bobby haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Auch die winterliche Umgebung hat gut zu den Ereignissen gepasst. Nicht jede Wendung war für mich nachvollziehbar, insgesamt habe ich den Roman aber gerne gelesen. Dafür vergebe ich 4 Sterne.
    Priesterin von Thera

    Iny Lorentz
    Priesterin von Thera (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2026

    Wenn die Götter zürnen

    Die junge Priesterin Atala lebt auf Thera, bis ein schweres Erdbeben ihr bisheriges Leben verändert. Ausgerechnet ihre eigene Tante gibt ihr die Schuld an dem Unglück. Atala wird deshalb für drei Jahre in ein weit entferntes Land geschickt. Dort muss sie sich in einer völlig fremden Umgebung zurechtfinden und gerät bald in eine gefährliche Sache hinein. Beran, der jüngere Sohn des Stammesfürsten, wird dabei immer wichtiger für sie.
    Atalas Leben als Priesterin fand ich interessant, weil dadurch auch die Vorstellungen der Menschen dieser Zeit eine große Rolle spielen. Die Götter bestimmen ihren Alltag und viele Entscheidungen werden von den religiösen Regeln beeinflusst. Gleichzeitig ist Atala aber keine Frau, die einfach hinnimmt, was andere für sie bestimmen. Sie denkt mit und versucht, aus schwierigen Situationen wieder herauszukommen.
    Auch die fremde Welt, in die Atala durch ihre Verbannung kommt, wird ausführlich beschrieben. Beim Lesen musste ich mich erst einmal auf diese andere Lebensweise einlassen. Die Menschen leben nach ihren eigenen Regeln und auch Beran hat seine Pflichten und Vorstellungen. Zwischen ihm und Atala entwickelt sich die Beziehung nicht plötzlich, sondern wächst nach und nach. Durch die Gefahren, die sie gemeinsam erleben, lernen sie einander besser kennen. Diese Entwicklung konnte ich gut nachvollziehen.
    Immer wieder gibt es Situationen, in denen Atala ihr Wissen und ihren Mut braucht. Dadurch bleibt die Handlung abwechslungsreich. Gleichzeitig merkt man, dass sie selbst nicht genau weiß, was ihre Zukunft bringen wird. Besonders dieser Teil ihrer Geschichte hat mich immer wieder beschäftigt.
    Über allem liegt von Anfang an das Wissen um den Vulkanausbruch auf Thera. Je näher die Ereignisse diesem Punkt kommen, desto gespannter war ich darauf, wie es weitergeht. Die Katastrophe selbst wird eindringlich geschildert. Beim Lesen war die Vorstellung beklemmend, dass für die Menschen dort innerhalb kurzer Zeit nichts mehr so sein wird wie vorher. Besonders bedrückend fand ich den Gedanken, dass sie kaum eine Möglichkeit haben, dem Geschehen zu entkommen.
    Nicht jede Stelle konnte mich gleich stark fesseln. Zwischendurch gab es Abschnitte, bei denen mir die Handlung etwas zu langsam voranging. Das hat den Gesamteindruck aber nicht kaputt gemacht, denn gerade die Ereignisse rund um Atala und Beran haben mich immer wieder zurück in die Geschichte gezogen.
    Sehr gut gefallen hat mir auch die Verbindung zwischen dem persönlichen Schicksal der beiden und den großen Ereignissen dieser Zeit. Dadurch geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte oder um eine historische Katastrophe. Es wird auch gezeigt, wie einzelne Menschen mit Veränderungen umgehen müssen, auf die sie keinen Einfluss haben.
    Insgesamt war es für mich eine interessante Reise in eine sehr weit zurückliegende Zeit. Atala ist eine Hauptfigur, deren Weg nicht immer einfach ist und bei der sich vieles erst nach und nach entwickelt. Dazu kommen die fremde Lebensweise, die Bedeutung der Götter und schließlich der gewaltige Vulkanausbruch. Einige Längen gab es für mich zwar, trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und vergebe dafür 4 Sterne.
    Good for Nothing Girl

    Sefi Atta
    Good for Nothing Girl (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.09.2026

    Zwischen Hoffnung und Enttäuschung

    Gift ist 17 Jahre alt und möchte ihre Heimatstadt in Nigeria hinter sich lassen. Sie möchte studieren und endlich selbst bestimmen, wie ihr Leben aussehen soll. Deshalb nimmt sie die Möglichkeit an, als Au Pair Mädchen in die USA zu gehen. Sie verbindet damit viele Hoffnungen. Doch schon bald merkt sie, dass ihre Gastfamilie ihre Versprechen nicht so einhält, wie sie es erwartet hat.
    Beim Lesen konnte ich verstehen, warum Gift zunächst so hoffnungsvoll ist. Sie glaubt, dass sich durch die Reise vieles für sie ändern wird. Stattdessen kümmert sie sich fast rund um die Uhr um das Baby und muss immer mehr Aufgaben im Haushalt übernehmen. Gleichzeitig wird ihre Einschreibung an der Universität ständig hinausgeschoben. Das hat mich beim Lesen teilweise wütend gemacht, weil Gift immer mehr leisten muss und kaum eine Möglichkeit hat, sich zu wehren.
    Gift ist eine interessante Hauptfigur. Sie weiß anfangs selbst nicht genau, wie sie mit ihrer Situation umgehen soll. Einerseits ist sie noch jung und wirkt manchmal etwas naiv. Andererseits hat sie einen starken eigenen Willen. Mit der Zeit wird immer deutlicher, dass sie nicht bereit ist, sich alles gefallen zu lassen. Diese Veränderung habe ich beim Lesen aufmerksam verfolgt.
    Auch die Unterschiede zwischen Nigeria und den USA spielen eine wichtige Rolle. Gift lernt eine völlig andere Umgebung kennen und muss dabei feststellen, dass ein Neuanfang nicht automatisch bedeutet, frei zu sein. Sie ist auf andere angewiesen und muss sich mit deren Vorstellungen auseinandersetzen. Der trockene Humor der Autorin hat einige dieser ernsten Situationen etwas aufgelockert.
    Ganz überzeugen konnte mich die Geschichte trotzdem nicht. Zwischendurch gab es für mich einige Längen. Manche Situationen zogen sich und wiederholten sich in ähnlicher Form. An diesen Stellen war ich nicht mehr ganz so aufmerksam und habe mich gefragt, wann es für Gift endlich weitergeht.
    Insgesamt habe ich Gift auf ihrem schwierigen Weg gerne begleitet. Besonders interessant fand ich, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert und immer mehr für sich selbst einsteht. Die Geschichte spricht wichtige Themen an und zeigt, wie schwer es sein kann, aus einer Situation herauszukommen, in der man auf andere angewiesen ist. Ganz gepackt hat sie mich allerdings nicht, deshalb sind es am Ende drei Sterne geworden.
    Das Lächeln der Kinder

    Julia Kröhn
    Das Lächeln der Kinder (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.09.2026

    Ein dunkles Kapitel kommt ans Licht

    Schon Lori und Milena haben mich beim Lesen sehr beschäftigt. Zwischen ihren Lebensgeschichten liegen viele Jahrzehnte, trotzdem gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Frauen, die sich erst nach und nach zeigt. Beide kümmern sich um Kinder, die durch Krieg und Gewalt viel verloren haben und von anderen Menschen vergessen wurden.
    Loris Geschichte spielt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie setzt sich für Kinder ein, die von den Nationalsozialisten aus ihrer Heimat im Osten verschleppt wurden. Die Schicksale dieser Kinder haben mich sehr betroffen gemacht. Sie mussten Dinge erleben, die kein Kind erleben sollte. Lori versucht, ihnen zu helfen und ihnen wieder ein Stück Sicherheit zu geben. Dabei wird auch deutlich, wie viel Kraft dieser Einsatz von ihr verlangt.
    In der Gegenwart ist es Milena, die sich um einen ukrainischen Jungen kümmert. Er wurde während des Krieges nach Russland verschleppt. Gerade dieser Teil hat mich nicht losgelassen, denn wieder sind es Kinder, die mit den Folgen eines Krieges leben müssen. Beim Lesen wurde mir dadurch sehr deutlich, dass solche Schicksale nicht einfach der Vergangenheit angehören.
    Die beiden Zeitebenen haben für mich gut zusammengepasst. Nach und nach ergeben sich neue Zusammenhänge und ich wollte wissen, was Lori und Milena tatsächlich miteinander verbindet. Ich habe deshalb beim Lesen immer genauer auf die Hinweise geachtet. Erst nach und nach wird klar, was hinter der Verbindung der beiden Frauen steckt. Das hat meine Neugier bis zum Ende aufrechterhalten.
    Julia Kröhn erzählt hier von einem sehr schwierigen Kapitel der Geschichte und stellt ihm eine Geschichte aus der Gegenwart gegenüber. Dabei begegnen einem Menschen, die trotz allem versuchen, für andere da zu sein. Gerade bei den Kindern hat mich manches sehr traurig gemacht. Es gab aber auch Stellen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sich trotz all des Erlebten noch etwas zum Guten wenden kann.
    Ich musste beim Lesen öfter darüber nachdenken, was solche Erlebnisse mit einem Menschen machen und wie sehr sie ein ganzes Leben prägen können. Besonders bei den Kindern war das für mich schwer auszuhalten. Was ihnen genommen wurde, kann man nicht einfach ungeschehen machen. Umso wichtiger war mir, dass die Wahrheit über das Geschehene nicht verborgen bleibt und die Betroffenen nicht vergessen werden.
    Am Ende bleibt bei mir vor allem die Geschichte von Lori und Milena und ihr Einsatz für Kinder zurück. Beide Frauen gehen ihren eigenen Weg und trotzdem verbindet sie viel mehr, als zunächst zu erkennen ist. Die Verbindung der beiden Zeitebenen hat mir dabei gut gefallen und auch das Geheimnis dahinter hat mich bis zum Schluss beschäftigt. Die Geschichte hat mich berührt und an einigen Stellen sehr nachdenklich gemacht. Lori, Milena und die Schicksale der Kinder sind mir auch nach dem Lesen noch im Kopf geblieben. Deshalb vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.
    Hinaus in den Wind

    Trude Teige
    Hinaus in den Wind (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.09.2026

    Zwischen Familie und eigenen Wünschen

    Das Leben an der norwegischen Küste ist hart. Kristiane hat sich dort trotzdem ihren eigenen Platz erkämpft und übernimmt viel Verantwortung für ihre Familie. Man merkt aber auch, dass sie selbst nicht immer weiß, welcher Weg der richtige ist und dass sie einige Sorgen mit sich trägt.
    Die Beziehung zu ihren Kindern hat mich beim Lesen besonders beschäftigt. Kristiane wünscht sich, dass Anders die Familientradition fortführt und Schiffslotse wird. Doch Anders möchte sein eigenes Leben führen und fühlt sich zur Musik hingezogen. Für Kristiane ist das nicht leicht. Sie muss lernen, dass ihr Sohn andere Wünsche hat als sie. Dieser Teil der Geschichte hat mir gut gefallen, weil solche unterschiedlichen Vorstellungen innerhalb einer Familie sehr menschlich wirken.
    Auch die Geschichte um das tote Kind, das Kristiane am Strand findet, bringt viel Unruhe in die kleine Fischergemeinschaft. Natürlich stellt sich die Frage, was passiert ist und wer die Mutter des Kindes ist. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, wie streng die Menschen damals über andere urteilten. Schuld und Schande hatten einen großen Stellenwert. Einige Reaktionen konnte man kaum nachvollziehen, aber sie passten zu der Zeit, in der die Geschichte spielt.
    Sehr schön fand ich die Beschreibungen der norwegischen Küste. Das Meer, der Wind und die raue Landschaft sind immer wieder Teil der Geschichte. Besonders wenn Kristiane zum Strand geht, bekommt die Handlung für mich eine ganz eigene Stimmung. Dort kann sie für kurze Zeit ihre Gedanken ordnen und Abstand von allem bekommen.
    Kristiane ist eine Frau, die sich nicht einfach mit allem abfindet. Sie hat ihre Vorstellungen und versucht, diese auch durchzusetzen. Gleichzeitig kann sie nicht immer so handeln, wie sie es gerne möchte. Ihre Familie und die Erwartungen der Menschen in ihrem Umfeld spielen dabei eine große Rolle. Sie weiß zwar, was sie möchte, muss aber auch mit den Folgen ihrer Entscheidungen leben. Dass sie dabei nicht immer alles richtig macht, hat sie für mich nur menschlicher gemacht.
    Trude Teige erzählt die Geschichte ruhig und verständlich. Neben den familiären Problemen gibt es immer wieder Stellen, an denen es spannend wird. Dazu kommen viele Einblicke in das Leben der Fischer und Seeleute. Auch die damalige Zeit wird gut vermittelt, ohne dass die Geschichte dadurch schwer zu lesen ist. An einigen Stellen hat mich die Handlung sehr berührt. Dabei blieb es aber immer angenehm zurückhaltend.
    Ein Gedanke ist mir beim Lesen besonders aufgefallen: Es ist nicht einfach, den eigenen Weg zu gehen, wenn die Familie und die Tradition etwas anderes erwarten. Gerade Anders muss sich damit auseinandersetzen, was er selbst möchte und was von ihm erwartet wird. Auch Kristiane muss lernen, mit seinen Entscheidungen umzugehen.
    Für mich war es eine schöne und bewegende Geschichte über Familie, Zusammenhalt und den Wunsch, das eigene Leben selbst zu bestimmen. Kristiane ist mir mit ihrer Stärke, aber auch mit ihren Zweifeln, sehr nahegekommen. Die raue norwegische Küste und das Leben der Menschen dort haben gut zu dieser Geschichte gepasst. Dafür gebe ich mit Überzeugung 5 Sterne.
    Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte - Die Anfänge einer Duftdynastie

    Arabella Meran
    Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte - Die Anfänge einer Duftdynastie (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2026

    Wie aus einer Niederlage ein Welterfolg wurde

    Im Köln des Jahres 1873 spielt diese Geschichte. Ferdinand Mülhens übernimmt das Dufthaus in der Glockengasse und hat dabei nicht nur mit den Schwierigkeiten seines Geschäfts zu kämpfen. Auf einer Reise nach Wien begegnet er Ottilie, einer Blumenverkäuferin. Ihre offene und mutige Art bleibt ihm nicht gleichgültig. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine Beziehung, die durch ihre sehr unterschiedliche Herkunft immer wieder auf die Probe gestellt wird.
    Die Geschichte von Ferdinand und Ottilie hat mir gut gefallen. Ottilie passt in den Augen von Ferdinands Familie nicht zu ihm, weil sie nicht aus den gleichen Verhältnissen kommt. Für sie ist es deshalb nicht leicht, ihren Platz zu finden. Beim Lesen konnte man gut merken, dass es damals viele Regeln gab, an die sich die Menschen halten mussten. Ottilie lässt sich davon allerdings nicht völlig bestimmen. Sie weiß, was sie möchte, und versucht, ihren eigenen Weg zu gehen. Das machte sie für mich zu einer sympathischen Figur.
    Auch Ferdinand hat es nicht einfach. Neben den Problemen in seinem Geschäft muss er sich immer wieder mit seiner Familie und deren Erwartungen beschäftigen. Seine persönliche Geschichte bleibt dadurch eng mit der Entwicklung des Dufthauses verbunden. Das fand ich eine gute Verbindung, weil nicht nur die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht.
    Die historischen Hintergründe haben mir ebenfalls gefallen. Man erfährt einiges über das damalige Köln, und auch die Parfümerie spielt eine wichtige Rolle. Die Düfte und das Geschäft von Ferdinand tauchen immer wieder auf und passen dadurch gut zur Handlung. Dazu kommt das Siebengebirge, das sich deutlich vom Leben in Köln unterscheidet und für einige ruhigere Momente sorgt.
    Einige Stellen haben mich beim Lesen durchaus berührt. Besonders die Probleme, die Ferdinand und Ottilie wegen ihrer Beziehung haben, konnte ich gut nachvollziehen. Gegen die Familie und gegen das, was von ihnen erwartet wird, anzukommen, ist für beide nicht einfach. Gleichzeitig muss ehrlich gesagt werden, dass sich die Geschichte zwischendurch etwas gezogen hat. Manche Abschnitte waren mir einfach zu lang und ausführlich. Dadurch kam die Handlung an einigen Stellen nur langsam voran.
    Trotzdem hat die Geschichte für mich insgesamt gepasst. Die Liebesgeschichte zusammen mit den historischen Ereignissen und Ferdinands Arbeit als Parfümeur fand ich interessant. Vor allem Ottilie ist mir dabei im Gedächtnis geblieben. Auch wenn es für sie nicht einfach ist, lässt sie sich nicht alles gefallen. Sie geht ihren eigenen Weg, so gut es unter den damaligen Umständen möglich ist.
    Mir hat die Mischung aus der Liebesgeschichte und dem historischen Hintergrund gefallen. Auch Ferdinands Arbeit mit den Düften gibt der Geschichte ihren eigenen Rahmen. Dadurch geht es nicht nur um die Beziehung der beiden, sondern auch um seinen beruflichen Weg und das Dufthaus.
    Die Anfänge des Dufthauses fand ich besonders interessant. Bei einigen Passagen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass sie etwas kürzer gehalten wären. Trotzdem habe ich Ferdinand und Ottilie gerne auf ihrem Weg begleitet.
    4 Sterne.
    Am Fluss der tausend Inseln

    Nadine Riedesel Freifrau zu Eisenbach
    Am Fluss der tausend Inseln (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.09.2026

    Eine Liebe über alle Grenzen

    Friederike ist erst fünfzehn Jahre alt, als sie Friedrich kennenlernt. Die beiden verlieben sich und heiraten. Doch schon bald müssen sie getrennt leben, denn Friedrich wird als Offizier nach Amerika geschickt.
    Friederikes Leben hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Sie ist noch sehr jung und muss trotzdem mit Situationen zurechtkommen, die ihr viel abverlangen. Besonders interessant fand ich, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert. Aus dem jungen Mädchen wird eine starke Frau, die ihre Entscheidungen selbst trifft und dabei nicht nur an sich denkt.
    Auch die Zeit, in der die Geschichte spielt, fand ich sehr interessant. Der Siebenjährige Krieg und die Ereignisse in den amerikanischen Kolonien bilden den Hintergrund. Dabei wird das historische Geschehen nicht einfach in den Vordergrund gestellt. Vielmehr geht es um die Menschen, die mit diesen Umständen leben mussten.
    Die Liebe zwischen Friederike und Friedrich zieht sich durch die ganze Geschichte. Dabei bleibt es nicht bei schönen gemeinsamen Zeiten. Ihre Ehe wird durch die Trennung und die Ereignisse des Krieges immer wieder auf die Probe gestellt.
    Friederike muss Entscheidungen treffen, die sicher nicht leicht für sie waren. Dass sie ihrem Mann nach Amerika folgt, fand ich besonders bemerkenswert. Sie lässt dafür ihr bisheriges Leben hinter sich und nimmt vieles auf sich. Gleichzeitig ist sie Mutter und hat damit auch Verantwortung für ihre Kinder. Nicht immer weiß sie, welcher Weg der richtige ist, aber sie stellt sich den Dingen.
    Gerade diese persönlichen Seiten haben mir beim Lesen gefallen. Friederikes Gedanken und ihre Sorgen waren gut nachzuvollziehen. An manchen Stellen konnte man sich vorstellen, wie schwer es für sie gewesen sein muss, so weit von ihrem Mann entfernt zu sein.
    Interessant fand ich auch, dass die Geschichte auf wahren Ereignissen beruht. Dadurch liest man manche Situationen noch einmal anders. Hinter der Geschichte stehen schließlich Menschen, die wirklich gelebt haben. Friederike und Friedrich mussten diese Jahre tatsächlich erleben und gemeinsam mit ihren Kindern durchstehen.
    Friederikes Leben war alles andere als einfach. Trotzdem hat sie sich nicht unterkriegen lassen. Genau das hat mir an ihrer Geschichte besonders gefallen.
    Eine Geschichte über Liebe, Familie und eine Frau, die ihren eigenen Weg geht. Friederikes Lebensweg hat mich berührt und wird mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben.
    Dafür gibt es von mir fünf Sterne.
    Das Mädchen, das aus Auschwitz floh

    Ellie Midwood
    Das Mädchen, das aus Auschwitz floh (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.09.2026

    Sehr bewegend

    Manche Geschichten lassen sich nicht einfach lesen. Sie fordern Aufmerksamkeit und gehen einem auch dann noch nach, wenn das Buch längst geschlossen ist. Genauso war es hier.
    Im Mittelpunkt steht Mala, eine junge Frau, die im Lager wegen ihrer Sprachkenntnisse als Lagerläuferin eingesetzt wird. Diese Aufgabe verschafft ihr kleine Freiräume, die sie nicht für sich selbst nutzt. Sie versucht, anderen zu helfen, bringt Nachrichten weiter, organisiert Lebensmittel oder Medikamente und schenkt Menschen immer wieder ein wenig Hoffnung. Später begegnet sie Edek. Zwischen beiden entwickelt sich eine Verbindung, aus der der Wunsch entsteht, gemeinsam einen Weg in die Freiheit zu finden.
    Beeindruckt hat mich vor allem, wie viel Menschlichkeit Mala selbst in einer so grausamen Zeit bewahrt. Es sind oft die kleinen Gesten, die lange im Gedächtnis bleiben. Ein freundliches Wort, eine mutige Entscheidung oder die Bereitschaft, das eigene Leben für andere aufs Spiel zu setzen. Gerade dadurch wirken viele Szenen besonders glaubwürdig und berührend.
    Die Geschichte lebt aber nicht nur von den schweren Momenten. Auch die leise Hoffnung bekommt ihren Platz. Die Verbindung zwischen Mala und Edek entwickelt sich langsam und wirkt nie aufgesetzt. Sie gibt der Handlung etwas Helles, ohne das Leid der Menschen in den Hintergrund zu rücken.
    Man spürt beim Lesen immer wieder, dass dieser Roman auf den Lebensgeschichten von Menschen beruht, die es wirklich gegeben hat. Gerade das macht viele Szenen noch eindringlicher. Die sorgfältige Recherche ist an vielen Stellen erkennbar und gibt der Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit.
    Dieses Buch erzählt von Mut, Mitgefühl und der Kraft, selbst unter unmenschlichen Bedingungen die Hoffnung nicht ganz zu verlieren. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine, die noch lange beschäftigt. Von mir gibt es fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.
    Was die Felder hüten

    Sara Maurer
    Was die Felder hüten (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.09.2026

    Zwischen Bleiben und Aufbruch

    Everett und Mary könnten kaum unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Leben haben. Während Everett die Schaffarm seiner Familie erhalten möchte und sich mit dem Land verbunden fühlt, träumt Mary von einem anderen Leben.
    Michigan und das Leben auf dem Land werden anschaulich beschrieben. Im Sommer ist es heiß, auf der Farm gibt es jeden Tag Arbeit und Everett kennt dieses Leben seit seiner Kindheit. Man versteht dadurch gut, warum er dort bleiben möchte. Mary dagegen möchte mehr vom Leben und hat andere Pläne.
    Die Liebe zwischen Everett und Mary steht dabei nicht allein im Mittelpunkt. Beide müssen sich irgendwann fragen, was ihnen wirklich wichtig ist und wie weit sie für den anderen gehen würden. Nach ihrer Entscheidung ist vieles nicht mehr so wie vorher und auch zwischen den beiden verändert sich einiges.
    Beim Lesen gab es immer wieder Stellen, bei denen über die Wünsche und Vorstellungen der beiden nachgedacht wurde. Nicht jede Entscheidung war leicht nachzuvollziehen, gerade weil Everett und Mary so unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zukunft haben. An manchen Stellen hätte die Geschichte für meinen Geschmack ruhig etwas mehr Spannung haben dürfen.
    Trotzdem hat mir die Geschichte insgesamt gefallen. Everett möchte auf seiner Farm bleiben, während Mary von einem anderen Leben träumt. Seine Familie und das Land, auf dem er aufgewachsen ist, sind ihm sehr wichtig. Dadurch wird es umso schwieriger für ihn, eine Entscheidung zu treffen, bei der auch seine Gefühle für Mary eine Rolle spielen.
    4 Sterne
    Wo die Liebe Wurzeln schlägt (Liebesroman)

    Josefine Weiss
    Wo die Liebe Wurzeln schlägt (Liebesroman) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.09.2026

    Wenn das Herz wieder hoffen darf

    Vivien lebt nach dem Tod ihres Mannes sehr zurückgezogen und hält an der Vergangenheit fest. Erst ein Wasserschaden bringt sie dazu, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen und in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Dieser Schritt ist für sie nicht einfach, denn vieles erinnert sie dort an früher.
    Am Fluss findet sie den Wurzelgarten. Dass Menschen dort Briefe für Verstorbene hinterlassen, fand ich eine schöne Idee. Es ist ein Ort, an dem Vivien mit ihrer Trauer umgehen kann, ohne viele Worte dafür finden zu müssen.                                      Auch Marlon spielt dabei eine wichtige Rolle. Er begegnet Vivien mit viel Geduld und drängt sie zu nichts. Vivien braucht diese Zeit, denn sie hat sich lange davor geschützt, wieder jemanden an sich heranzulassen. Zwischen den beiden entsteht deshalb nicht sofort eine große Liebesgeschichte. Erst wächst Vertrauen, dann kommt die Nähe.
    Viviens Umgang mit ihrer Vergangenheit hat mich beim Lesen beschäftigt. Sie muss ihren Mann nicht vergessen, um wieder glücklich werden zu können. Dieser Gedanke gehört für mich zu den schönen Seiten der Geschichte. Ihre Trauer bleibt ein Teil ihres Lebens, aber sie darf trotzdem wieder nach vorne schauen.
    Vivien wird nicht von heute auf morgen zu einem anderen Menschen, sondern verändert sich langsam durch ihre Begegnungen und durch die Zeit im Heimatdorf. Auch ihre Gefühle für Marlon entwickeln sich in ihrem eigenen Tempo. 
    Die Geschichte verbindet Trauer und Liebe auf eine ruhige Weise. Es geht um einen Menschen, der nach einem schweren Verlust erst wieder lernen muss, Vertrauen zu fassen und das Leben anzunehmen. Besonders der Gedanke, dass Erinnerungen bleiben dürfen und trotzdem etwas Neues entstehen kann, hat mich durch die Geschichte begleitet.
    4 Sterne.
    Niederegger - Der Traum vom edlen Genuss

    Lena Johannson
    Niederegger - Der Traum vom edlen Genuss (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.09.2026

    Süße Träume, schwere Zeiten

    Die Geschichte über die Anfänge von Niederegger hat mir sehr gut gefallen. Die Mischung aus der Geschichte dieser Zeit, den persönlichen Schicksalen und dem Thema Marzipan fand ich gelungen. Das Buch war für mich dadurch interessant und gleichzeitig angenehm zu lesen.
    Johann arbeitet als Geselle in einer Lübecker Konditorei. Er möchte nicht sein ganzes Leben dort bleiben, sondern hat eigene Pläne. Seine Idee, selbst Marzipan herzustellen, bringt ihn seinem Ziel ein Stück näher. Anna steht an seiner Seite und auch ihre gemeinsame Geschichte nimmt einen guten Platz im Roman ein. Beide müssen einiges durchmachen und lassen sich trotzdem nicht so leicht von ihren Plänen abbringen.
    Auch das Leben in Lübeck um 1800 wird gut vermittelt. Die Arbeit in der Konditorei, der Handel und die Bedeutung der Mandeln passen gut zu dieser Zeit. Dabei lässt sich einiges über die damaligen Lebensbedingungen erfahren, ohne dass die Geschichte dadurch trocken wird.
    Die Entwicklung rund um die Entstehung von Niederegger fand ich sehr spannend. Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie viel Arbeit und Mut nötig waren, bis aus einer Idee ein Unternehmen werden konnte. Dazu kommen echte Personen und Ereignisse aus der damaligen Zeit.
    Die Beschreibungen aus der Konditorei haben mir ebenfalls gefallen. Beim Lesen konnte man sich die vielen Köstlichkeiten und natürlich auch das Marzipan gut vorstellen. Da bekommt man schon Lust, selbst einmal wieder Marzipan zu essen.
    Mit Johann und Anna geht es nicht immer nur bergauf. Es gibt schöne Momente, aber auch Enttäuschungen und Entscheidungen, die Johann und Anna nicht leichtfallen. An manchen Stellen hat mich ihre Geschichte berührt. Vor allem, dass sie trotz der vielen Probleme nicht aufgeben, war teilweise sehr bewegend.
    Am Ende bleibt für mich eine unterhaltsame Geschichte mit vielen Einblicken in die damalige Zeit. Die Anfänge von Niederegger wurden dabei auf eine Art erzählt, die sich gut lesen lässt. Johann und Anna waren Figuren, deren Weg ich gern verfolgt habe. Und nach den vielen Marzipanbeschreibungen bekommt man fast automatisch Appetit auf ein Stück dieser süßen Verführung. Für mich sind das 5 Sterne.
    Buckeye

    Patrick Ryan
    Buckeye (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    31.08.2026

    Liebe, Schuld und alte Geheimnisse

    In Bonhomie, einer kleinen Stadt in Ohio, treffen die Lebenswege von Cal, Margaret, Becky und Felix aufeinander. Was 1945 mit einem Kuss beginnt, bleibt nicht ohne Folgen. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine Geschichte, die die beiden Familien lange miteinander verbindet.
    Beim Lesen geht es bald um mehr als um die Beziehung zwischen Cal und Margaret. Die beiden treffen eine Entscheidung, deren Folgen sie nicht einfach hinter sich lassen können. Auch die anderen Familienmitglieder haben ihre eigenen Wünsche, Sorgen und Geheimnisse.
    Die Figuren machen Fehler und treffen Entscheidungen, die nicht immer leicht zu verstehen sind. Gerade das machte sie für mich glaubwürdig. Niemand ist nur gut oder schlecht. Jeder versucht auf seine Weise, mit dem eigenen Leben klarzukommen.
    Interessant fand ich auch die Zeit, in der die Geschichte spielt. Das Leben in der kleinen Stadt nach dem Krieg wird anschaulich beschrieben. Gleichzeitig verändert sich Amerika und diese Veränderungen gehen auch an den Familien nicht vorbei. Später spielt der Vietnamkrieg eine Rolle und bringt neue Probleme mit sich.
    Die Handlung ist eher ruhig erzählt und nimmt sich viel Zeit für die einzelnen Personen. Manchmal war mir das etwas zu ausführlich. Trotzdem wollte man wissen, wie es mit den Familien weitergeht und was aus dem alten Geheimnis wird.
    Einige Stellen haben mich nachdenklich gemacht. Vor allem die Frage, was ein Geheimnis mit einer Familie machen kann, zieht sich durch die Geschichte. Auch Schuld und Vergebung kommen immer wieder zur Sprache.
    Zum Ende hin werden viele offene Dinge geklärt. Nach so vielen Jahren mit den Figuren bleibt ein etwas wehmütiges Gefühl zurück. Manche Entscheidungen können eben nicht mehr geändert werden.
    Ein Familienroman mit einer ruhigen Erzählweise, mehreren Generationen und einem Geheimnis, das lange nicht ausgesprochen wird. Vier Sterne.
    Laura Clark ist dann mal weg

    Helen Russell
    Laura Clark ist dann mal weg (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.08.2026

    Wenn Laura einfach nicht mehr mitmacht

    Laura Clark ist weg. Einfach weg. Und erst als sie nicht mehr da ist, fällt ihrem Umfeld auf, wie selbstverständlich sie sich um alles gekümmert hat.
    Genau dieser Gedanke hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Laura scheint die Frau zu sein, die sich um die Familie kümmert, im Büro alles auffängt und auch für andere noch ein offenes Ohr hat. Solange sie da ist, wird vieles einfach hingenommen. Erst als sie fehlt, wird sichtbar, wie viel an ihr hängen geblieben ist.
    Dabei ist die Geschichte nicht nur ernst. Es gibt einige Situationen, bei denen man schon schmunzeln muss. Besonders im Büro und auch bei Mark zu Hause läuft einiges aus dem Ruder. Die Suche nach Laura wird dadurch immer wieder aufgelockert, ohne dass das eigentliche Thema verloren geht.
    Auch Sian fand ich interessant. Sie sucht zwischen Wäschebergen nach Antworten und muss dabei wohl selbst erst verstehen, wie wenig sie eigentlich über das Leben ihrer Mutter weiß. Solche kleinen Momente haben mir besser gefallen als große dramatische Szenen.
    Überhaupt geht es gar nicht nur darum, wo Laura geblieben ist. Viel interessanter ist die Frage, warum eine Frau, die immer für alle da war, irgendwann einfach nicht mehr kann oder nicht mehr will. Das wirkt zunächst vielleicht etwas ungewöhnlich, aber je mehr man über Laura und ihr Leben erfährt, desto verständlicher wird ihr Wunsch, einmal nur an sich selbst zu denken.
    Beim Lesen gab es immer wieder Stellen zum Schmunzeln, aber auch solche, bei denen kurz der Gedanke kam: Wie oft macht man eigentlich etwas für andere, obwohl man selbst längst keine Lust oder Kraft mehr dazu hat?
    Die Geschichte hat mir gerade deshalb gefallen, weil sie dieses Thema nicht schwer macht. Sie erzählt mit Humor von einer Frau, die irgendwann ihre eigene Grenze erreicht hat. Und während alle anderen noch überlegen, wo Laura sein könnte, muss ihr Umfeld ganz nebenbei lernen, ohne sie klarzukommen.
    Ein unterhaltsames Buch mit einer einfachen, aber durchaus wichtigen Frage dahinter: Was passiert, wenn jemand, der sonst immer für alle da ist, plötzlich einmal sich selbst an die erste Stelle setzt?
    5 Sterne.
    1 bis 25 von 804 Rezensionen
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