Leider enttäuschend
Dieses Buch war für mich leider eine Enttäuschung. Es fing dabei vielversprechend an. Ich mochte die diese Welt, die von Plagen heimgesucht wird und in der einst die Bane, böse Kreaturen, von den Blutfae getötet wurden, allerdings eben die Plagen hinterließen. Esti war mir auch anfangs sehr sympathisch. Halb Bane, halb Fae, Fane genannt, hat sie es nicht so einfach, denn die Fane sind nicht gerade beliebt. Doch Esti macht das Beste draus und ist trotz allem eine wirklich nette und gütige Person. Ich war tatsächlich sehr erstaunt, dass sie trotz all der Anfeindungen noch versucht anderen zu helfen und immer nett bleibt, wobei sie dadurch auch versucht, Konflikten aus dem Weg zu gehen und nicht zu sehr aufzufallen. Dabei ist sie aber auch mutig und lässt sich nicht unterkriegen.
Doch genau diese Nettigkeit wurde mir hinterher einfach zu nervig und bald unnachvollziehbar.
Die Handlung zeigt uns erst mal das Leben von Esti und ihrer Familie, ihrer Tante und Mutter und wie schwer es ist, mit den hereinbrechenden Plagen zu leben.
Die Situation eskaliert bald und der Rattenfänger taucht auf. Der Rattenfänger, eigentlich Varrik, war mir bis zuletzt ein besonders unsympathischer Charakter. Ich wurde einfach nicht mit ihm warm und konnte einfach nicht verstehen, warum Esti ihn irgendwann immer mehr mochte.
Varrik ist ein kein gesprächiger Typ, verfolgt sein Ziel und ist recht wankelmütig.
Varrik sammelt Fae und Fane, und damit auch Esti, und man darf lange darauf warten, warum das so ist. In der Zwischenzeit versucht Esti immer wieder zu fliehen und es gibt ständig Streit zwischen den beiden. Irgendwann wird das aber sehr ermüdend und man sehnt sich danach, dass die Handlung endlich wieder Sinn ergibt.
Nach und nach bekommt man dann ein paar Brocken, man erfährt mehr von Varriks Plan und es entsteht eine Anziehung zwischen Esti und Varrik. Dabei wird hier mit einer Verbindung gespielt, die keiner der beiden eigentlich will, die aber nun mal da ist. Es bleibt dann weiterhin nicht sehr spannend und die Handlung zieht sich weiterhin in die Länge.
Und während Esti beginnt, ihre Meinung zu ändern, hab ich die ganze Zeit das eine Wort von seinen Sternen im Kopf: Lügner. Genau das lässt mich ihm nicht trauen. Esti ist nämlich eine besondere Fane, ihr erscheinen die Sterne einer Person, welche drei Eigenschaften über diese verraten. Varriks sind: Beschützer, Dieb, Lügner, was man vorne auf dem Buch jederzeit nachlesen kann.
Am Ende überschlägt sich dann alles, eine Situation eskaliert und man ist doch überrascht. Erst da wird es wieder interessant, aber das Buch ist vorbei.
Daher bin ich nun zwiegespalten, ob ich den nächsten Band lesen will. Einerseits interessiert mich, wie da alles aufgeklärt wird, aber andererseits will ich mich nicht nochmal durch eine Handlung kämpfen, die erst vielversprechend ist, sich dann in die Länge zieht und erst am Ende das Tempo erhöht und alles schnell zum Ende bringt.
Und auch der Spice hier ist für mich eine Zumutung, denn die Szenen sind einfach nur grob, voller obszöner Sprache und machen Varrik nur unsympathischer. Immerhin kommt der Spice erst gegen Ende und ist damit nicht oft vertreten.
Alles in einem ist diese Buch für mich ein Flop, vielversprechender Anfang, aber dann zu langatmig. Ich hab mir da einfach mehr von erwartet.